Innovationsmaschine Open Source

Gerald Pfeifer, SUSE: "Linux ist heute ebenso gut für große Maschinen geeignet wie für kleine. Auch das schnelle Hochfahren von Storage-Arrays mit tausenden Platten ist keine Herausforderung mehr." Gerald Pfeifer, SUSE: "Linux ist heute ebenso gut für große Maschinen geeignet wie für kleine. Auch das schnelle Hochfahren von Storage-Arrays mit tausenden Platten ist keine Herausforderung mehr." Foto: SUSE

Linux auf dem Weg in alle Größen – von IoT bis Highend-Storage: SUSE als Sinnbild für eine IT-Welt im Wandel.

Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle: Nicht nur die Unternehmenskunden der IT-Branche befinden sich in einem Wandel, es sind auch die IT-Hersteller selbst. SUSE hat sich vom reinen Linux-Hersteller mit Lösungen für Desktops, Server und Mainframe zu einem breit aufgestellten Infrastruktur-Software-Unternehmen transformiert. Heute können Unternehmen mit den Lösungen des europäischen Herstellers ihre IT-Infrastruktur fern etwa der Microsoft- oder Solaris-Welten verwalten. »Von den Menschen, die Linux verstehen – für die Menschen, die Linux verwenden«, beschreibt Gerald Pfeifer, CTO ­SUSE in der Region EMEA, das Motto, mit dem SUSE-Manager-Tool auch Red Hat und neuerdings Ubuntu zu verwalten. Pfeifer schwört auf diesen »klaren Fokus«, der im Bereich IT-Infrastruktur sukzessive auch mit softwaredefined Storage – insbesondere mit dem Softwareprojekt Ceph  – ausgebaut worden ist.
Warum nun unbedingt Open Source? Die gegenseitige Entwickler- und Innovationskraft in der Community würde einfach die Coding-Kraft eines Einzelunternehmens um Längen schlagen. Es ist das klassische Argument für diesen offenen Ansatz, Kunden und Partnern Einblick in den Quellcode und auch die Möglichkeit für Veränderungen zu geben. Doch sieht auch Pfeifer sich nicht in ideologischer Konkurrenz zu den großen Herstellern proprietärer Software. »Früher war Open Source rein in einem Verdrängungswettbewerb, um existierende Lösung zu ersetzen.« Auch bei Storage-Arrays: Bei dem Bedarf, verschiedene Storage-Technologien – File, Block und Object – in einem System zu nutzen, kommen aus Kostengründen eben Open-Source-Mitbewerber ins Spiel. »Wir bieten hier eine Flexibilität, die vielleicht nicht jeder Hersteller schafft«, unterstreicht Pfeifer.

Ära nach der Verdrängung
Mittlerweile ist der Bedarf nach leis­tungsfähigen Systemen mit neuen Funktionalitäten aber so groß, dass Open-Source-Produkte ergänzend eingesetzt werden und überhaupt auch neue Geschäftsfelder prägen. Eine Erfolgsgeschichte der weltweiten Open-Source-Community ist Ceph, das einen über beliebig viele Server redundant verteilbaren Objekt-, Block- und Dateispeicher liefert. Open Source ist zu einer »Innovationsmaschine« geworden – dank einer großen Entwicklerszene, an der auch die großen Player wie Microsoft positiv mitwirken. Die Softwarehersteller kooperieren auf einem gemeinsamen Marktplatz und können sich dann wieder in ihrem Kundenzugang voneinander abgrenzen.

SUSE beispielsweise betont seinen SAP-Schwerpunkt. Dieser geht so weit, dass sich abzeichnende Trends in der Business-Software des großen Partners auch im Linux-Kernel abgebildet werden – oder zumindest in Betriebssystem und Komponenten integriert werden.

Trotz der zunehmenden Komplexität würden Systeme heute Konflikte zunehmend selbst lösen. Ein typisches Thema sind Speicherbelegungen: Je nach Leis­tungsbedarf läuft bei SUSE derselbe Linux-Kernel, der für SAP-HANA-Maschinen mit 16 TB Hauptspeicher und mehr eingesetzt wird, auch auf einem Raspberry Pi. »Wir bauen denselben Linux-Enterprise-Server für SAP HANA wie für die ARM- und Intel-Architektur. Wenn wir etwas für kleine Systeme optimieren, hat das oft auch einen Vorteil für die großen. Weniger Speicher zu brauchen ist auf allen Ebenen gefragt.«


Flexible, skalierbare Storage
SUSE hat die Version 6 seiner Enterprise-Storage-Lösung für den Marktstart im Juni angekündigt. Sie unterstützt Containerisierung und Cloud-Workloads, weiters legten die Entwickler besonderen Wert auf verbesserten Datenschutz. Nicht zuletzt senkt die Lösung die Total Costs of Ownership, heißt es beim Hersteller. Erklärtes Ziel ist es, die Speicherinfrastruktur von Unternehmen mit einer »wirklich offenen und einheitlichen, intelligenten, Software-definierten Speicherlösung zu transformieren«. »SUSE Enterprise Storage 6« lässt Standard-Hardware weiternutzen und soll auch die linuxbasierte Ceph-Technologie für flexible, objektbasierte Storage vorantreiben. Eines der Resultate daraus ist eine wesentlich bessere Skalierungsmöglichkeit: Mit Public-Cloud-Kapazitäten als Teil des Speicher-Ökosystems können Unternehmen ihre IT-Infrastruktur einfacher an den aktuellen Bedarf anpassen.

Info: www.suse.com/storage

Last modified onMontag, 27 Mai 2019 12:41
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