Sonntag, April 18, 2021
Schulen, Schienen Straßen

Eine gut funktionierende Infrastruktur ist Lebensader und Rückgrat jedes Wirtschaftsraumes. Gerade in Krisenzeiten sind Investitionen in die Infrastruktur auch ein wichtiges Instrument zur Konjunkturbelebung. Deshalb steckt die öffentliche Hand auch 2021 viel Geld in den Ausbau und die Sanierung der baulichen Infrastruktur des Landes.

Ein Streifzug über die wichtigsten Baustellen von Asfinag, BIG und ÖBB.

Die Investitionen der großen Drei im Jahr 2021

Asfinag: 1,2 Mrd. Euro
BIG (inkl.ARE): 1,16 Mrd. Euro
ÖBB: 3 Mrd. Euro

 

Asfinag

A 23 Südosttangente Wien – Generalerneuerung Hochstraße St. Marx

Am 9. März 2020 startete die Asfinag mit der umfassenden Sanierung der Hochstraße St. Marx. Knapp drei Kilometer der Tangente in Wien werden rundum erneuert. Von den Tragwerken über die Stützen bis hin zur Entwässerung, der Beleuchtung und natürlich der Fahrbahnoberfläche wird alles generalüberholt. Zusätzlich werden auch alle Auf- und Abfahrten – insgesamt zehn – auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Für die tausenden direkten Anrainerinnen und Anrainer baut die Asfinag einen neuen, bis zu fünf Meter hohen Lärmschutz.

Die »gesperrte Ausfahrt Simmering« wird neugestaltet und kann zukünftig nur mehr von der Autobahnmeisterei und den Einsatzkräften befahren werden. Dieser unvollständige Teil der A 23 war früher einmal als Anschlussstelle zur A 3 gedacht. Diese A 3 Südostautobahn mündet heute allerdings bei Guntramsdorf in die A 2 Südautobahn ein.

Im Jahr 2020 wurden rund 23 Prozent der gesamten 150.000 Quadratmeter an Brücken- und Dammfläche bereits erneuert. Ein Sechstel der gesamten geplanten Verbreiterungen im Bereich der Anschlussstelle Landstraße ist hergestellt und auch 15 Prozent des neuen Lärmschutzes wurde bereits errichtet.


Zahlen & Fakten

Baubeginn: März 2020
Geplante Gesamtfertigstellung: Ende 2022
Gesamtlänge: knapp 3 Kilometer
Gesamtkosten: 126 Mio. Euro

 

Neubau: A 26 Linzer Autobahn – Erster Abschnitt Donaubrücke

Die A 26 Linzer Autobahn ist eines der wichtigsten Projekte zur Verbesserung der Verkehrslage in Linz sowie im Umfeld der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Die Arbeiten starteten 2019, im Jahr 2021 werden die Tragseile und wesentliche Teile der neuen Donaubrücke montiert. Die Arbeiten für die nördlich und südlich des Flusses im Berg verlaufenden Anschlussstellen nehmen noch etwa drei Jahre in Anspruch. 3.200 Meter Tunnel für Auf- und Abfahrten werden derzeit im Sprengvortrieb im Bereich Donau hergestellt.

Die Brücke soll 2024 gemeinsam mit den Anbindungen zur B 129 Eferdinger- und B 127 Rohrbacherstraße für den Verkehr freigegeben werden. Damit wird ein Großteil des Verkehrs auf die neue Strecke verlagert und die städtische Nibelungenbrücke um 20.000 Autos pro Tag entlastet.

Die Brücke soll aber auch ein architektonisches Glanzlicht setzen. Die schlanke, transparente und einfache Hängebrücke ohne Pfeiler fügt sich optimal in das sensible Donautal („Linzer Pforte“) ein. Die tragenden Seile werden hoch über der Donau in den Uferwänden verankert. Sie vermitteln eine Schwerelosigkeit der Konstruktion, die das Potenzial zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt hat. 

Zahlen & Fakten

Baustart: 2019
Freigabe Abschnitt 1: 2024
Brückenlänge: 300 m
Gesamterrichtungskosten Abschnitt 1: 260 Mio. Euro

 

Sicherheitsausbau: S 31 Burgenland Schnellstraße

Seit 18. März 2019 bis insgesamt Ende 2025 wird auf der Burgenland Schnellstraße zwischen dem Knoten Mattersburg und der Anschlussstelle Weppersdorf/St. Martin gearbeitet. Die S 31 wird verbreitert, und die beiden Richtungsfahrbahnen durch eine Betonleitwand voneinander getrennt. Die beiden bestehenden Parkplätze Tschurndorf und Kobersdorf werden vergrößert und zu modernen Asfinag Rastplätzen umgebaut.

Im November 2020 wurde der zweite Abschnitt des Sicherheitsausbaus zwischen Forchtenstein und Sieggraben fertiggestellt. Im Anschluss daran richtete die Asfinag den neuen und finalen Baubereich auf der S 31 Hauptfahrbahn zwischen Sieggraben und der Anschlussstelle Weppersdorf/Markt St. Martin ein. Gearbeitet wird dort bis Ende 2021.

In der zweiten großen Umsetzungsphase des S 31 Sicherheitsausbaus ab 2022 erfolgt der Vollausbau im Bereich der Talübergänge Sieggraben mit der Errichtung von vier neuen Talübergängen auf der Richtungsfahrbahn Oberpullendorf.

Zahlen & Fakten

Baubeginn: 18. März 2019
Geplante Gesamtfertigstellung: voraussichtlich Dezember 2025
Gesamtlänge: 22,4 Kilometer
Gesamtkosten: 144 Mio. Euro


BIG

Neubau Einsatzzentrum Süßenbrunn

In Süßenbrunn im 22. Wiener Gemeindebezirk errichtet die BIG ein neues Einsatztrainingszentrum, das hauptsächlich von der Wiener und niederösterreichischen Polizei genutzt werden wird. Um Platz für das neue ETZ zu schaffen, wurde die bestehende Schießstätte abgebrochen. Das neue Einsatztrainingszentrum wird auf rund 8.000 Quadratmetern Raum für eine moderne Indoor-Schießanlage sowie Seminar- und Trainingsräume bieten. Künftig können hier verschiedenste polizeiliche Einsatzszenarien nachgestellt werden. Das ermöglicht ein realitätsnahes praktisches Training für Polizist*innen. Darüber hinaus sichert der Neubau einen witterungsunabhängigen Trainingsbetrieb und eine signifikante Lärmminderung im Vergleich zum bisherigen Schießbetrieb im Freien.

Das von YF Architekten entworfene Gebäude ist ebenerdig in drei Funktionsblöcke strukturiert: Dem allgemeinen Bereich mit Sozial- und Schulungsräumen, dem Bereich für Einsatztaktik und –technik sowie dem Schießausbildungsblock. Helle Gänge, Blickbeziehungen nach außen und farblich lebendige Oberflächen sorgen für eine freundliche Atmosphäre.

Zahlen & Fakten

Baubeginn:     Q2 2020
Fertigstellung:     Q1 2022
Architektur:     YF Architekten
Investitionen:     rund 25 Mio. Euro

 

Sanierung und Erweiterung BG/BRG Keimgasse

Beim BG/BRG Keimgasse in Mödling wird das Bestandsgebäude generalsaniert und aufgestockt. Ein neuer Zubau gleicht den derzeitigen Fehlbestand an Stammklassen aus. Zudem dürfen sich die Schüler*innen über neue Sportanlagen freuen.

Die neue Dreifachsporthalle wird zu zwei Dritteln in den Grund eingebaut, der Rest steht über Tage. Am Dach wird ein Hartplatz für weitere Sportaktivitäten installiert. Anstelle der alten Turnsäle errichtet die BIG einen 4.300 Quadratmeter großen Schul- und Verwaltungstrakt, in dem neue Stammklassen, Gruppen- sowie Verwaltungsräume eingerichtet werden. Durch eine Verbindung im ersten Obergeschoß sowie Treppen im Schulhof kann der auf der Turnhalle aufsitzende Sportplatz mühelos erreicht werden.

In der zweiten Bauphase wird das Bestandsgebäude generalsaniert. Dabei wird von den Oberflächen bis zur Haustechnik alles adaptiert bzw. auf den neuesten Stand gebracht. Anschließend erfolgt die Aufstockung um ein weiteres Geschoß. Dort finden sich in Zukunft der Festsaal der Schule sowie Räume für künstlerischen Unterricht wie die bildnerische Erziehung.

Zahlen & Fakten

Baubeginn:     Oktober 2019
Fertigstellung:     Q3 2022
Architektur:     Treusch architecture ZT GmbH
Investition:     rd. 34,5 Mio. Euro

 

Neubau für die Universität Innsbruck

Mit einer Nutzfläche von 13.000 Quadratmetern entsteht am Innrain 52a ein neuer Gebäudekomplex für Lehre, Forschung und Verwaltung nach modernsten Standards. Das Gebäude am Innrain 52a hat eine besondere Bedeutung für den Campus der Universität und das universitäre Leben in Innsbruck. Es komplettiert den Campus und ergänzt ihn insbesondere auch mit vielen Freiflächen. Durch die kompakte, hohe Bauweise wird nur rund ein Drittel der Fläche aus dem Architekturwettbewerb verbaut, wodurch viel Platz für Freiräume und Zonen der Begegnung bleibt. Der Neubau mit einer Nutzfläche von insgesamt rund 13.000 m² besteht aus fünf Geschoßen, die einen Sockel bilden, und weiteren fünf Geschoßen als markanter Baukörper hin zum Innrain.

Im vierten Stock befindet sich eine große Terrasse. Zwei große Hörsäle für 600 und 200 Personen erstrecken sich über das erste und zweite Untergeschoß. Die kompakte Bauweise des Gebäudes spart Energie und vermeidet Landversiegelung. Der Grundriss ist bis zu einem gewissen Grad variabel. Das bedeutet, dass die Räume an die Anforderungen an einen modernen Universitätsbetrieb angepasst werden können. Ziel ist es, ein robustes Haus zu bauen, das den Veränderungsprozessen des Universitätsbetriebs standhält und seiner Rolle als vielbeanspruchtes, öffentliches Gebäude gerecht wird.

Zahlen & Fakten

Baubeginn:     Q2 2020
Fertigstellung:     Q2 2022
Architektur:     Mohr Architekten ZT GmbH
Investition:     81,4 Mio. Euro


ÖBB

Zweigleisiger Ausbau: Pottendorfer Linie

Als ein Herzstück der Südstrecke und des Baltisch-Adriatischen Korridors der Europäischen Union verläuft die Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wr. Neustadt durch den namensgebenden Ort Pottendorf. Um mehr und schnellere Züge für zehntausende PendlerInnen und SchülerInnen führen zu können, läuft der zweigleisige Ausbau in mehreren Bauetappen seit 2014.

Aktuell erfolgt der Ausbau zwischen Münchendorf und Wampersdorf. Die bevölkerungsreiche, stark wachsende Region rund um Ebreichsdorf erhält einen topmodernen, barrierefreien Bahnhof in neuer Lage mit 450 Park&Ride-Stellplätzen für PKW sowie großzügiger Bike&Ride-Anlage und Busterminal. Zudem werden alle Eisenbahnkreuzungen im Projektgebiet aufgelassen und erforderliche Unter- und Überführungen errichtet. Wartezeiten an geschlossenen Schranken gehören der Vergangenheit an. Das bringt mehr Sicherheit für Reisende und Straßenverkehr. Nach Fertigstellung des zweigleisigen Ausbaus sind noch weitere Investitionen für Infrastrukturmaßnahmen zwischen Wampersdorf und Wr. Neustadt vorgesehen.

Zahlen & Fakten

Baubeginn:     2014
Bauende:     2024
Gesamtlänge:     rd. 50 km
Investitionen:     488,9 Mio. Euro

 

Koralmbahn Graz – Klagenfurt

Die Südstrecke ist eines der größten und spektakulärsten Infrastrukturprojekte Europas. Auf einer Gesamtlänge von 470 Kilometern, von der nördlichen bis zur südlichen Staatsgrenze Österreichs, arbeitet die ÖBB Infrastruktur an mehr als hundert großen und kleinen Bahn-Infrastrukturprojekten. Entlang der Südstrecke werden 200 Kilometer Bahnlinie modernisiert, 170 Kilometer komplett neu gebaut und in Summe 80 Kilometer neue Tunnel errichtet. Über 90 Bahnhöfe werden modernisiert und 18 neu gebaut. Etwa 5.000 Menschen arbeiten daran in den kommenden Jahren.

Eines der Schlüsselprojekte der neuen Südstrecke ist die Koralmbahn. Die zweigleisige Hochleistungsstrecke ist 130 Kilometer lang, 33 Kilometer davon gehen durch den Koralmtunnel – das Herzstück der Koralmbahn. Nach dem finalen Durchschlag im vergangenen Jahr biegt die Koralmbahn in die Zielkurve ein. Die Arbeiten zur bahntechnischen Ausrüstung laufen auf Hochtouren. Die Gesamtfertigstellung ist mit 2025 geplant. Nach der Fertigstellung können Fahrgäste umweltfreundlich und bequem in nur 45 min von Graz nach Klagenfurt reisen.

Zahlen & Fakten

Baubeginn:     1999
Bauende:     2025
Gesamtlänge:     130 km
Investitionen:     5,5 Mrd. Euro

 

Semmering-Basistunnel

Beim 27 km langen Semmering-Basistunnel sind rund zwei Drittel aller Hohlräume des Tunnels gegraben.  Die Herausforderungen im niederösterreichischen Abschnitt sind erfolgreich bezwungen. Mit dem Bau der Innenschale wurde bereits begonnen. Voraussichtlich ab Mitte 2021 entsteht nördlich des Bahnhofs Gloggnitz ein neuer Instandhaltungs-Stützpunkt (Anlagen-Service-Center) für die Semmering-Bergstrecke und den Semmering-Basistunnel.  Im Fröschnitzgraben wird mit zwei unterschiedlichen Tunnelbaumethoden gearbeitet. Im kontinuierlichen Vortrieb kommen die beiden Tunnelbohrmaschinen Carl und Ghega in Richtung Niederösterreich ebenfalls erfolgreich voran.

Trotz zeitlich versetztem Start sind sie mittlerweile fast gleichauf und haben bereits zwei Drittel ihres Weges hinter sich gebracht, da eine Maschine von den Erfahrungswerten der anderen »lernen« konnte. Rund 32.000 Tübbinge wurden so bereits eingebaut. Im Portal- und Bahnhofsbereich Mürzzuschlag geht der Bau der P&R-Anlage ins Finale und kann nächstes Jahr eröffnet werden. Der Bahnhof wird erneuert und die bestehende Semmering-Bergstrecke in den Portalbereich des Tunnels eingebunden.

Der Semmering-Basistunnel ermöglicht den Reisenden zwischen Wien und Graz nach Fertigstellung eine Fahrzeitverkürzung von 30 Minuten und macht Gütertransport auf der Strecke attraktiver. Die Gesamtfertigstellung ist für 2027 geplant.

Zahlen & Fakten

Baubeginn:     2012
Bauende:     2027
Gesamtlänge:     27,3 km
Investitionen:     3,3 Mrd. Euro

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