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Versorgungssicherheit für die IT

Peter McKay, Veeam: "Bei Backup ist es wie in der IT generell: Die Branche bringt Technik nicht zum Laufen, damit Geräte Windows haben, sondern um den Menschen Services zu liefern." Peter McKay, Veeam: "Bei Backup ist es wie in der IT generell: Die Branche bringt Technik nicht zum Laufen, damit Geräte Windows haben, sondern um den Menschen Services zu liefern." Fotos: Veeam

Backup und Disaster Recovery sind die Schlagworte von gestern. Unternehmen wollen ihre IT-Services einfach und immer verfügbar haben. Das Mascherl dazu heißt »Availability«. Von Martin Szelgrad aus New Orleans.

»We live digital lives. Everything we do is dependend on digital devices«, leitet Peter McKay, CEO von Veeam Software, die Hausmesse »VeeamON 2017« ein. Unsere Wirtschaft und Gesellschaft ist von IT abhängig geworden. Es steht gar nicht zur Diskussion, dass heute bereits kleinste Ausfälle von IT-Services Auswirkungen auf unser Leben und die Wertschöpfung in der Wirtschaft haben dürfen.

Mit mehr als 2.400 angemeldeten Teilnehmern und 45 Sponsoren ist die Messe, die im Mai in New Orleans stattgefunden hat, ein Erfolg. Der Hersteller stellt mit seinem Flaggschiff »Veeam Availability Suite v10« neue Backup- und Disaster-Recovery-Funktionen vor – noch besser, schneller und in Summe kostengünstiger für die von Veeam propagierte »Always-on Enterprise«. Der globale WannaCry-Outbreak, der hunderttausende Rechner mit Ransomware attackierte, ist gerade erst abgeebbt und hat der Welt drastisch vor Augen geführt, dass Verfügbarkeit in der IT nicht gottgegeben ist. »IT-Sicherheit war immer schon ein Thema für Unternehmen und es ist heute selbstverständlich Teil von jedem Service«, bekundet McKay und ergänzt: »der Faktor Verfügbarkeit ist aber eine Stufe höher anzusehen.« Bei Ausfällen gehe es nicht nur um Umsatzentgang, sondern auch um den sicheren Imageverlust gegenüber Geschäftspartnern und Konsumenten. WannaCry hätte viele aufgeweckt, beobachtet der Manager. »Wichtig ist jetzt einmal, dass man erkennt, welche Lücken in den IT-Systemen zu schließen sind. Allein das Bewusstsein dafür ist schon ein Fortschritt.«



Foto: Veeam-Gründer Ratmir Timashev überlässt das Tagesgeschäft seinem Team und zeigte Socken und Gürtel, natürlich in der Firmenfarbe grün.

Der Veranstaltungsort New Orleans hat hohe Symbolkraft. 2005, vor zwölf Jahren, wütete Hurrikan Katrina an der Golfküste. Knapp 80 Prozent der größten Stadt Louisianas standen meterhoch unter Wasser. Viele Tote, Milliardenschäden und gut Hunderttausend, die von der Flucht vor der Naturkatastrophe nicht mehr heimgekehrt sind, prägen die Zeitgeschichte. Die Infrastruktur der Stadt, die der Welt den Jazz gebracht hat, ist heute wiederhergestellt, vielfach sogar verbessert. Der Bevölkerungsschwund sitzen vielen dennoch im Nacken.

Physische Lücke gefüllt
Zahlreiche Studien unterstreichen die Bedeutung, die ein unterbrechungsfreier Zugang zu Daten und Anwendungen für die digitale Transformation von Unternehmen hat und wie diese durch eine steigende Verbreitung cloudbasierter Strategien ermöglicht wird. Diese Bandbreite von virtuellen Maschinen in der Wolke bis zum Server-Rack in einer Firma möchte nun auch Veeam abdecken können. Eine Lösung für die Anbindung von Microsoft-Windows-Systemen erweitert nun die Verfügbarkeitsplattform auch auf physische Server. Die neue Agentenlösung bietet Funktionen für die Verfügbarkeit von Windows-basierten physischen Servern, Desktop-Rechnern und Endgeräten, ebenso wie Windows Workloads, die in Public Clouds laufen, darunter Microsoft Azure und Amazon Web Services.

Und die Backup-Funktionen decken auch Office 365 ab. IT-Abteilungen können damit Arbeitsplatzumgebungen aus der Wolke auf die eigene Speicherinfrastruktur sichern. Das ist vor allem bei einem Weggang eines Mitarbeiters – beim Auflösen des Office-365-Accounts – wichtig. Bislang bestand die Gefahr, dass diese Daten ins Nirwana des Cloud-Anbieters verschwinden oder zumindest teuer angefordert werden mussten. »Veeam Backup für Office 365« wird knapp ein halbes Jahr nach Marktverfügbarkeit bereits von mehr als 11.000 Firmen eingesetzt. Mit dem Update der SaaS-Verfügbarkeitslösung können auch mehrere Anwenderunternehmen in nur einer Instanz geschützt werden. So sollen Serviceprovider regelmäßige Einnahmen generieren können. Die nächste Version des Office-365-Backups, die bereits in der Entwicklung ist, soll zusätzlich SharePoint Online und ­»OneDrive for Business« unterstützen.



Kontinuierlich geschützt
Eine der auffälligsten Ankündigungen auf der Konferenz betrifft die Availability Suite. Neben dem Schutz von physischen Servern kann nun auch Network Attached Storage (NAS) eingebunden werden. In Sachen Wurmproblematik bedeutet dies: Schlägt Ransomware zu und verschlüsselt sie auch das NAS im Netzwerk, gibt es zumindest ein Backup.

Besonders geschäftskritische Anwendungen können mit entsprechendem IT-Budget dann auch mit einer neuen »Continuous Data Protection«-Schicht geschützt werden. Hier reduzieren sich die SLAs für die Wiederherstellung auf Sekunden, Daten werden kontinuierlich in die Wolke repliziert. Im Techniksprech: Für kritische Services sind Wiederherstellungsintervalle (»Recovery Point Objectives«) von 15 Sekunden »by default« vorgesehen. Das ist eine Zeitspanne für die Data Recovery, die früher undenkbar gewesen wäre. »Natürlich rechnen heute Konzerne im Finanzbereich oder Unternehmen mit großem Consumer-Geschäft hier ganz anders«, meint McKay. Der Bedarf herrscht auch in regulierten Wirtschaftsbereichen. Mit ein wenig Phantasie lässt sich bereits erahnen, dass diese Beschleunigung in den kommenden Jahren auf allen Ebenen Einzug halten wird.

Die Stromnetze haben seit Jahrzehnten den Begriff der Versorgungssicherheit als oberste Agenda – noch vor einfach zu bedienenden Produkten oder der Zufriedenheit ihrer Kunden. Denn gehen die Lichter aus, helfen auch tolle Gadgets und loyale Konsumenten nicht.

Veeam sei mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit da, bekräftigt man. »Unseren Kunden geht es nicht um tolle Backup-Lösungen. Sie wollen im Falle des Falles ihre Systeme schnell wieder am Laufen haben.«


Das wurde vorgestellt

- Veeam Availability Suite v10
sichert Business Continuity und Flexibilität für digitale Transformation, bietet mehr Analysefunktionen und Transparenz.
- Schutz geschäftskritischer Anwendungen
mit der neuen Continuous-Data-Protection-Lösung sowie vCloud-Director-Integration: Damit wurde die Funktionalität von Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) ausgebaut.
- Tape as-a-Service
für die Einhaltung von Compliance-Auflagen für die Archivierung und langfristige Speicherung.
- Microsoft Office 365
mit neuer Mandantenfähigkeit, mehreren Repositories und Automatisierungsfunktionen für Veeam Backup for Microsoft Office 365.
- Veeam Availability
für Amazon Web Services (AWS) bietet erstmals Cloud-natives, agentenloses Backup sowie eine Verfügbarkeitslösung zum Schutz von AWS-Anwendungen und -Daten.
- Verfügbarkeitsplattform
mit universeller Programmierschnittstelle für die Speicheranbindung, neue Partner IBM, Lenovo und Infinidat.


Über das Unternehmen

Veeam adressiert Herausforderungen des »Always-on Business«, vor denen Unternehmen heute stehen. Der Hersteller unterstützt die Verfügbarkeit von IT-Services rund um die Uhr. Die ganzheitlichen Lösungen von Veeam sorgen für sehr schnelle Wiederherstellung, Vermeidung von Datenverlusten, verifizierte Datensicherung, optimierte Datennutzung und Transparenz. Veeam wurde 2006 gegründet und hat derzeit über 47.000 Partner und mehr als 242.000 Kunden weltweit. Hauptsitz ist in Baar, Schweiz. Info: www.veeam.com/de

Letzte Änderung amMontag, 12 Juni 2017 14:06
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