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Georg Obermeier sieht die Wirtschaft bei Energieeinsparungen in der Pflicht. Im Zuge der Klimadebatte können auch gesetzliche Regelungen zur Energieffizienz von IT kommen. Unternehmen sind trotzdem gut beraten, jetzt schon zu handeln. Ein Kommentar von Georg Obermeier, T-Systems.

Die Themen Klimawandel und Umweltschutz werden schon seit Jahrzehnten diskutiert. Jetzt sind sie auch in der Realität der Unternehmen angekommen. Jetzt übernehmen auch Unternehmen die Verantwortung für die von ihnen verursachten CO2-Emissionen. Die ICT spielt dabei in mehrfacher Hinsicht eine wesentliche Rolle. Sie verursacht etwa zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, diese müssen – und können – reduziert werden. Darüber hinaus kann die ICT auch in allen übrigen, also den restlichen 98 Prozent der Branchen, durch intelligenten Einsatz von Lösungen zur Geschäftsprozessunterstützung zur Reduzierung der Umweltbelastung beitragen.

IT-Leiter als Vorreiter
Rechenzentrumsbetreiber und IT-Verantwortliche in Unternehmen können dabei zu Vorreitern werden, indem sie auf energieeffiziente Hardware sowie ressourcenschonende Energiequellen zur Stromversorgung setzen. Unternehmen, die Green ICT einsetzen, leisten so einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Sie profitieren aber auch in vielfacher Hinsicht. Große Rechenzentren mit ganzen Serverparks können locker den Energieverbrauch einer Kleinstadt erreichen. Und solange dieser Strom weiter auf Basis von fossilen Brennstoffen produziert wird, bleibt die IT auf der Klimasünderbank. Laut Berechnungen der Unternehmensberatung A.T. Kearney verursacht die Informationstechnologie weltweit einen jährlichen CO2-Ausstoß von rund 600 Millionen Tonnen – so viel wie 320 Millionen Kleinwagen. Dazu muss es aber gar nicht erst kommen. Vielmehr wird einem »Green CIO« künftig eine Fülle von Möglichkeiten zur Verfügung stehen, den Kohlendioxidausstoß zu begrenzen und zu reduzieren. Viele Ansätze sind aber auch mit Kostensenkungen verbunden, besonders natürlich die Reduzierung des Energieverbrauches. Das Unternehmensimage und sowohl die Kunden- als auch die Mitarbeiterzufriedenheit werden spürbar verbessert. Setzt sich die Politisierung der Klimadebatte fort, werden in naher Zukunft auch verschiedene gesetzliche ICT-Regelungen hinzukommen – Unternehmen sind also gut beraten, schon jetzt zu handeln.

So tragen beispielsweise energieeffiziente Hardware und die Virtualisierung von Servern ihren Teil zur Green IT bei: Besonders schlanke, auf den tatsächlichen Arbeitsbedarf ausgerichtete und mit stromsparenden Lüftungen ausgestattete Rechner verbessern die Umweltbilanz eines Betriebs direkt an den IT-Arbeitsplätzen der Mitarbeiter. Ihre Server, auf denen die Anwendungen und Systeme gelagert sind, können Unternehmen hingegen an spezialisierte Outsourcing-Anbieter auslagern. Diese wiederum sorgen durch Virtualisierung für eine effiziente und damit stromsparendere Auslastung der Geräte. Denn obwohl meist nur zwischen zehn und 30 Prozent ihrer verfügbaren Rechenleistung genutzt wird, verbrauchen die Serversysteme meist in etwa so viel Strom wie unter Volllast. Durch die Einrichtung mehrerer virtueller Server auf einem Gerät lässt sich dessen Auslastung deutlich erhöhen und insgesamt die benötigte Hardware reduzieren sowie konsolidieren. Um Überlastungen zu vermeiden, die im Endeffekt wieder zu einem höheren Stromverbrauch führen würden, sollte die Virtualisierung einen Auslastungsgrad von 80 Prozent nicht überschreiten.

Einsparungen leicht gemacht
Bereits ohne jeden Ressourceneinsatz lassen sich durch Verhaltensänderungen der Mitarbeiter Einsparungen realisieren. Die Nutzung von Ruhezustand und Power-Management-Software bei Endgeräten oder das beidseitige Bedrucken von Papier und die generelle Vermeidung von Papierausdrucken können durch einfache Unternehmensrichtlinien vorgegeben und so die Mitarbeiter für Green ICT sensibilisiert werden. Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Startvoraussetzungen. Diese sollten zuerst analysiert werden. Schnelle Erfolge lassen sich dabei vor allem durch so genannte »Low-Hanging Fruits« realisieren – beispielsweise mittels energieeffizienten Umgangs mit Endgeräten oder durch beidseitiges Bedrucken von Papier. Größere Potenziale können einfacher gemeinsam mit einem ICT-Service Provider realisiert werden.

 


Zum Autor
Georg Obermeier ist Vorsitzender der Geschäftsführung bei T-Systems Österreich.


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