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„Beim Elektroauto geht es um mehr.“

Starthelfer für Elektromobilität: Wolfgang Hesoun, Michael Viktor Fischer und Wolfgang Anzengruber. (Foto: Smatrics/APA-Fotoservice/Preiss) Starthelfer für Elektromobilität: Wolfgang Hesoun, Michael Viktor Fischer und Wolfgang Anzengruber. (Foto: Smatrics/APA-Fotoservice/Preiss)

Verbund und Siemens wollen mit der Marke „Smatrics“ Elektromobilität in Österreich ankurbeln. Das Unternehmen E-Mobility Provider Austria ist aus dem Forschungsprojekt Empora hervorgegangen und rollt ein österreichweites Ladenetz aus.

In einer ersten Phase will Geschäftsführer Michael Viktor Fischer landesweit Ladesäulen in 60-Kilometer-Abschnitten bei Shoppingcentern, Park-and-Ride-Anlagen oder etwa Banken errichten. Eine beschleunigte Ladung wird knapp 30 Minuten dauern, eine Vollladung rund eineinhalb Stunden. Diese sollte Fischer zufolge auch ausreichend sein: Untersuchungen zufolge werden Autos durchschnittlich 36 Kilometer täglich gefahren. „In Zukunft wird Tanken ganz nebenbei passieren. Wir sind überall dort zur Stelle, wo die Autos ohnehin parken“, plädiert er generell für ein Umdenken. Das ambitionierte EU-Ziel, das ab dem Jahr 2020 Neuzulassungen nur noch mit einem Grenzwert von 95g CO2 /km gestattet, sei nur mit Elektro- und Hybridfahrzeugen erfüllbar. Doch, so Fischer weiter: „Beim Elektroauto geht es um mehr. Es geht um Vorteile für unsere ganze Gesellschaft.

Das Produktangebot von Smatrics erstreckt sich von Ladestationen über deren Installation und Wartung, einer App mit Ladestationen-Finder, Statusanzeige und Routenplaner bis hin zu einem Pannenservice. Das derzeit deutlich geringe Pauschalentgelt von monatlich zehn Euro soll mit dem wachsenden Markt künftig höher angesetzt werden. Der Businessplan sieht ein Erreichen des Break-even innerhalb von drei bis vier Jahren vor. Derzeit fließen 100 % Wasserkraft durch die Steckdosen, der Provider gibt sich dennoch weiteren Energieversorgern gegenüber offen. Die aber sollten freilich ebenfalls auf Erneuerbare setzen, bekräftigt Verbund-Vorstand Wolfgang Anzengruber. Auch Siemens-Generaldirektor Wolfgang Hesoun betrachtet die Plattform nicht als exklusive Absetzmöglichkeit für Produkte aus seiner Palette: „Wir sehen uns gemeinsam mit dem Verbund als Geburtshelfer für Elektromobilität in Österreich. Es ist ähnlich wie damals in der Gründungsphase des Mobilfunks. Da standen auch nicht einzelne Produkte im Vordergrund, sondern zuerst Ideen und eine Vision.“ Man weiß die Autoindustrie im Rücken. Derzeit werden zwar erst 13 unterschiedliche E-Car-Modelle in Österreich angeboten. Ab 2016 sollen es aber bereits 80 Modelle sein, mit entsprechend positiven Preisentwicklungen.

Anzengruber und Hesoun wünschen sich für ein Wachstum des Marktes geeignete Rahmenbedingungen. So haben Steuererleichterungen und Gebührenbefreiungen in Oslo zu einem deutlichen Plus bei Neuzulassungen von Elektroautos geführt. „Die Energiewende wird nur gelingen, wenn wir den Verkehr einbinden. Ein Drittels des Energiebedarfs in Europa wird durch den Verkehr bestimmt – zu einem Großteil ist dies Erdöl“, so Anzengruber.

Last modified onMontag, 16 September 2013 00:17
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