Brückeninspektion mit KI

Foto: Die Falkensteinbrücke erhielt einen erfolgreichen Sicherheitscheck. Dafür wurde ein völlig neues Lösungsmodell des Joint-Ventures StrucInspect von Palfinger, VCE und Angst Group eingesetzt. Foto: Die Falkensteinbrücke erhielt einen erfolgreichen Sicherheitscheck. Dafür wurde ein völlig neues Lösungsmodell des Joint-Ventures StrucInspect von Palfinger, VCE und Angst Group eingesetzt. Foto: Hans Peter Kurz

Im Februar 2019 gründeten Palfinger, VCE und Angst Group das Joint-Venture StrucInspect. Durch den kombinierten Einsatz von Drohnen, Sensorik, künstlicher Intelligenz und dreidimensionaler Datenverarbeitung sollen Brückeninspektionen künftig schneller und ohne Verkehrssperren erfolgen. Jetzt wurde ein erstes Pilotprojekt mit dem ICEBERG innovation leadership award des Austrian Innovation Forums ausgezeichnet.

Überprüfungen und Sicherheitschecks von Bauwerken, vor allem bei Brücken in ausgesetzten Lagen, stellen eine große Herausforderung dar. Sie sind gefährlich für die durchführenden Mitarbeiter, zeit- sowie kostenintensiv und erfordern Brückensperren. Um dies zu ändern, gründeten die Firmen Palfinger, VCE und Angst Group das Joint-Venture StrucInspect. Das ehrgeizige Ziel war nichts weniger als eine Revolution der Brückeninspektion.

Durch den kombinierten Einsatz von Drohnen, multispektraler Sensorik, künstlicher Intelligenz und dreidimensionaler Datenverarbeitung soll die Überprüfung von Bauwerken nicht nur in wesentlich kürzerer Zeit erfolgen können, auch die Sperre der Bauwerke für den Verkehr soll künftig nicht mehr erforderlich sein. In einem ersten Pilotprojekt wurde die Kärntner Falkensteinbrücke, eine zweigleisige Eisenbahnbrücke mit zwei Bögen, innerhalb von drei Tagen mit präzisen Bildern erfasst und daraus anschließend ein digitaler Zwilling modelliert.

»Brückenarchitektur, Gebirgslandschaft und Wälder machten die Befliegung der Brücke für unsere Drohne zu einer großen Herausforderung«, so Gerald Fuxjäger, Mastermind des Projektes und Experte der Photogrammetrie in der Angst Group. Schäden wie Risse, Betonabplatzungen, freiliegende Bewehrung etc. wurden durch künstliche Intelligenz erkannt, kartiert sowie ein Prüfbericht automatisiert erstellt. »Der Computer klassifiziert, aber der Mensch beurteilt. Daher ist die abschließende Analyse und Begutachtung des Prüfberichtes von Bauingenieuren unverzichtbar«, betont Fuxjäger.

Intelligente Schadenserkennung

Mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz lassen sich menschliche Fähigkeiten ergänzen und erweitern. Das Know-how zur Sichtbarmachung und Verarbeitung von Geodaten liefert die Division »Umwelttechnik« der Angst Group.

»Mithilfe neuronaler Netze und Deep-Learning-Modellen können wir das volle Datenpotenzial nutzen. Bildklassifikation und Objekterkennung sind so präzise, dass wir Risse bis zu einem Millimeter erkennen. Damit ist eine äußerst genaue Diagnose des Brückenzustandes möglich«, erklärt Geschäftsführer Arne Ragoßnig. Für Prüfbericht und Dokumentation der Brückeninspektion steht ein eigenentwickeltes webbasiertes Tool (webGIS) zur Verfügung. Vom Austrian Innovation Forum wurde die bahnbrechende Entwicklung am 17. Oktober 2019 mit dem ICEBERG innovation leadership award ausgezeichnet.

 

Last modified onDonnerstag, 21 November 2019 08:54
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