Kurzbericht Podiumsdiskussion „Missing Link: Speicher“

Johannes Zimmerberger, Geschäftsführer Linz Netz GmbH, und Brigitte Ederer, Vorstandsvorsitzende Forum Versorgungssicherheit. Johannes Zimmerberger, Geschäftsführer Linz Netz GmbH, und Brigitte Ederer, Vorstandsvorsitzende Forum Versorgungssicherheit. Fotos: Sela Krobath

Mission 2030 - Die integrierte Klima- und Energiestrategie ist beschlossen. Wie kann nun das Ziel einer klimafreundlichen Stromversorgung erreicht werden? Welches Marktdesign ist für die Umsetzung in Österreich notwendig und welche Rolle werden Speicher spielen? In der Eventlocation „Dach“ in Wien diskutierten am 6. November Experten aus der Energiewirtschaft und Regulierung zu den Herausforderungen und Chancen, die Speicherlösungen in den Stromnetzen bieten.

Der Report Verlag und das Forum Versorgungssicherheit konnten bei dem Publikumsgespräch zur Zukunft der Netze rund 100 Gäste begrüßten. Zum Auftrakt hielt Christian Redl, Agora Energiewende, einen Impulsvortrag zu Marktmechanismen und Energieerzeugungsstrukturen in Europa.

„Früher gab es den Transport von Strom von einer zentralen Erzeugung zu den Haushalten. Mit den vielen dezentralen Versorgern heute hat sich die Situation auch für die Netze verändert. Um die Stabilität weiter zu gewährleisten, brauchen auch Netzbetreiber kurzfristig Energiespeicher – nicht um damit Gewinne zu machen, sondern für die Sicherheit“, betont Brigitte Ederer, Vorstandsvorsitzende Forum Versorgungssicherheit. Sie ortet „enorme Veränderungen“ in der Energiewirtschaft.

Auch für Wolfgang Urbantschitsch, Geschäftsführung E-Control ist der Netzausbau einer der regulatorischen Themenbereiche, damit die Netze auch neuen Herausforderungen gerecht werden können. Urbantschitsch sieht eine Bewegung der Stromnetze „weg von einer Einbahnstraße der Großkraftwerke zu den Abnehmern, hin zu einer dezentralisierten Welt mit unterschiedlichsten Anforderungen.“ Auf das müsse eine Vereinfachung der Tarifstruktur eingehen, ebenso wie Entgelte für die Bereitstellung von Leistung.

Franz-Josef Feilmeier, Geschäftsführer Fenecon, setzt Stromspeichersysteme angefangen vom kleinen Einfamilienhaus bis hin zu großen Multi-Megawatt-Speichern um. „Wir platzieren über ein Energiemanagement unterschiedliche Anwendungen für einen optimierten Eigenverbrauch und für mehr Leistung auf verschiedensten Geräten. Auch Batterien aus Elektroautos werden in einem Second-Life genutzt werden können.“ Feilmeier erwartet zudem eine große Bandbreite im Einsatz von gewerblichen und netzdienlichen Speichern.

„Die Energiewende wird bei uns in den Verteilnetzen stattfinden. Anlagen für erneuerbare Energieträger lassen sich im Vergleich zu herkömmlichen Erzeugungsanlagen weniger gut steuern. Fluktuierende Erzeugung müssen wir ausgleichen können – genau dafür bieten sich Speicherlösungen als Missing Link an“, bekräftigt Johannes Zimmerberger, Geschäftsführer der Linz Netz GmbH.

„Es braucht ein Verständnis für die Herausforderungen aber auch für die Möglichkeiten, Hindernisse zu überwinden und den Ausbau der Erneuerbaren zu schaffen“, sagt Christian Redl, Senior Associate, European Energy Cooperation bei dem Thinktank Agora Energiewende. Redl sieht tatsächlich auch eine aktive Politik der EU-Mitgliedstaaten notwendig, um den Kohlestrom-Anteil zu reduzieren. „Das Marktdesign allein wird es nicht richten können.“

Video: https://www.youtube.com/watch?v=NTQW6H0VfjQ&t= 

Fotos: https://www.flickr.com/photos/award2008/sets/72157703196289274/ 

Der vollständige Nachbericht erscheint in der Novemberausgabe des "Energie Report", Erscheinungsdatum 21. 11.


Martin Szelgrad (Report Verlag), Franz-Josef Feilmeier (Fenecon), Johannes Zimmerberger (Linz Netz), Brigitte Ederer (Forum Versorgungssicherheit), Wolfgang Urbantschitsch (E-Control) und Christian Redl (Agora Energiewende).

Last modified onSamstag, 10 November 2018 10:44
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