Kurzbericht Podiumsdiskussion "Daten: Smarte Speicher, Vertrauen in Unternehmen"

Kurzbericht Podiumsdiskussion "Daten: Smarte Speicher, Vertrauen in Unternehmen" Foto: Milena Krobath/Report Verlag

Cloud-Computing, hybride IT und Datenschutzgesetz – Wo sollten Daten gespeichert liegen? Wer kann in der zunehmend komplexen IT-Landschaft noch die Übersicht behalten - und sich in Sicherheit wiegen? Am 9. März diskutierten ExpertInnen zu den Themen Datenschutz, IT-Services und die richtigen IT-Strategien in Unternehmen.

Der Report Verlag war mit dem Publikumsgespräch diesmal zu Gast bei der Österreichischen Computer Gesellschaft in Wien. Die weiteren Partner waren ANECON, Commvault, Dimension Data und Radio Technikum.

Für Wolfgang Fröhlich, Mitglied der Geschäftsleitung ANECON, wird das Thema Qualität in der IT meistens viel zu spät behandelt. „Gerade in komplexeren Umgebungen mit Diensten aus der Cloud gibt es auch größere Anforderungen an Software. Da braucht es einiges an Know-how, IT-Prozesse umfassend auf Sicherheitsfragen zu prüfen“, weiß Fröhlich. „Kein Unternehmen heute kann es sich leisten, nicht in moderne, agile Softwareentwicklung oder nicht in Sicherheit zu investieren.“ Technisch ließe sich vieles absichern, oft scheitert es dann aber an manuellen Prozessen in der Datenverarbeitung – wenn etwa Mitarbeiter sensible Dokumente auf einem USB-Stick mit sich tragen. „Um hier auf Gefahren und Sicherheitslücken hinzuweisen, sind einfach auch Schulungen nötig“, ist er überzeugt.

Gerald Trieb, Partner Knyrim Trieb Rechtsanwälte, sieht durch die Datenschutzgrundverordnung, die 2018 zur Anwendung kommen wird, auch eine Rechtsunsicherheit auf die Unternehmen zukommen. „Die EU will sich nun nicht mehr auf Registrierungen von Anwendungen und Genehmigungsbescheide verlassen müssen, sondern nimmt die Unternehmen stärker in ihrer Eigenverantwortung in die Pflicht. Diese müssen ihre Anwendungen und Speicherungen von personenbezogenen Daten mitsamt dem Zweck der Speicherung dokumentieren. Dazu werden auch Verzeichnisse von Verarbeitungstätigkeiten und Datenschutz-Folgeabschätzungen zu erstellen sein“, zählt Trieb auf. Trotzdem: Bis zu einem allfälligen Prüfverfahren durch die Datenschutzbehörde kann ein Unternehmen auch bei einer guten Vorbereitung nicht sicher sein, dass es bis ins letzte Detail datenschutzkonform agiert.

Für Ingrid Schaumüller-Bichl, Leiterin Information Security Compliance Center FH OÖ, ist „das „Thema Sicherheit derzeit stark im Fokus – das betrifft nicht nur die Datenschutzgrundverordnung, sondern auch die NIS-Richtlinie für den Schutz von kritischen Infrastrukturen.“ Um den passenden Anbieter eines IT-Services zu wählen, sollte man seine eigenen Anforderungen kennen. Hier helfen Zertifizierungen wie beispielsweise ISO 27001, die auch von der OCG angeboten wird. „Eine Zertifizierung befreit Unternehmen nicht von ihrer Verantwortung, zeigt aber ein gewisses strukturiertes Befolgen von anerkannten Regeln. Zertifizierungen sind international gültig und ein starkes Zeichen, dass ich mein Bestes gegeben habe“, rät Schaumüller-Bichl.

„Die Anforderungen, die auch die IT-Abteilungen treffen, sind heute sehr vielfältig – beginnend mit der steigenden Datenflut mit exponentiellem Wachstum. 90 % der Daten, die in Unternehmen gespeichert sind, sind in den letzten zwei Jahren entstanden“, beschreibt Gerhard Raffling, Regional Director Central & Eastern Europe Commvault. Daten werden zunehmend verteilt abgelegt - ein Teil in der eigenen IT, ein Teil im Rechenzentrum oder in der Cloud und vieles auch verteilt auf den Endgeräten. Gerade der Trend zu Cloud-Services verändere viele IT-Anwendungen und auch die Speicherung von Daten. Nun gelte es, diese Komplexität zu reduzieren. „Wir stellen sicher, dass Daten sicher verarbeitet, abgelegt und auch gelöscht werden können“, beschreibt Raffling das Portfolio von Commvault.

Johannes Brunner, Head of Business Unit Data Center & Cloud Dimension Data, sieht „immer noch eine gewisse Skepsis von Unternehmen gegenüber Cloud-Diensten. Auf der Agenda eines CIO oder von den Anwendern in den Fachabteilungen sind aber sehr wohl flexible IT-Services gefragt.“ Mit der Freiheit der Nutzung von IT-Infrastruktur, Plattformen und Anwendungen als mietbaren Service entstehen auch Anforderungen an die Verwaltung von Daten. „Gerade hybride IT-Umgebungen, in denen das lokale, eigene Rechenzentrum mit externen Cloud-Diensten verknüpft wird, verursachen komplexe Sicherheitsfragen.“ Diese sind mit der richtigen Beratung bewältigbar. Trotz des fortlaufenden Trends zur Cloud schätzen Experten, dass auch in Zukunft gut 40 % der IT weiterhin im lokalen Betrieb erbracht wird.

Der vollständige Nachbericht zum Podiumsgespräch erscheint in der Ausgabe 2/2017 des „Telekom & Report IT“ mit Erscheinungstermin 4. April.

Originaltöne zum Thema Datenschutz und IT-Services:

Wolfgang Fröhlich, Mitglied der Geschäftsleitung ANECON Software Design und Beratung



Gerald Trieb, Rechtsanwalt und Partner Knyrim Trieb Rechtsanwälte


Ingrid Schaumüller-Bichl, Leiterin Information Security Compliance Center der FH OÖ, Leiterin des OCG-Arbeitskreises IT-Security


Gerhard Raffling, Regional Director Central & Eastern Europe bei Commvault


Johannes Brunner, Head of Business Unit Data Center & Cloud bei Dimension Data



Fotos zum Gespräch: https://www.flickr.com/photos/award2008/albums/72157681286493936

Letzte Änderung amDienstag, 14 März 2017 17:47
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