Bessere Lebensqualität

Foto: "WLAN und ein optimiertes Verkehrskonzept reichen nicht.", meint Bernd Bugelnig (Capgemini Österreich) Foto: "WLAN und ein optimiertes Verkehrskonzept reichen nicht.", meint Bernd Bugelnig (Capgemini Österreich) Foto: Capgemini/Noisternig

Die »Smart Cities« Dubai, Hongkong und Palava zeigen, dass es eine Konvergenz von Alltag und Technologie gibt, die deutliche Vorteile für die Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner bringt.

Ein Gastkommentar von Bernd Bugelnig, Vorstandsvorsitzender von Capgemini Österreich

Den Begriff »Smart City« gibt es schon seit einiger Zeit. Der Inhalt hat sich allerdings in den letzten Jahren aufgrund der rasanten technologischen Fortschritte – insbesondere in den Bereichen künstliche Intelligenz und Robotics – deutlich erweitert. Eine Smart City ist heute nicht mehr nur durch öffentliches WLAN und optimiertes Verkehrskonzept gekennzeichnet, sondern hat sich zu einem Bereich entwickelt, der darauf abzielt, insgesamt die Lebensqualität seiner Einwohner zu steigern. Im Folgenden möchte ich an drei Beispielen die Kerncharakteristiken von Smart Cities beleuchten, die völlig neue Geschäftsmodelle entwickelt haben.

Smartes, glückliches Dubai

Dubai entwickelt sich zum globalen Vorreiter im Bereich von Smart-City-Initiativen. Die Stadt wurde als Pilot-Stadt von den Vereinten Nationen (UNO) und der Internationalen Telekommunikationsvereinigung (ITU) ausgewählt. »Glücklichsein« ist ein zentraler Bestandteil der Strategie.

- Das Smart Dubai’s Artificial Intelligence Lab wurde in Partnerschaft mit IBM mit der Zielsetzung etabliert, durch Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Bürgerservice die Lebensqualität der Bürger zu steigern. Die Regierung hat sogar ein Ministerium für künstliche Intelligenz geschaffen – das weltweit bisher einzige in dieser Form.

- Die erste regierungsgetriebene Blockchain-Plattform as-a-Service stellt Prozesse und Dienstleistungen der Stadt in digitaler Form den Bürgern zur Verfügung. Ziel ist es, bis 2021 die erste voll-digitalisierte Stadtverwaltung zu schaffen.

- UAEPASS bietet eine eindeutige digitale Identität für alle Bürger und Besucher. Sie ermöglicht den Zugang zu Bürgerservices und kann als digitale Signatur verwendet werden. UAEPASS unterstützt die mobile Authentifizierung und Validierung der Identität unter Verwendung eines Smartphones.

- Die DubaiNow-App wurde von der Smart Dubai-Initiative eingeführt und bietet 7x24-Stunden Zugriff auf staatliche und private Dienstleistungen – anytime, anywhere.

Hongkong mit »smart six«

Sechs Elemente wurden als Kernpunkte der Smart-City-Strategie definiert: Mobilität, Wohnen, Umwelt, Menschen, Regierung und Wirtschaft. Diese Kernpunkte werden durch die drei Säulen Governance, Technologie und Partnerschaften getragen.

Allerdings ist beim Einsatz moderner Technologien immer die Wahrung der Privatsphäre sicherzustellen – was im Kontext der aktuellen politischen Ereignisse in Hongkong leider nicht der Fall zu sein scheint. n Im Bereich Mobilität kommen z.B. In-vehicle-Units (IVUs) zum Einsatz, die kontaktloses Bezahlen von Mautgebühren und Parkgebühren ermöglichen.

- Multifunktionale »smarte« Straßenlaternen kümmern sich um Sammlung und Weiterverarbeitung von Real-time-Informationen wie z.B. Wetterdaten, Verkehrsfluss und Luftqualität mittels IoT-Sensoren. Sie bieten darüber hinaus WLAN-Hotspots, Parkplatzinformationen und Ladestationen für E-Autos.

- Die elektronische Identität (eID) ermöglicht eine eindeutige digitale Identifikation und wird für Authentifizierung bei digitalisierten Verwaltungs- und Wirtschaftsprozessen eingesetzt.

- Smarter Tourismus wird durch die Nutzung von Technologien auf Flughäfen und Bahnhöfen unterstützt. Smart Airports setzt Biometrie für Check-in und Boarding ein und bringt mobile Check-in-Services bis in die Hotels und Restaurants, inkl. Gepäckabholservice.

Private Investitionen in Palava

Das Palava Smart City-Projekt ist eine Initiative der Lodha Group aus Mumbai und aktuell das größte derartige Vorhaben in Indien. Palava bietet eine »Work-Live-Learn-Play«-Umgebung, die auf die Verbesserung der Lebensqualität fokussiert. Palava will bis 2025 eine Wirtschaftskraft von zehn Milliarden US-Dollar erreichen. 50 % der Bevölkerung sollen dann erwerbstätig sein.

- Die »Walk-to-Work«-Initiative schafft zwei Bürogebäude für rund 100.000 qualitativ hochwertige Arbeitsplätze, zu denen die Mitarbeiter entweder per Fahrrad oder zu Fuß gelangen können.

- Palava verfügt über ein privat geführtes »Smart Transport System« mit Anschluss an alle Nah- und Fernverbindungen.

- Palava bietet seinen Bewohnern für die Interaktion mit der Stadtverwaltung ein sogenanntes »Smart Governance«-Modell an. Bürger können ein »Ticket« mittels einer mobilen App anlegen und dessen Bearbeitung bzw. Lösung mitverfolgen.

- Die Stadt plant mit dem Programm »Cashless Cardless Palava«den Roll-out von Smart Cards für bargeldloses Bezahlen, Zutrittskontrolle und Verkehrsservices.

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