IoT gegen Spätfrostschäden

Christoph Nastl, Betriebsleiter im Weingut Bründlmayer, setzt auf IoT über die Vernetzung mit LoRaWAN. Christoph Nastl, Betriebsleiter im Weingut Bründlmayer, setzt auf IoT über die Vernetzung mit LoRaWAN. Foto: Bründlmayer

Hochtechnologie für Österreichs Winzer: Mit LoRaWAN betriebene Wetterstationen warnen rechtzeitig vor Spätfrost und Hitzewellen. Ein Demo-Betrieb auf den Weingütern Bründlmayer in Langenlois und Müller sowie dem Versuchsgut Agneshof der HBLA Wein- und Obstbau läuft mit der Funktechnologie des IoT-Spezialisten SENS.

Im Weinbau, wo man mit Öfen und Kerzen gegen den Spätfrost vorgeht, ist auf die teils über 20 Jahre alten Frühwarnsysteme nicht immer Verlass. Nun wappnet man sich mit Hochtechnologie gegen die gefürchtete Kälte: Die LoRaWAN-Funktechnologie von Sensor Network Services (SENS) bildet die Grundlage für neue, genauere Berechnungs- und Prognosemodelle. Durch die effiziente Datenübertragung-, die geringen Sensorkosten und die lange Batterielaufzeit der Messgeräte wird es möglich, ein Vielfaches der bisher verwendeten Sensoren ins Feld zu bringen und Frost- sowie Hitzewarnungen per SMS oder Email auszulösen.

Ein Demo-Betrieb zur Frostwarnung läuft aktuell im Kamptal und der Wachau auf den Weingütern Bründlmayer und Müller sowie dem Klosterneuburger Versuchsgut Agneshof der HBLA Wein- und Obstbau. „Die präzisen Temperaturvorhersagen mittels IoT-Technologie werden uns angesichts der immer extremeren Wetterbedingungen sehr weiterhelfen“, sagt Christoph Nastl, Betriebsleitung Bereich Weingarten bei Bründlmayer. „Das betrifft sowohl das bessere Abfangen von Frostschäden als auch den Pflanzenschutz, der ebenfalls temperaturabhängig ist.“

2016: Frostschäden in Höhe von 200 Mio. Euro
Auch wenn die Außentemperatur im Frühling nach oben klettert, ist die österreichische Landwirtschaft nicht vor Frostschäden gefeit. Mitte Mai drohen noch die sogenannten Eisheiligen mit Temperaturen unter dem Nullpunkt. Im Jahr 2017 entstand im österreichischen Wein- und Obstbau ein Spätfrostschaden in der Höhe von 70 Mio. Euro, 2016 machte der Verlust laut der Österreichischen Hagelversicherung sogar 200 Mio. Euro aus.
Das von Kapsch BusinessCom, Microtronics und ORScomm gegründete Joint-Venture SENS bietet eine End-to-End Lösung zur Kleinzellenmessung von Lufttemperatur und Feuchtigkeit im Bereich Frostvorhersage an. Alle zehn Minuten wird der durchschnittlich Messwert dieser Periode, der Temperatur und Feuchtigkeit, sowie der höchste und niedrigste Wert gesendet. Der Demo-Betrieb bei den niederösterreichischen Winzern ist eine Vorstufe des Forschungsprojekts FrostStrat von Sensor Network Services, Tieto Austria, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg, Forschungsgesellschaft Joanneum Research, Versuchsstation für Land- und Forstwirtschaft Haidegg des Landes Steiermark, BOKU, Landwirtschaftskammern Österreich, Niederösterreich, Burgenland und Steiermark sowie mehreren Obst- und Weinbaubetrieben.

„In der Landwirtschaft können IoT-Lösungen über LoRaWAN helfen, präzise, kleinregionale Klimaprognosen zu liefern“, erklärt SENS-Geschäftsführer Andreas Novi. „Überregional unterstützen LoRaWAN-Sensoren dabei, die Prognosemodelle erheblich zu verfeinern. Den Einsatzmöglichkeiten der LoRaWAN-Lösungen von SENS sind kaum Grenzen gesetzt. Unsere Lösungen und Services ermöglichen eine rasche Digitalisierung von Produkten und Prozessen und stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen in den unterschiedlichsten Märkten.“

Last modified onDonnerstag, 16 Mai 2019 21:18
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