Steirische, smarte "Villages"

Christian Purrer (Energie Steiermark) mit Bürgermeister Erich Gosch (Feldkirchen bei Graz), Bürgermeister Manfred Reisenhofer (Riegersburg), Ralf Mittermayr und Hans Roth (Saubermacher) Christian Purrer (Energie Steiermark) mit Bürgermeister Erich Gosch (Feldkirchen bei Graz), Bürgermeister Manfred Reisenhofer (Riegersburg), Ralf Mittermayr und Hans Roth (Saubermacher) Foto: Erwin Scheriau

Was passiert, wenn die Straße plötzlich selbst vor Glatteis warnt? Und Lampen nur leuchten, wenn sie tatsächlich gebraucht werden? Neue Ansätze, um Kosten für Gemeinde-Aufgaben zu reduzieren, zeigen derzeit die Energie Steiermark und Saubermacher in Riegersburg und Feldkirchen.

Die beiden steirischen Unternehmen haben im Juli mit den Gemeinden Feldkirchen bei Graz und Riegersburg das Projekt „Smart Village“ präsentiert. Das Vorhaben beschäftigt sich mit neuen Services im Bereich Abfallentsorgung sowie umfassenden digitalen Anwendungen für die Gemeinde. Intelligente Mülltonnen, moderne Wertstoffscanner, smarte Straßenlaternen oder schlaue Winterdienste spielen dabei die Hauptrollen. Durch die direkte Kommunikation mit den BürgerInnen über die Service-App "Daheim" ist das Konzept in Österreich einzigartig, heißt es.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, Gemeinden mit intelligenten Sensoren auszustatten, welche völlig neue Dienstleistungen für die BürgerInnen ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir helfen, die Kosten für die täglichen Einsätze vor Ort drastisch zu senken. Gemeinsam mit den innovativen Teams in den Gemeinden untersuchen wir jetzt im Praxistest, wie die Digitalisierung bei Alltagsaufgaben von der Straßenpflege bis zur Beleuchtung Nutzen stiften kann“, sagt Christian Purrer, Sprecher des Vorstandes Energie Steiermark. „Die branchenübergreifende Zusammenarbeit ist dabei überaus wichtig, gleichzeitig greifen wir die Anregungen der MitarbeiterInnen vor Ort auf und bauen sie in die Weiterentwicklung ein“.

Die Pilotphase startete in einem Testgebiet in Feldkirchen vor rund zwei Wochen und wird zwölf Monate dauern. Riegersburg folgt Mitte Juli. Im ersten Schritt kommen in Mülltonnen verbaute Hightech-Sensoren zum Einsatz, die zum Beispiel aufgrund des Befüllungsgrades der Tonne automatisch die Abholung veranlassen und so für bedarfsgerechte Abholintervalle sorgen. Ab August regeln Spezialsensoren Beleuchtungsgrad und -dauer von Straßenlaternen und reduzieren somit Stromkosten und Lichtverschmutzung. Ebenfalls im August folgen mit Wertstoffscanner ausgestattete Müllfahrzeuge, die die qualitative Abfallzusammensetzung erkennen und damit auch das richtige Mülltrennen unterstützen. Auch Fahrzeuge des Straßendienstes werden mit Sensoren ausgestattet. Damit werden Arbeitszeiten und Routen automatisiert erfasst und das Fahrtenbuch elektronisch erstellt. Im Oktober wird dieses Service durch Asphalttemperatursensoren ergänzt, die genaue Rückschlüsse auf die Fahrbahnverhältnisse liefern. Punktgenau kann dadurch mit der passenden Menge an Streusalz oder Streumaterial reagiert werden.

Smarte Bewusstseinsbildung
Mit den neuen Services soll auch die richtige Mülltrennung und das Sparen von Energie gefördert werden. Noch immer landen allein in der Restmülltonne rund 35 Prozent Wertstoffe sowie zirka 35 Prozent Biomüll. Durch zielgerichtete Information und Transparenz gepaart mit spielerischen Elementen soll die Motivation für eine bessere Trennmoral gesteigert werden. „Über die Daheim App wollen wir gamifizierte Anwendungen testen und beispielsweise fachgerechtes Mülltrennen belohnen. Wir erhoffen uns dadurch eine deutliche Senkung der Fehlwürfe“, erläutert Ralf Mittermayr, Sprecher des Vorstandes Saubermacher AG, den Vorteil der direkten Kommunikationsmöglichkeit zwischen Gemeinde und BürgerInnen.

Projektpartner sind der Steirische Abfallwirtschaftsverband sowie die Energie Graz. Mit T-Matix, Denovo, Sloc und T-Mobile sind vier weitere Unternehmen mit an Bord.

Last modified onDienstag, 10 Juli 2018 19:23
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