Zukunftsfähiges Netzwerk-Modell

Stefan Herrlich, Lancom Systems: "Wir geben unseren Partnern und Kunden kostenlosen Support und freie Softwareupdates." Stefan Herrlich, Lancom Systems: "Wir geben unseren Partnern und Kunden kostenlosen Support und freie Softwareupdates." Foto: Lancom

Auch die Hardware-Welt mit ihrer komplexen Konfiguration und produktnahen Dienstleistungen verändert sich. »Software-defined« gehört die Zukunft, auch in der Netzinfrastruktur, ist Stefan Herrlich von Lancom Systems überzeugt.

Das Thema Software-defined Networks dringt in Produkte wie WLAN, Access-Points, Router und Switches ein. »Mit der Lancom Management-Cloud-Lösung entwickeln wir uns gemeinsam mit unseren Partnern weiter in Richtung Software und Services im Netzwerkumfeld«, betont Stefan Herrlich, Geschäftsführer von Lancom, des größten deutschen Herstellers von Netzwerkinfrastrukturlösungen, bei einem Gespräch in Wien. 

Die stetige Zunahme von zu verwaltenden Nutzern, Applikationen, Geräten und Standorten zwingt traditionelle Netzwerk-Architekturen mehr und mehr in die Knie. Hinzu kommen neue Trends und Technologien wie Industrie 4.0, Internet of Things, Bring Your Own Device, Cloud Computing und Software-as-a-Service, wodurch immer komplexere Infrastrukturen entstehen. Statische Netzwerk-Architekturen können hier nicht mehr Schritt halten. Denn die manuelle Konfiguration von Hardwarekomponenten ist zeit-, kosten- und fehlerintensiv. Zudem handelt es sich zumeist um viele aktive Komponenten verschiedener Hersteller und es existieren verschiedene GUIs und Controller für verschiedene Gerätegruppen. Vor allem sind nachträgliche Erweiterungen kaum wirtschaftlich und sicher durchführbar.

Über seine Management Cloud will Lancom nun Netzwerke jeder Größenordnung zentral verwalten helfen. Eine manuelle Konfiguration der Netzwerkkomponenten ist nicht mehr nötig. Aus den Benutzervorgaben werden automatisch unter Berücksichtigung aller Rahmenparameter – Gerät, Softwarestand, Standort, Netzwerkstruktur – Konfigurationen errechnet und ausgerollt. So wird in einem »SD-WAN« auch der automatische Aufbau von VPN-Tunneln zur Anbindung von Unternehmensstandorten, Homeoffices und mobilen Arbeitern ermöglicht – inklusive Load-Balancing und Performance-Monitoring. Ebenso ist »SD-WLAN« möglich: Die automatische WLAN-Konfiguration erfolgt über mehrere Netzwerke (Multi SSID) und unterstützt bei Bedarf auch die Netztrennung für abgeschottete Gast-Netze. Das aktuelle Portfolio von Lancom ist »Cloud-ready«, die Integration in die Lancom Management Cloud erfolgt über Firmware-Updates.

Hersteller mit Bodenhaftung

Das eigentümergeführte Unternehmen Lancom positioniert sich als europäischer Hersteller und hat seinen Sitz in Aachen. Gemeinsam mit Firmengründer Ralf Koenzen verantwortet Stefan Herrlich das Geschäft. Der Münchner Elektronikkonzern Rohde & Schwarz hat im Herbst 2016 Anteile an dem Unternehmen übernommen. »Wir streben nicht die Weltherrschaft an. Unsere Strategie ist darauf ausgerichtet, langfristig und nachhaltig profitables Geschäft zu machen«, ist für den Manager eine gute Beziehung zum Kunden wichtiger als anorganisches Wachstum im heißumkämpften Markt. »Wir machen einfach vieles anders. Wir geben unseren Partnern und Kunden kostenlosen Support und freie Softwareup­dates für alle Produkte.«

Software- und Hardwareentwicklung ebenso wie die Fertigung erfolgen in Deutschland. »Für uns ist das ein erfolgreiches Modell, das zunehmend auch Zuspruch von außen findet«, betont Stefan Herrlich. Lancom wächst seit seiner Gründung im Schnitt um 17 Prozent jährlich. 2016 wurde das bislang erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte abgeschlossen.

Letzte Änderung amMontag, 24 April 2017 10:10
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