Ohne Cloud keine Digitalisierung

Bild: iStock Bild: iStock

Ansichten und Interviews zum Themenspektrum Cloud, Sicherheit und Daten mit IT-Profis von Anexia, Bechtle, Consol, Timewarp und T-Systems.

Ohne Nutzung von Cloud-Services ist die digitale Transformation ein Ding der Unmöglichkeit. Doch hat bei der Auswahl des Cloud-Angebots das auslagernde Unternehmen die Qual der Wahl. Demnach ist für den Erfolg der digitalen Transformation auch die richtige Cloud-Strategie entscheidend, betont Lukas Höfer, Senior IT-Consultant bei dem IT-Dienstleister Consol: »Digitalisierung bedeutet auf jeden Fall mehr Einsatz von IT – sie erfordert die Verwendung einer Vielzahl von Applikationen und Services, die eine hohe Agilität, Flexibilität und Skalierbarkeit aufweisen müssen. Allein schon unter Kostengesichtspunkten ist dies für kein Unternehmen völlig eigenständig zu meistern.« An diesem Punkt komme die Cloud ins Spiel, die die benötigten Tools und Informationen bereitstellt, etwa im Bereich Big Data.

Digitalisierung und Cloud-Strategie gehen Hand in Hand und es stellt sich die Frage, welches Cloud-Modell die unternehmensspezifischen Anforderungen am besten abdeckt: eine Private-, Public-, Hybrid- oder gar eine Multi-Cloud. Im Trend liegen derzeit Multi-Cloud-Ansätze, bei denen die benötigten Anwendungen eines Unternehmens bei verschiedenen Cloud-Anbietern laufen. Allerdings wird der Begriff Multi-Cloud oft sehr weit ausgelegt. Ob es jetzt bereits Multi-Cloud ist, wenn ein Unternehmen Office aus der Microsoft Cloud bezieht und gleichzeitig eine virtuelle Maschine auf Amazon Web Services betreibt, ist zumindest diskutabel. »Auf jeden Fall beginnt aber Multi-Cloud an dem Punkt, an dem eine tatsächliche Integration zwischen verschiedenen Services stattfindet – etwa wenn zwischen den Diensten eine gemeinsame Authentifizierung eingesetzt wird oder Services nahtlos im Hintergrund miteinander kommunizieren«, erklärt Höfer.



Bild: Lukas Höfer, Consol: »Digitalisierung bedeutet auf jeden Fall mehr Einsatz von IT.«

Robert Absenger, Geschäftsführer Bechtle IT-Systemhaus Österreich: »Als Multi-Cloud-Service-Provider ermöglichen wir unseren Kunden die parallele Nutzung von Cloud-Diensten und -Plattformen verschiedener Anbieter direkt über Bechtle Clouds.« Das Bechtle IT-Systemhaus Österreich begleitet seine Kunden auf dem Weg ins Cloudzeitalter mit top-ausgebildeten Cloud-Solution-Architekten, die gemeinsam mit den Anwendern die optimale Cloud-Strategie erarbeiten und umsetzen. »Das geht von einfachen CSP-Lösungen für Microsoft-Lizenzierungen bis hin zu komplexen Hybrid-Ansätzen in den unterschiedlichsten Ausprägungen«, führt Absenger aus.



Bild: Robert Absenger, Bechtle: »Wir ermöglichen unseren Kunden die parallele Nutzung von Cloud-Diensten und -Plattformen.«

Weiteres Interview zum Thema mit Melanie Schüle, Bechtle Clouds: "Wachsende Heterogenität der IT-Landschaft"


Für Michael Pambalk-Rieger, CEO des Cloud-Service-Providers Timewarp, sind vor allem »Container as a Service« derzeit ein starker Trend. »Durch die Container lassen sich viele Nachteile der Public-Cloud lösen: Das Angebot der Public-Clouds ist sehr vielfältig und auf den ersten Blick günstig. Beginnt man eine Software zu programmieren, kann man schnell und einfach vorhandene Services nutzen, etwa im Datenbankbereich.« Er warnt vor Problemen, die sich mit der Zeit ergeben können. Denn oft wird nach dem Pay-per-Use-Modell verrechnet, was bei einem steigenden Ressourcenverbrauch schnell zu hohen Kosten führen kann. Ein »Wegmigrieren« sei oft aber schwierig – Stichwort: Vendor-Lock-in. Eine Abhilfe kann Container-Technologie schaffen. »Container sind schnell einsatzbereit und agil. Sie lassen sich problemlos über mehrere Clouds bewegen und die Ressourcen flexibel nutzen.« Pambalk-Rieger rät jedenfalls, vor Beginn eines Projektes eine Container-Strategie gut zu planen. »Denn das Ziel ist oft eine
grenzenlose Multi-Cloud.«



Bild: Michael Pambalk-Rieger, Timewarp: »Mit Container-Technologie lassen sich viele Nachteile der Public-Cloud lösen.«

Und Cloud-Infrastruktur ohne Security-Ebene – das geht natürlich ebenfalls nicht. »In unserer Branche sind Sicherheit und Vertrauen Schüsselargumente«, erinnert Wolfgang Kutschera, Director Operations bei Anexia, aus einer Studie, die der heimische IT-Anbieter vergangenes Jahr mit dem Marktforschungsinstitut Marketmind durchgeführt hat. Aus ihr geht hervor, dass für drei Viertel der österreichischen IT-Entscheider Ausfall- wie Datensicherheit wichtige Aspekte bei der Wahl des Cloud-Computing-Anbieters sind. »Diesem Need müssen Anbieter auf breiter Ebene begegnen«, meint Kutschera. IT-Security müsse heute auf jeden Fall als Querschnittsmaterie betrachten werden. »Das heißt, klassische Security-Abteilungen, wie man sie von früher kennt, sind in einem sehr technologiefokussierten Unternehmen nicht mehr zeitgemäß«, so der Experte. Natürlich gäbe es weiterhin zentrale Stellen, die Security-Bemühungen koordinieren – mit Security beschäftigen sich aber deutlich mehr Leute quer durch die ganze Organisation. »Jeder Systemadministrator, Netzwerkadministrator und Softwareentwickler muss heute Awareness für Sicherheitsthemen mitbringen, damit das Gesamtsystem sicher ist und wir das Vertrauen der Kunden gewinnen können.«



Bild: Wolfgang Kutschera, Anexia: »Klassische Security-Abteilungen, wie man sie von früher kennt, sind in einem technologiefokussierten Unternehmen nicht mehr zeitgemäß.«

»Let´s Power Higher Performance« lautete das Motto des diesjährigen Sommerevents von ­T-Systems. Ganz im Zeichen der Digitalisierung wurden gemeinsam mit 16 Partnern aktuelle ­Anwendungen aus den Bereichen ­Security, Health und Business präsentiert. Hier geht es zum Nachbericht mit Use Cases und einem Interview mit T-Systems-Geschäftsführer Peter Lenz (Link).


Last modified onMontag, 28 Oktober 2019 15:26
back to top