Sonntag, April 18, 2021
Fragen an die Politik: Bauinvestitionen

In der Rubrik »Fragen an die Politik« haben Vertreter der Bau- und Immobilienwirtschaft die Möglichkeit, konkrete Fragen an Spitzenpolitiker zu richten. In der aktuellen Ausgabe kommt die Frage von Ardex-Geschäftsführer Gunther Sames. Gerichtet wurde sie an Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, und den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter.

Thema: Bauinvestitionen von Hotellerie und Gastronomie

Die Frage:
Gunther Sames, Geschäftsführer Ardex
»Bereits vor der Krise war die österreichische Sanierungsrate auf einem unterdurchschnittlichen Niveau von 1,4 Prozent. Die Antwort der Politik in Form einer höheren Förderung für thermisch-energetische Sanierung begrüßen wir außerordentlich. Anbieter von Systemlösungen in der Industrie sind hierbei der beste Wegbegleiter der Politik für Bauverdichtung und Sanierung anstelle von weiterer Bodenversiegelung. Wie können Sie unserem investitionsfreundlichen Klientel Hotellerie und Gastronomie im Tourismusland Nr. 1 Österreich Planungssicherheit für deren zukünftige Ausbauvorhaben garantieren, nachdem nunmehr leider eine gesamte Saison flach fällt?«

Die Antworten:
Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus
»Um die Betriebe in diesen herausfordernden Zeiten zu Investitionen zu ermutigen, hat die Bundesregierung vielfältige Hilfsmaßnahmen geschaffen – insbesondere die Covid-19-Investitionsprämie. Für besonders ökologische Maßnahmen können 14 Prozent der Investition gefördert werden. Die Abwicklung erfolgt für Unternehmen aller Branchen durch die Austria Wirtschaftsservice GmbH – die Antragstellung ist noch bis 28.2.2021 möglich. 

»Um die Betriebe in diesen herausfordernden Zeiten zu Investitionen zu ermutigen, hat die Bundesregierung vielfältige Hilfsmaßnahmen geschaffen – insbesondere die Covid-19-Investitionsprämie. Für besonders ökologische Maßnahmen können 14 Prozent der Investition gefördert werden. Die Abwicklung erfolgt für Unternehmen aller Branchen durch die Austria Wirtschaftsservice GmbH – die Antragstellung ist noch bis 28.2.2021 möglich.

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft unterstützen wir neben den laufenden Covid-19-Unterstützungsmaßnahmen auch weiterhin durch Zuschüsse, geförderte Kredite und Haftungen über die Österreichische Hotel- und Tourismusbank. Damit können die Betriebe ihre Investitionsvorhaben zielgerichtet umsetzen und langfristig wettbewerbsfähig bleiben.

Mit dem kürzlich eingerichteten Waldfonds werden wir die stoffliche und energetische Verwendung von Holz gezielt fördern – etwa mit einer Holzbauoffensive im öffentlichen Bau und der Weiterentwicklung gesetzlicher und technischer Rahmenbedingungen für Holz im Bauwesen. Damit wollen wir als öffentliche Hand mit positivem Beispiel vorangehen und zeigen, was mit Holz alles möglich ist. Holz als Baustoff trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Er bindet nicht nur CO2, sondern sorgt für ein ganz besonders Wohngefühl.

Wir werden weiter mit dem Ziel, der Bodenversiegelung entgegenzuwirken und die Energiebilanz von Gebäuden zu verbessern, die thermische Sanierungen forcieren. Auch hier können u. a. holzbasierte Dämmstoffe für viele Einsatzzwecke bereits sehr effektiv herkömmliche Standard-Styropor Dämmstoffe ersetzen. Fast die Hälfte der österreichischen Staatsfläche ist mit Holz bedeckt. Wir sind mit einem sagenhaften Reichtum gesegnet – nutzen wir gemeinsam diese Zukunftsressource.«

Günther Platter, Landeshauptmann Tirol
»Das Land Tirol hat auf die Auswirkungen der Coronakrise auf die Wirtschaft frühzeitig reagiert und im Vorjahr vorausschauend unter anderem zwei Konjunkturpakete in der Größenordnung von 230 bzw. 169 Millionen Euro sowie ein Sofort-Maßnahmenpaket für den Lebensraum Tirol mit insgesamt 400 Millionen Euro initiiert. Beim Sofort-Maßnahmenpaket wurden bis dato 329 Millionen Euro abgewickelt, beim 230 Millionen Euro schweren »Konjunkturpaket 1“ sind es 73 Millionen Euro, aus dem »Konjunkturpaket 2“ stehen für das heurige Jahr 169 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Unterstützungen und Förderungen werden laufend evaluiert und bei Bedarf erweitert. Investitionen der heimischen Betriebe sind ein Schlüsselfaktor, um diese Krise zu überwinden. Gemeinsam bieten Bund und Land durch sich ergänzende Unterstützungsleistungen wie etwa der Investitionsprämie oder der Wachstumsoffensive für Kleinstbetriebe und dem Impulspaket Tirol lukrative Anreize, um zukunftsweisende Investitionen zu tätigen – auch für Betriebe der Gastronomie und Hotellerie. Zur Förderung von Energiesparmaßnahmen und erneuerbarer Energieträger wartet das Land Tirol zudem mit einer maßgeschneiderten Förderung für umfassende Sanierungsmaßnahmen von Betrieben auf.

Die thermische Gebäudesanierung betrifft die Verbesserung des Wärmeschutzes von betrieblich genutzten Gebäuden, die älter als 20 Jahre alt sind. Dabei werden beispielsweise Investitionen gefördert, die der Dämmung der obersten Geschossdecken bzw. des Daches, der Dämmung der Außenwände und der untersten Geschossdecke bzw. des Kellerbodens oder der Sanierung bzw. dem Austausch von Fenstern und Außentüren dienen.

Auch extensive Dach- und Fassadenbegrünungen sind von dieser Förderung umfasst. Im Jahr 2019 konnten dabei 19 Projekte mit insgesamt rund 302.000 Euro unterstützt werden. Durch die Förderung dieser Projekte erfolgte eine CO2-Reduktion von 1.022 Tonnen und eine Energieeinsparung von 3.421 Kilowattstunden.«

 

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