Message Control

Message Control

Wie heißt es so schön: Tue Gutes und rede darüber. Beredtes Schweigen ist in diesem Zusammenhang auch was wert.

Ein Kommunikationsversuch von Rainer Sigl.

Endlich geht’s voran! In diesem Alpenlandl, das jahrzehntelang im Würgegriff sozialpartnerschaftlicher Erpressereien war, weht fürwahr ein neuer Wind. Die Prioritäten sind dabei auch budgetär endlich klar: Was eine g’scheite Message Control ist, darf eben auch ein bissi was kosten. Und mal ehrlich: Die läppischen 45 Millionen, die zum Beispiel letztes Jahr für die höchst notwendige Kommunikation der Exzellenz der österreichischen Staatsspitze an die staunende Bürgerschaft ausgegeben wurden, sind ein Schnäppchen, das man durch längst nötiges Zurechtstutzen zum Beispiel der fetten und völlig unnötigen Subventionen an minderleistende alleinerziehende chronisch kranke Mütter behinderter Kinder locker wieder reinbekommt.

Weil: Das Geld ist ja nicht weg – sondern es geht direkt an die Wirtschaft. Okay, zuerst mal an die Kleinformate. Dann aber auch zum Beispiel an jene Firmen, die nicht nur zufällig über völlig zufällige Zufallsbekanntschaften zu zufälligen Personen aus jenem Parteiumfeld haben, das zufällig gerade eine ministerielle Anti-Drogen-Kampagne auf Österreichs Straßen schaltet, sondern zufällig auch zufälligerweise genau auf die Ausschreibung passt – manchmal passieren eben einfach aus Zufall total verrückte Sachen. Und mal ehrlich, das Geld ist super angelegt: »DROGEN=GEFAHR« – einmalig, ich sag’s Ihnen. Gänsehaut.

Wissen Sie, was mir am meisten imponiert an diesem Neuen Stil? Dass der Humor nicht zu kurz kommt. Ich mein: »Persönlicher Feiertag« – also ehrlich, DAS ist einfach genial. Ja, Kommunikation ist im heutigen Politik-Business extrem wichtig, gut, wenn man dafür Profis am Start hat, die einerseits sorgfältig mit Worten umgehen, andererseits aber auch mal Klartext reden können.

Und wenn sogar das Sozialministerium, früher weltfremder Hort absurd marxistischer gesellschaftlicher Kuschelromantik, endlich, endlich, endlich ausspricht, was man unter linkslinker Terrorherrschaft früherer Regime kaum zu denken wagte, lassen sich Tränen der Rührung kaum unterdrücken: Ja genau, Herrschaftszeiten, wer schafft denn die Arbeit?!?!? NO NA NET DIE WIRTSCHAFT, danke, dass es endlich jemand sagt, wer der Herr im Haus ist! Nicht die Menschen, so ein kurzsichtiger Quargl, das glauben heutzutage ja nur mehr Kommunistenvereine wie die Caritas! Immer Menschen, Menschen, Menschen, ich kann’s nimmer hören!

Bitte, ICH predige ja schon seit Jahren, dass Menschen als mieselsüchtig unzuverlässiges und erratisches Element einer modernen Hochleistungsgesellschaft völlig überbewertet sind – aber auf mich hört ja keiner!
Naja, zumindest bis jetzt.

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