"Kein Kunde ist zu groß, keiner ist zu klein"

Das Management-Team von A1 digital: Martin Fluch, Ralf Lellig (sitzend), Francis Cepero, Roland Haidner, Elisabetta Castiglioni, Nicolai Czink (sitzend) und Mathias Nöbauer. Das Management-Team von A1 digital: Martin Fluch, Ralf Lellig (sitzend), Francis Cepero, Roland Haidner, Elisabetta Castiglioni, Nicolai Czink (sitzend) und Mathias Nöbauer. Foto: Renée del Missier

Mit der Tochtergesellschaft A1 digital will die Telekom Austria Boden auf dem IT-Service-Markt in Europa gewinnen.

Marktstudien gehen von jährlich 30 % Wachstum im Geschäft mit flexiblen Lösungen aus der Wolke aus. Der Trend zur Auslagerung von IT in Cloud-Umgebungen lässt die Telekom Austria nun den Marktauftritt ihrer B2B-Schiene neu erfinden. Als „Partner für die digitale Transformation unserer Kunden“ will Elisabetta Castiglioni, Geschäftsleiterin der neuen Konzerntochter A1 digital, sowohl lokal als auch überregional auftreten. „Kein Kunde ist zu groß, kein Kunde ist zu klein“, betont sie. Einer Gartner Studie zufolge werden 60 bis 70 % von Cloud-Diensten über lokale Partner abgewickelt. In Österreich setzt das derzeit 60 Personen große A1-digital-Team beim Kundenzugang und der Umsetzung von Projekten auf die Konzernschwester A1 Telekom.

A1 digital bietet Software- und Infrastructure-as-a-Service, aufbauend auf einem Online-Marktplatz und bestehenden Data-Center-Kapazitäten in Österreich und den weiteren Märkten der Gruppe bis nach Weißrussland. Abrufbar sind zu Beginn Microsoft Office 365, ein Webseiten-Service, Backup- und Serverinfrastruktur, eine Antivirenlösung von Ikarus Software sowie die Registrierkassenlösung ready2order. Daten der Kunden bleiben im jeweiligen Land gespeichert.

Die zweite Säule des Unternehmens stützt sich auf den Wandel der Wirtschaft durch die Digitalisierung. Anfang des Jahres wurden die Aktivitäten des IKT-Dienstleisters Telekom Austria Group M2M eingestellt und in A1 digital überführt. Managing Director Bernd Liebscher, der die Einheit seit der Gründung 2011 führte, wechselt zu Telecom Liechtenstein. Die M2M-Tochter hat bereits einige Smart-Meter-Rollouts für Stromnetzbetreiber erfolgreich durchgeführt, zuletzt für die Stadt Graz. Für die PORR AG wiederum wurden Baugeräte und Baumaschine an Standorten in mehreren Ländern digitalisiert. Das Resultat: Der Baukonzern konnte durch Asset-Tracking-Lösungen weitreichende Kosteneinsparungen erzielen.

„Digitalisierung ist eine Riesenchance für jedes Land. Österreich ist hier schon in einer sehr guten Position“, bescheinigt Alejandro Plater, CEO Telekom Austria Group. Mit der Digitalisierung bekämen Menschen die Möglichkeit, anstelle von Produkten ortsunabhängig Services zu konsumieren. Plater zieht die Musikindustrie als Beispiel heran: Eine CD wurde noch gepresst, transportiert und letztlich auch wieder entsorgt. Heute können Konsumenten einfach über die Datenleitung aus einer globalen Musikvielfalt wählen.

In den kommenden Monaten will A1 digital in weitere Länder, allen voran nach Deutschland expandieren. Das Deutschland-Geschäft wird von einem Firmensitz in München aus in Zusammenarbeit mit Partnern gesteuert. Im Vorjahr hatte TA-Eigentümer América Móvil eine halbe Milliarde Euro in Zukäufe international gesteckt. Plater zufolge steht derzeit aber „niemand in Deutschland auf der Liste“. Man möchte organisch wachsen. Sorgen, die TA könnte mit dem Angebot zu spät am Markt aufträten, teilt er nicht. „Der Digitalisierungsmarkt steht noch am Anfang.“



Last modified onMittwoch, 15 Februar 2017 10:46
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