Innovatives Österreich: Wie Daten das Business verändern

Innovatives Österreich: Wie Daten das Business verändern Foto: iStock

Daten haben sie bereits, die Unternehmen — aber was damit tun? Wir zeigen erfolgreiche Beispiele für Datenanalysen und maschinelles Lernen: Assistenten für den Maschinenbetrieb, Prognosetools für die Wartung, Werkzeuge für die Optimierung von Ressourcen und Arbeitszeit — sowie Lösungen für den Sozialbereich. Wer die derzeit innovativsten Plattformbetreiber sowie die besten Technologie- und Strategiepartner für Gewerbe und Industrie in Österreich sind.

Ausschreibung für die Zahnbehandlung

Heutzutage geht für Patienten viel Zeit bei der Suche nach einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt verloren – telefonische Terminvereinbarungen können scheitern, Online-Bewertungen erscheinen unglaubwürdig oder das knappe Budget reicht nicht für die Behandlung. Auch sind kurzfristige Termin absagen und ›No-Shows‹ für Zahnärzte unerfreulich, denn sie kosten wertvolle Zeit und ziehen administrativen Mehraufwand nach sich.

Die spezialisierte Kommunikationsplattform »DentalAce« gibt PatientInnen nun erstmals die Option, ihr Maximalbudget für eine Behandlung zu nennen und online Angebote von Zahnärzten einzuholen, die für die gewünschte Behandlung im angegebenen Budgetrahmen bleiben. Die NutzerInnen gehen erstmals mit einer soliden Preisvorstellung zum Termin – einfache Online-Terminbuchung inklusive. »Wir liefern auch hundertprozentig authentische Bewertungen von verifizierten PatientInnen«, weist Emil Nedev von DentalAce auf die systemisch abgesicherte Feedback-Funktion und ihren Mehrwert für Patienten und Zahnärzte hin.

www.dentalace.at

 

Artgerechtes Business für Hund und Katz

Tobalie wurde im Jänner 2019 von Nathalie Sari und Tobias Amesberger gegründet und bietet eine unabhängige und zentrale Anlaufstelle für Haustierhalter. Für Hund und Katze und schon bald für alle anderen Tierarten finden Tierliebende jeder Art verlässliche Infos, kompetente Beratung und Produkte für ihre lieben Kleinen. Das Webportal verspricht eine detailliert zielgerichtete Beratung für den Kauf, die Fütterung, Gesundheit und das Zusammenleben mit einem Haustier und auch unterschiedlichen Rassen.

»Wir möchten den Dschungel an Fehlinformationen im Netz beenden«, sagt Tobias Amesberger. Hundepsychologin Nathalie Sari unterstreicht die Unabhängigkeit von der Plattform: »Uns war es wichtig, dass uns kein Unternehmen Dinge vorschreibt. Was zählt, ist das Wohl der Tiere, und darauf sind wir sehr stolz.« Ein umfangreiches Netzwerk von Experten und Dienstleistern ermöglicht, in jeder Lebenslage die richtigen Informationen und die passende Anlaufstelle empfehlen zu können.

www.tobalie.at

 

ERP für die Schule

Die Prinzipien der Waldorfschule, soziale Gerechtigkeit in der Bildung und Pädagogik an die individuellen Bedürfnisse der Kinder zu orientieren, bieten ungeahnte Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung. Die individuelle Gestaltung des Schulalltags, aber auch vermehrte Dokumentationspflichten stellen jedoch Riesenherausforderung an die Verwaltung.

Mit der zunächst ehrenamtlich begonnenen »Waldorfschulen-Datenbank«, kurz »WSDB«, hat Nikolaus Dürk, Eigentümer von X-Net Services in Linz und selbst Vater dreier Kinder, die Abwicklung wiederkehrender Aufgaben in der Schulorganisation erleichtert. Aus dem Projekt wurde in der Zwischenzeit ein kommerziell verfügbarer Standard für Verwaltungs- und Administrationsaufwand in Schulen – mit Modulen wie Datenerfassung, Beitragsberechnung, Zeugnisverwaltung, Stundenplan, Klassenbüchern, Vertretungsplänen und Raumbelegung in einem einheitlichen System. Gleichzeitig erfüllt die WSDB höchste Sicherheitsstandards.

»Unser Team entwickelt nun schon seit 2008 die Open-Source-Schuldatenbank WSDB.EU. Über 14 Schulen in Deutschland, Österreich und Schweiz haben dieses Schul-ERP-System im Einsatz, das alle Bereiche in der Schuladministration und Kommunikation abdeckt«, berichtet Dürk stolz.

www.wsdb.eu

 

Preisverleihungen einfach gemacht

Auch diese spezialisierte Software gibt es: »alpha awards« ist die derzeit wohl beste und bekannteste Award-Management-Software im deutschsprachigen Raum. Das webbasierte Einreich- und Bewertungstool unterstützt VeranstalterInnen von Wettbewerben beim administrativen Aufwand. Versprochen wird, die Abwicklung der Einreichungen und Jurierung um bis zu 70 % zu minimieren. Wie das geht? alpha awards liefert ein userfreundliches und transparentes Datenübermittlungssystem und verbessert damit die Effizienz bei der Umsetzung von Awards – speziell bei einer größeren Zahl an Einreichungen.

Doch kommt es auf die Größe eigentlich nicht an: Das Unternehmen 79 Blue Elephants mit Sitz in Wien konnte in den letzten Jahren mehr als 500 nationale und internationale Wettbewerbe unterschiedlichster Ausrichtung und Größe erfolgreich abwickeln. Zusätzlich zur Award-Management-Software gibt das Team um CEO Stefan Böck sein Wissen auch weiter und bietet eine fundierte Beratung für die Optimierung von Preisverleihungen und Konzeptionierung neuer Wettbewerbe an.

www.alpha-awards.com

 

Engagement für Schutz und Vertrauen

Der »Europäische Signatur Dialog« wurde unter der Federführung von ­A-Trust, einem Anbieter von sicheren Zertifikaten für Prozesse im E-Government und E-Business, gegründet. Seit 2017 wirft der Thinktank ein kritisches Auge auf die Entwicklungen in Datenschutzfragen und hat sich dazu zu einem der wichtigsten Ansprechpartner der EU-Kommission etabliert.

Zentrales Thema der offenen Diskussion ist die Sicherheit von Bürger-, Unternehmens- und Regierungsservices. So beschäftigt sich die junge europäische Vereinigung auch mit Konsumentenschutz und Transparenz im digitalen Binnenmarkt. Ziel ist es, User dabei zu stärken, sich sicher durchs Netz zu bewegen und sich dabei auf benutzerfreundliche und verifizierte Vertrauensdienste zu stützen. »Gemeinsam wollen wir Europa zu einem leistungsfähigen Akteur im Bereich ›Authentication‹ machen«, sagt Michael Butz, Chairman des Europäischen Signatur Dialogs.

www.european-signature-dialog.eu

 

Anomalien Aufgezeigt

Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, Maschinen-, Prozess- und Logistikdaten für den laufenden Betrieb zu analysieren sowie zukünftige Ereignisse möglichst genau zu prognostizieren. Mit der virtuellen Produktionsassistentin Anna, entwickelt von ForscherInnen von RISC Software in Hagenberg gemeinsam mit den oberösterreichischen Maschinenbaubetrieben Engel Austria und Fill, können nützliches Wissen und Handlungsempfehlungen aus Datenströmen abgeleitet werden.

Mittels Data und Visual Analytics lassen sich Ursache-Wirkung-Zusammenhänge aufgrund von Anoma­lien und Muster über den Maschinenzustand erkennen. »Egal ob Anforderungen aus dem Bereich Qualitätssicherung oder Predictive Maintenance – die von Anna aufgezeigten Muster und Anomalien liefern die Basis für die Umsetzung dieser Themen«, sagt Robert Keber, RISC Software. Es sei gelungen, ein Framework zu entwickeln, »mit dem sich Aufgabenstellungen unserer Kunden im Bereich der Produktion effizient umsetzen lassen«, so Keber.

risc-software.at/loesungen/anna

 

Cockpit für die Ausbildung

Ein sogenanntes Rasterzeugnis ist der formale Nachweis über die Ausbildung zur AllgemeinmedizinerIn oder FachärztIn. Der Wiener IT-Personaldienstleister und Softwareentwickler Infrasoft hat in enger Zusammenarbeit mit Professor Oliver Kimberger von der Medizinischen Universität Wien eine Lösung entwickelt, mit der aktuelle Informationen zum Ausbildungsfortschritt abgefragt und bearbeitet werden können. Mit der Software sind ein rascher Überblick und eine lückenlose elektronische Dokumentation sichergestellt. Mit dem »Ausbildungscockpit«, so der sportliche Name des Programms, werden Ausbildungsverantwortliche und Turnusärzte optimal unterstützt.

»Dank der Experten von InfraSoft war die Entwicklung und Implementierung der Softwarelösung für unsere Abteilung seit 2016 eine Erfolgsgeschichte – das Ausbildungscockpit ermöglicht uns, administrative Aufwände deutlich zu vereinfachen und begeistert sowohl Assistenzärzte als auch die in der Ausbildung tätigen Ärzte durch Effizienz und Benutzerfreundlichkeit«, unterstreicht Kimberger.

www.infrasoft.at

 

Keine Angst vor Mathematik

Ernsthaft: Sollten sich Ihre Sprösslinge derzeit durch den Mathematik-Stoff quälen, haben wir die richtige Plattform für Sie. »Mathago ist der Ort, an dem die Angst vor Mathematik zerstört wird«, verspricht Deniz Arun, Gründer der Plattform. Mathago.at bietet über 7.000 Videos zu allen Beispielen der Mathematik-Matura sowie den Kompensationsprüfungen – inklusive Videos zum Aufgabenpool des Bundesministeriums. Technische Unterstützung gibt es für GeoGebra und Taschenrechner.

Inkludiert sind der Support über WhatsApp und mehr als 350 YouTube-Videos. Die beeindruckenden Statistiken allein in den Wochen vor der Mathematik Matura 2019: mehrere tausend tägliche Seitenaufrufe und mehr als 100.000 Videoaufrufe. Besonders beliebt bei den SchülerInnen ist der Instagram-Account der Plattform. NutzerInnen berichteten, dass sie – obwohl sie sich vor dem Lernen drücken wollten – durch die Storys erst recht zum Üben motiviert wurden – »mobil, spielerisch und nebenbei«, berichtet Arun. »Mathematik kann so schön und so einfach sein. Das versuche ich in den Videos zu vermitteln.«

www.mathago.at

 

Virtuelle, reale Sicherheit

Der Technologiekonzern Siemens hat gemeinsam mit CodeFlügel aus Graz, einem der derzeit führenden Anbieter von Augmented-Reality-Systemen, eine Anwendung für realitätsnahe Schulungen und die Minimierung von Maschinenstillständen umgesetzt. So kann die Effizienz in der Produktion hochgehalten und die Ausbildung realitätsnah durchgeführt werden.

Das Projekt beinhaltet drei verschiedene Maschinen, die sich die HoloLens-Träger in einer virtuellen Welt anschauen können. Sobald der Betrachter den ersten Sicherheitsbereich der Maschine betritt, verringert er automatisch den Arbeitsradius. Die Maschine wird nicht vollständig angehalten, bis die Person in die zweite Sicherheitszone eintritt. Die GPS-Daten der Person werden von der 3D-Kamera erfasst und die Software erkennt, ob sich die Person vor einem Hologramm befindet.

Ist dies der Fall, wird das Hologramm an dieser Stelle ausgeblendet und eine realistischere Darstellung der Umgebung wird gewährleistet. Robert Jentzsch hat bei dem Projekt gemeinsam mit seinem Team von Jentzsch Medien den Konzeptionierungspart übernommen. Durch die langfristige Zusammenarbeit mit Siemens haben sie einen wesentlichen Teil zum Erfolg des Projektes beigetragen.

 

Datenbrille für Wartungsarbeiten

Augmented und Mixed Reality kennt man bisher eher von Gaming-Apps. Die Wiener Linien arbeiten daran, die Technologie in Zukunft auch für Wartungsarbeiten einzusetzen. Nun ist auf Basis der »Microsoft HoloLens«-Brille der erste auf quelloffener Software aufbauende Prototyp fertig, der nun für hausinterne Schulungen eingesetzt werden soll. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde die Montage eines Erdungskontaktes am Drehgestell der U6 realisiert.

Der Monteur setzt sich eine AR-Brille auf, diese trackt das Objekt, im Hintergrund zeigt eine App eine Schritt-für-Schritt-Anleitung inklusive aller für den Montagevorgang notwendigen Informationen an. Die App ist auch auf einem Smartphone ausführbar. Als Mehrwert dieses Projektes erwarten die Wiener Linien, Erfahrungen hinsichtlich des Einsatzes neuer Technologien zu generieren, um für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein. »Mixed Reality birgt für uns wahnsinnig viele unterschiedliche Anwendungsgebiete – und Jugendliche wachsen mit diesen Technologien auf«, will Günter Steinbauer, Geschäftsführer Wiener Linien, auch künftige Talente damit ansprechen.

www.wienerlinien.at

 

Grundlage für Tests und Simulationen

Im Auftrag der saudi-arabischen King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) hat das VRVis Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung in Wien eine Software entwickelt, die aus Open-Source-Geodaten 3D-Szenen generieren kann. Ziel des Projekts war es, Wege zu finden, kostengünstig oder sogar kostenlos Content für Fahrsimulatoren zu erzeugen. Das Besondere am in Python geschriebenen Prototypen des »KAUST Scene Generators« ist, dass damit erstmals Daten der freien Geoinformatik-Plattform OpenStreetMap so aufbereitet werden, dass eine flächendeckende 3D-Generierung möglich wird.

Weiters können Daten aus Höhenkarten sowie Satelliten- oder Luftbildern in die Berechnung integriert werden, was ein noch realistischeres 3D-Modell ermöglicht. Innovativ ist auch die Erstellung von Straßen und Kreuzungen: OpenStreetMap nutzt eine Graphendarstellung, in welcher Straßen lediglich als mit Attributen versehene Folgen von Punkten dargestellt werden. Die VRVis-Lösung errechnet daraus automatisch Kurvenrundungen und geometrisch sinnvolle Kreuzungslösungen.n

www.vrvis.at/research/projects/kaust

 

Emotionale Zeitreise

Die Lebenserwartung steigt und immer mehr Menschen im höheren Alter erkranken an Demenz. Auch dementiell und mobil beeinträchtigte Menschen haben in dieser schwierigen Lebensphase das Bedürfnis, Glücksmomente und Freude zu erleben. So entstand bei dem Team der Wiener Pensionisten-Wohnhäuser die Idee, eine Virtual-Reality-Brille für die BewohnerInnen einzusetzen. Die VR-Brille ermöglicht durch spezielle, biografiebezogene virtuelle Realitäten den BewohnerInnen Teilhabe an ihrem sozialen Umfeld.

Die so unmittelbar erlebte Partizipation gibt Sicherheit und schafft Vertrauen. Mit Hilfe der VR-Brille ist es möglich, gezielt und lustvoll auf die individuellen Bedürfnisse der BewohnerInnen einzugehen. Ziel des Projektes ist es, bei den AnwenderInnen positive Emotionen zu wecken, deren Lebensqualität zu erhöhen und ihren Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

www.kwp.at

 

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