Cloud ante portas – wie Amazon, Microsoft & Co das Pferd gesattelt haben

Foto: Damianos ­Soumelidis. ist Managing Director von Nagarro Österreich. Foto: Damianos ­Soumelidis. ist Managing Director von Nagarro Österreich. Foto: Nagarro

Wer immer noch meint, dass die Wolke sich verziehen könnte, liegt falsch. Zu viele zu große Unternehmen haben dieses Pferd über Jahre gesattelt, investiert und mitentwickelt. Die eigentliche Frage ist nicht, ob, sondern wie weit wir sie voraus galoppieren lassen. Ein Kommentar von Damianos Soumelidis, Nagarro Österreich.

Man möge über die Amerikaner denken, was man möchte. Von Business und Innovation verstehen sie etwas. Hier finden die Großen zueinander, stellen Weichen, verändern mit ihren Entscheidungen die globale IT-Welt. Amazon Web Services (AWS) hat es vorgemacht und Microsoft ist dicht auf den Fersen. Bei einer AWS-Wachstumskurve von 78 % bleibt kein Manager-Auge trocken. Doch von Glück und Zufall allein kommt kein Businesswunder.

Wenn Strategen sich trauen

Wir erinnern uns an die Jahre 2006 bis 2008. Amazon zählte zwar zu den ers­ten Cloud-Anbietern, kam jedoch anfangs eher bei Start-ups zum Zug. Flexibilität und der niedrige Preis überzeugten bei jungen Visionären. Enterprise-Kunden urteilten skeptisch: »Zu wenig Features, zu klein, nicht zuverlässig genug« – schlicht keine Option für Unternehmen, die nur das Beste wollen.
Dann kamen sie. Visionäre Manager, starke Verhandler, toughe Strategen. Die CIOs von Unternehmen wie Netflix, NASDAQ, Spotify oder Kellogg‘s setzten sich mit Amazon an den Tisch, sammelten ihre Anforderungen und man entschied sich, den Weg gemeinsam zu gehen. Die einen gaben  ihr Commitment, in Weiterentwicklung zu investieren. Die anderen stellten sich als Role Model zur Verfügung. Und beide Seiten haben gewonnen.

Heute sind AWS und Microsoft attraktive All-in Anbieter für Unternehmen (All-in bedeutetet, dass Kunden völlig auf eigene Rechenzentren verzichten können). Allein 2015 launchten AWS und Azure jeweils hunderte neue Features. Und Netflix? Das Unternehmen wächst, gedeiht und äußert sich zufrieden mit seiner Entscheidung.

Die Wolke ist nicht mehr die Ausnahme

Wir selbst haben weltweit mittlerweile tausende Arbeitsplätze auf Office 365 in die Cloud umgestellt. EMail, ERP oder Disaster Recovery in die Wolke zu verlegen, ist ein Standardeingriff, den die User nicht einmal mitbekommen.

Es gibt sie, die heimischen Entscheider, die sich mit einem Kompletttransfer ihrer IT – zumindest in der Zukunftsplanung – auseinandersetzen. Aber es sind zu wenige. Im Vergleich zu UK, Nordics, Benelux, sogar Italien und Spanien, ganz zu schweigen von den Strebern USA, Australien und Kanada sind wir in Mitteleuropa und CEE bestenfalls Nachzügler. Die Hürden sind fast immer dieselben. Wir versuchen sie mittlerweile in kostenlosen Workshops auszuräumen und reihenweise Praxisbeispiele vorzulegen. In der Hoffnung und im guten Glauben, dass wir auch hierzulande jene Entscheider erreichen werden, die den Transformationsprozess mit »So what?« ignorieren – oder glauben, ihn aussitzen zu können.

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