Wann streuen, wann salzen?

Foto: Gegen Auftausalze spricht auch, dass sie die empfindlichen Pfoten von Tieren schädigen können. Foto: Gegen Auftausalze spricht auch, dass sie die empfindlichen Pfoten von Tieren schädigen können.

Begriffe wie Baumsterben, Zerstörung von Grünflächen, Schädigung von Hausfassaden und Belastungen durch Staub beherrschen die Diskussion, wenn es um die Entscheidung zwischen Salzen oder Streuen beim Winterdienst geht.

Der nächste Winter kommt bestimmt und damit auch die Frage vieler Gemeinden, wie diese die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger bei glatter Fahrbahn oder auf Gehsteigen gewährleisten können. Die richtige Auswahl von rutschhemmenden und auftauenden Streumitteln und deren Dosierung stellt nach wie vor eine Herausforderung für Straßenmeistereien und Hausbesorger dar.

Sicherheit und Umweltschutz

Die Wahl des richtigen Streumittels ist immer eine Frage der Rahmenbedingungen. Die falsche Anwendung von Splitt oder Salz ist nur geeignet, beide Produkte in Verruf zu bringen. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Winter werden auf Österreichs Straßen zur Glatteisbekämpfung abstumpfende Streumittel (Streusplitt) und auftauende Streumittel (Streusalze) eingesetzt.

Die Festlegung auf einen der beiden Streumittel-Typen ist von den vorherrschenden Temperaturen, der Geschwindigkeit und der Verkehrsbelastung abhängig. Wohl kaum ein Straßenerhalter kommt auf die Idee, auf hoch belasteten Verkehrswegen wie Autobahnen, Schnellstraßen oder anderen Hauptverkehrswegen Streusplitt auszubringen.

Gegen Auftausalze spricht jedoch, dass sie Boden, Bäume und Sträucher, die Pfoten von Tieren, aber auch Fische und andere Lebewesen in Gewässern schädigen. Außerdem lassen die Salze Brücken und Fahrzeuge korrodieren. Durch all diese Faktoren entstehen Folgekosten für Neuanpflanzungen, Reparaturen und Sanierungen.

Streusplitt im Straßennetz

Ganz anders ist die Situation auf Gehwegen und im sekundären Straßennetz, für dessen Bewirtschaftung teilweise die Gemeinden verantwortlich sind. Im ländlichen Verkehrswegenetz ist es üblich, dass der Streusplitt abgedeckt in losen Haufen straßennahe gelagert wird. Die Beladung der Streufahrzeuge erfolgt mit einfachen landwirtschaftlichen Maschinen bei so gut wie jeder Witterung. Für Streusplitt spricht auch, dass dieser bei allen Temperaturen einsetzbar ist, Oberflächen und Grundwasser nicht beeinträchtigt und zu vergleichsweise geringen Schäden an der Vegetation führt. Auf Gehwegen empfiehlt es sich abstumpfende Mittel wie Sand und Splitt zu streuen und Salz nur bei sehr niederen Temperaturen in geringen Mengen einzusetzen. Als Richtgröße sollten zehn Gramm Salz pro Quadratmeter und Streuvorgang nicht überschritten werden.

Richtig salzen

Sowohl auf Straßen als auch auf Gehwegen ist die richtige Verwendung von Salz essentiell.  So ist die richtige Dosierung und Größe der Salzkörner Voraussetzung dafür, dass mit der eingesetzten Menge an Salz auch der gewünschte Effekt erreicht wird. Bei Wind besteht die Gefahr der Verfrachtung, wodurch keine gesicherte Eisbekämpfung erfolgt, somit der gewünschte Erfolg und eine Erfüllung der Wegerhalterpflicht ausbleibt, unnötig Salz verbraucht und die Umwelt belastet wird.

Arbeitsplätze sicher

Während auftauende Streumittel viele Kilometer weit an den Ort der Verwendung transportiert werden müssen, ist Streusplitt ein regionales Produkt. Streusplitt wird in vielen Rohstoffbetrieben Österreichs vor Ort gewonnen und ist deshalb für das regionale bzw. ländliche Straßennetz von großer Bedeutung. Durch die Funktion der Streusplitt-Erzeuger als »Nahversorger« haben diese auch große wirtschaftliche Bedeutung für die Kommunen, weil auch über die Wintermonate Arbeitsplätze in der Region zur Verfügung stehen.

Last modified onMontag, 14 Oktober 2019 11:01
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