Digital Leadership – wie digital ist sie wirklich?

"Führungskräfte können ihre Mitarbeiter nicht mehr auf Sicht führen", Julia Fischer NWOW-Expertin. "Führungskräfte können ihre Mitarbeiter nicht mehr auf Sicht führen", Julia Fischer NWOW-Expertin.

Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Mitarbeiter zu entwickeln, ihnen als Vorbild zu dienen und Orientierung zu bieten, gewinnt an Relevanz. Ein Kommentar von Julia Fischer, Expertin für die »New World of Work«.

Digitalisierung ist in allen Bereichen spürbar, auch in der Arbeitswelt und somit in der Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, aber auch im Zusammenspiel zwischen Mitarbeitern und Führungskräften. Aber welche Skills muss eine Führungskraft im digitalen Zeitalter – ein Digital Leader – mitbringen und wie sehr spielen digitale Tools hier eine Rolle?
Die Rahmenbedingungen haben sich aufgrund der Digitalisierung verändert: Mitarbeiter arbeiten an unterschiedlichen Orten, zu verschiedenen Zeiten, in unterschiedlichen Projektteams. Das alles führt dazu, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter nicht mehr auf Sicht führen können. Sie sehen nicht mehr, ob ein Mitarbeiter arbeitet oder wofür er die Arbeitszeit aufwendet. Das bedeutet, dass manche Methoden beziehungsweise Skills bei Führungskräften essentieller werden.

Mitarbeiter zu entwickeln, ihnen als Vorbild zu dienen und Orientierung zu bieten, gewinnt deutlich an Relevanz. Zudem wird es immer wichtiger, die Persönlichkeiten in einem diversen heterogenen Team zu managen, die Leistung der Einzelnen anzuerkennen und die Zusammenarbeit zu fördern.

Medien beherrschen
Hinzu kommen unterschiedliche Kompetenzen, die in engem Zusammenhang mit digitalen Technologien stehen: Ein Digital Leader muss nicht nur über die diversen – digitalen – Trends informiert sein, sondern auch digitale Tools und Medien beherrschen. Außerdem rückt Entscheidungsfindung basierend auf Fakten, die unter anderem über digitale Tools erhoben werden, in den Vordergrund.
Führungskräfte, die mit Seniorität oder umfassendem Wissen ausgestattet sind, spielen in einer Zeit von Wikipedia und Start-ups, die von Personen in den Zwanzigern geführt werden, immer weniger eine Rolle. Gebraucht werden Führungskräfte, die authentisch, visionär und innovativ sind, und zusätzlich mit Komplexität und stetem Wandel umgehen können.
 
Soft Skills wichtig
Also wird die Leadership wirklich digital? Ja, es kommen digitale Aspekte zur Führung hinzu und digitale Kompetenz ist notwendig – aber vor allem rücken einige Soft Skills, die schon immer gute Führungskräfte ausgemacht haben, in den Vordergrund.

Wie wird man zum Digital Leader? Am bes­ten einfach Neues ausprobieren, keine Angst vor Fehlern haben, Feedback engmaschig einholen und die Lehren daraus ziehen; außerdem den Kollegen, Mitarbeitern und eigenen Führungskräften vorleben, was man auch von ihnen erwartet.

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