Wohnen in Wien

In der Nahversorgung schlägt die Seestadt mit der ersten "gemanagten Einkaufsstraße" Österreichs einen neuen Weg ein. In der Nahversorgung schlägt die Seestadt mit der ersten "gemanagten Einkaufsstraße" Österreichs einen neuen Weg ein.

Wien wächst. Mit der Wohnbauförderung und alternativen Finanzierungsmodellen sorgt die Stadt für den dringend nötigen Wohnraum und liefert wichtige Impulse für Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

Seit dem Jahr 2000 ist Wien um mehr als 250.000 Einwohner gewachen, alleine im letzten Jahr sind weitere 33.000 Personen neu hinzugezogen. Anfang 2013 hat Wien Hamburg überholt und ist zur zweitgrößten deutschsprachigen Stadt hinter Berlin aufgestiegen. Schon 2030 könnte die 2-Millionen-Marke geknackt werden. So viele Einwohner hatte Wien zuletzt vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Der notwendige Wohnraum wird neben dem frei finanzierten Wohnbau vor allem durch Investitionen der Stadt geschaffen. Alleine im Jahr 2014 wurden über die Wiener Wohnbauförderung 7.273 Wohneinheiten fertiggestellt und Zusicherungen für weitere 7.990 Wohneinheiten erteilt. »Damit wird klar dem ermittelten Bedarf der wachsenden Bevölkerung entsprochen «, betont Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (siehe auch Interview nächste Seite). Außerdem liefern die Investitionen der Wohnbauförderung die in Zeiten wie diesen so wichtigen Wachstumsimpulse für die Wiener Wirtschaft und sichern tausende Arbeitsplätze. Wie aus den Daten der Wohnbauforschung der MA 50 (Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten) hervorgeht, wurde durch die im Jahr 2014 in den Neubau investierten 303 Millionen Euro ein Gesamtbauvolumen von 1,06 Milliarden Euro ausgelöst. Es wurden 20.000 Arbeitsplätze gesichert und eine Wertschöpfung von 1,5 Milliarden Euro erzielt. Dabei ist die inländische Wertschöpfung mit 85 Prozent besonders hoch. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert der österreichischen Volkswirtschaft liegt bei 46,5 Prozent. Bemerkenswert ist zudem auch das Verhältnis zwischen der Förderung und den fiskalischen Effekten. »Die Förderung kommt 1,7-fach in Form von Steuern und Sozialabgaben an die öffentliche Hand zurück«, berichtet Ludwig. Somit fließt mehr Geld in die Kassen der öffentlichen Hand, als für Wohnbauförderung ausgegeben wird.

Wiener Wohnbauinitiative

Geht es um die Förderung des Wohnungsneubaus, zeigt sich die Stadt Wien mitunter auch von ihrer kreativen Seite. 2011 wurde etwa die sogenannte Wohnbauinitiative ins Leben gerufen. Dabei werden Neubauprojekte durch die Bereitstellung von städtischen Grundstücken sowie durch zusätzliche Finanzmittel der Stadt in Form günstiger Darlehen ermöglicht und in Kooperation mit privaten Bauträgern und Finanzdienstleistern realisiert. Dieses Modell, das als wichtige Ergänzung zum geförderten Wohnbau entwickelt wurde, gilt mittlerweile als nationales und internationales Vorzeigebeispiel. »2014 konnten wir über die Wiener Wohnbauinitiative bereits sechs Projekte mit 655 Wohneinheiten fertigstellen und an die neuen Bewohnerinnen und Bewohner übergeben «, berichtet der Wiener Wohnbaustadtrat. Weitere 3.488 Wohnungen mit 484 Millionen Euro Gesamtbaukosten sind derzeit in Bau. Im Laufe dieses Jahres wird darüber hinaus der Baustart für noch einmal 1.000 Wohnungen erfolgen.

Best Practice: Seestadt Aspern

Das aktuell wohl spektakulärste Wiener Stadtentwicklungsgebiet, das auch weit über die Grenzen Österreichs hinaus für Aufsehen sorgt, ist ohne Zweifel die Seestadt Aspern. Dort entstehen bis 2028 rund 10.500 Wohnungen für über 20.000 Bewohner. In der ersten Bebauungsphase werden aktuell 2.854 Wohneinheiten für rund 6.000 BewohnerInnen realisiert. Über 3.000 sind bereits eingezogen, mehr als 2.000 folgen in den kommenden Wochen. Bei Gesamtbaukosten von 369 Millionen Euro betragen die Fördermittel der Stadt für diesen ersten Entwicklungsschritt des Wohnbaus der Seestadt insgesamt 136 Millionen Euro. »Das Rückgrat der Stadtentwicklung der Seestadt ist der Wohnbau. Und zwar der öffentlich gesteuerte Wohnbau und nicht der profitorientierte Wohnbau privater Investoren, wie in anderen Metropolen«, hebt Ludwig hervor. Den BewohnerInnen bietet die Seestadt vielfältige urbane Angebote wie Schulen, Kindergärten oder Geschäfte. Aber auch an große Parks und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wurde gedacht. Neben dem 50.000 m² großen See mit 44.000 m² Seepark entstehen allein im Süden der Seestadt weitere Parkflächen in einem Flächenausmaß von weiteren 40.000 m² mit Spiel- und Sportangeboten sowie Gemeinschaftsgärten. So soll den SeestädterInnen eine Kombination aus den Vorteilen des Stadtlebens, wie einem bestens ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz oder einem umfassenden Angebot an Gesundheitsdiensten, Nahversorgern oder Bildungseinrichtungen mit großzügigen Frei- und Grünräumen, angeboten werden. In der Nahversorgung schlägt die Seestadt mit der ersten »gemanagten Einkaufsstraße « Österreichs einen neuen Weg ein. Für den optimalen Branchen- und Nutzungsmix wurde der Retail-Profi SES Spar European Shopping Centers als Partner an Bord geholt. Darüber hinaus fungiert die Seestadt als Stadtlabor der Smart City Wien, als ein Ort, wo smarte Ideen, Technologien und Konzepte ausprobiert werden. Dazu zählen neben energetischen und architektonischen Ideen auch Überlegungen wie dezentrale KFZ-Stellflächen, um der sanften Mobilität, inklusive E-Bike und -Scooter, Vorrang zu geben, ebenso wie intelligente Litfaßsäulen, die mit allerlei Daten in Echtzeit gespeist werden und die auch mit den Handybenutzern in Kontakt treten können, um lokale Infos zu übermitteln.

Last modified onMontag, 20 Juli 2015 12:54
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