Montag, Mai 23, 2022

Die Bundesimmobiliengesellschaft nimmt für das Baukonjunkturpaket 857 Millionen auf dem Kapitalmarkt auf. 200 Millionen sollen heuer und nächstes Jahr bauwirksam werden.

Mit einem „Irrtum“ will die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in Bezug auf das von der Bundesregierung verkündete Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Bauwirtschaft aufräumen. Zwei Dinge stellten die beiden BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner und Christoph Stadlhuber anlässlich einer Präsentation ihrer Vorhaben zur Umsetzung des Pakets klar: Erstens kommt das Geld – für 2009 und 2010 sind insgesamt 875 Millionen Euro für Instandhaltungen, Sanierungen und Neubauten vorgesehen – nicht vom Staat, sondern von der BIG. Wie bei allen Projekten muss sie sich dieses Geld am Kapitalmarkt besorgen. Und zweitens handelt es sich dabei um Vorhaben, die die BIG in jedem Fall durchführen würde. Nur werden die Projekte vorgezogen, sobald die betroffenen Ministerien grünes Licht geben. Das soll, so hoffen die BIG-Geschäftsführer, Mitte April so weit sein. Das Paket sei auch nicht von der Regierung vorgegeben, sondern von der BIG vorgeschlagen worden, wie Stadlhuber betonte.


Im Bereich der Instandhaltung gebe es 5000 Maßnahmen, die die BIG vorzieht, so Gleissner. Für die thermische Sanierung sollen jährlich 150 Millionen locker gemacht werden, im Bereich der Neuentwicklungen könnten heuer und nächstes Jahr 58 Vorhaben in Angriff genommen werden, erläuterte der für Planen und Bauen zuständige BIG-Geschäftsführer. Größtes Projekt in diesem Zusammenhang ist der geplante Neubau der Wirtschaftsuniversität Wien, gefolgt vom Justizzentrum Baumgasse. Von den 875 Millionen entfallen 495 Millionen auf solche Neuentwicklungen, 300 Millionen auf Sanierungs- und 80 Millionen auf Instandhaltungsarbeiten. Heuer im Sommer sollen bereits 150 Millionen in Auftrag gegeben sein, auf weitere 50 Millionen hofft Gleissner noch heuer. Damit sollen 200 der 875 Millionen heuer bauwirksam werden. In Summe rechnet Stadlhuber für das Konjunkturpaket mit einem Kapitalbedarf in den nächsten beiden Jahren von einer Milliarde Euro. Ein Teil davon kommt aus einer 500 Millionen Franken-Anleihe, die die BIG im Vorjahr begeben hat, 200 Millionen Euro werden von der Europäischen Investitionsbank EIB erwartet, weitere 100 Millionen stammen laut Stadlhuber von einem privaten Investor. Den Rest hofft die BIG mit weiteren Anleihen im nächsten Jahr finanzieren zu können.
Wolfgang Hesoun, Porr-Vorstand und im Nebenberuf Präsident der Vereinigung Industrieller Bauunternehmungen Österreichs (VIBÖ), zeigte sich erfreut über das Paket, das zu einem Drittel dem Baugewerbe und zwei Drittel der Industrie zugute kommen wird. Die Auftragsbücher der Bauindustrie seien zwar für heuer noch voll, die Initiative der BIG sei dennoch sehr wichtig, weil die Projekte in die Phase nachlassender privater Nachfrage falle und der Bauindustrie eine Chance für öffentliche Aufträge eröffne, so Hesoun.

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