Es ist ein verregneter Tag. Auf meinem Schreibtisch liegt Post. Darunter ein unscheinbarer Brief, ohne Absender.
Im Kuvert steckt ein kurzes, persönliches Schreiben: »Hallo Martin. Anbei findest du die Fotos, die ich dir versprochen habe. Liebe Grüße, Martin.« Daneben finde ich einen USB-Stick. Hmm. »Martins«, meine Namensgenossen, kenn ich einige. Ich kann mich nicht erinnern, wann mir jemand von ihnen Bilder schicken wollte. Bilder wovon eigentlich?
Na egal, denke ich neugierig und stecke den Stick in meinen Laptop. Und da die Überraschung: Bilder finde ich keine darauf, aber ein PDF-Dokument mit einer eindringlichen Warnung vor der derzeit weltweit am meisten verbreitete Schadsoftware – Malware der Familie »INF/Autorun«. Diese Schadsoftware nützt die Windows-Autorun-Funktion aus und verbreitet sich so via USB-Sticks – ein Trick, den auch der berüchtigte Schädling Conficker anwendet.
Zum Glück bin ich in diesem Fall nicht auf Cyberkriminelle gestoßen, sondern auf meinen Bekannten Martin Penzes, der diese ungewöhnliche Form des Marketings für seine Arbeit für den Security-Hersteller ESET nutzte. Und ich wusste mich natürlich auf der sicheren Seite: Die Sicherheitssoftware auf meinem Laptop ist stets am neuesten Stand und schützt mich auch vor Codes, die sich über USB-Sticks verbreiten. Ich habe dies in den letzten Monaten selbst zweimal erlebt. Wenn es so etwas wie die Schweinegrippe für USB-Sticks gäbe, zählt nur eins: Hände waschen.
Also seien auch Sie gewarnt: Die Schattenwirtschaft setzt auf Tricks wie »Social Engineering«. Abseits von technischen Finessen sollen User dazu gebracht werden, zweifelhafte Webseiten zu öffnen oder fremde USB-Sticks zu verwenden.
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