»Kooperation ist der Schlüssel zum Erfolg«

Foto: Normen Kegler, Head of Strategy and Development "Electrify Europe" bei der PennWell Corporation Foto: Normen Kegler, Head of Strategy and Development "Electrify Europe" bei der PennWell Corporation

Vielversprechende, zukunftsfähige Lösungen entstehen oft nicht aus einem Unternehmen heraus, sondern in Kooperationen, sagt Normen Kegler, Head of Strategy and Development für die Electrify Europe beim Veranstalter PennWell Corporation. Kooperationen zu fördern sowie den Ideen- und Meinungsaustausch anzuregen ist daher das Ziel der Konferenz und Ausstellung »Electrify Europe«, die vom 19. bis 21. Juni 2018 in Wien stattfindet.

Zur Person: Normen Kegler ist Head of Strategy and Development »Electrify Europe« bei der PennWell Corporation. Seine berufliche Laufbahn startete der Politologe als Berater für Energiepolitik und Energieökonomie bei e·on. Er war außerdem unter anderem als Berater und Marktentwickler für Verbände, Politik und Versorger in Europa und Asien tätig.

Report: ›Electrify Europe‹ klingt wie eine Aufforderung. Wie kam es zu diesem Namen?

Normen Kegler: Tatsächlich ist der Appell-Charakter des Namens bewusst gewählt. Denn wir möchten Macher ansprechen. Menschen, die die Energielandschaft von morgen aktiv mitgestalten wollen und offen sind für neue Ideen und Geschäftsmodelle und innovative Technologie. Mit traditioneller Technik und althergebrachten Geschäftsmodellen werden auf ­lange Sicht die wenigsten Unternehmen im ­Energiemarkt überleben.

Das Umdenken im Energiemarkt drückt sich auch in der Aufforderung ›Electrify‹ (Elektrifiziere) aus. So möchten wir das neue Event von der Vorgängerveranstaltung Power-Gen Europe absetzen, denn klassische Kraftwerkstechnik ist heute kaum noch gefragt und die fossilen Energieträger werden rar bzw. teuer werden. Irgendwann ist die Ablösung von Öl, Gas und Kohle durch Strom sowohl im Energie- und Wärmemarkt als auch im Transport- und Verkehrswesen und in der Industrie unausweichlich. Elektrizität ist die Energie der Zukunft. Der Weg zu einer sauberen und bezahlbaren Energieversorgung mit Strom ist jedoch – zumindest heute noch – ein Weg durch einen Dschungel. Electrify Europe gibt denen, die bereits sind, diesen neuen Weg zu beschreiten, eine Orientierung, weist die Richtung und regt an, die neuen Pfade gemeinsam mit anderen zu ebnen.

Report: Warum ist die Neuorientierung in der Energiebranche so wichtig?komplexer werdenden und hektischen Welt ist Überblick ein rares Gut. Die Electrify Europe bietet die Gelegenheit, sich innerhalb von nur drei Tagen Überblick zu verschaffen – auch außerhalb des Sektors, in dem die Besucher jeweils zuhause sind.

Report: Sie haben eben die Vorgängerveranstaltung Power-Gen Europe erwähnt. Was ist bei der Electrify Europe ähnlich, was ist neu?

Kegler: Vielleicht fange ich mit der größten Gemeinsamkeit an: Die Electrify Europe ist wie die über 25 Jahre erfolgreich von PennWell durchgeführte Power-Gen Europe eine Konferenz und Ausstellung. PennWell hatte die Inhalte der Power-Gen in den letzten Jahren bereits modifiziert, doch im Grunde stand die Energie- bzw. Stromerzeugung im Mittelpunkt, und das nicht zuletzt wegen des Publikums und der über viele Jahre treuen Aussteller. Mittlerweile lässt sich die Energieerzeugung aber nicht mehr isoliert betrachten. Erzeugung, Transport, Verteilung und Verbrauch hängen stark zusammen, die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr wachsen zusammen. Heute agieren zum Beispiel die Betreiber großer Kraftwerke und Strom produzierende Endkunden im selben Markt. Die Energiewelt wird vielseitiger und kleinteiliger, die Projekte dezentral, lokaler und bürgernäher. Das bedeutet nicht nur neue Player, sondern auch, dass neue Arten der Finanzierung und Projektierung nötig sind – also auch hier neue Akteure ins Spiel kommen.

Um dem Wandel im Energiesektor und der engeren Vernetzung der Marktspieler gerecht zu werden, haben wir mit dem Konzept der Power-Gen gebrochen und unser Event von Grund auf neu ge­plant. Die Electrify Europe inkludiert weiterhin die Energieerzeugung, bietet aber ein deutlich darüber hinaus gehendes Themenspektrum, das viele neue Marktteilnehmer anspricht. Und diese neuen Player sind oft die Enabler. Sie sind wichtig für innovative Geschäftsmodelle, die Umsetzung neuer Technologien und schlussendlich für den geschäftlichen Erfolg.

Report: Welche Kongressthemen binden die neuen Markteilnehmer besonders ein?

Kegler: Da wäre beispielsweise der Schwerpunkt ›Energiespeicherung und E-Mobilität‹. Zwei Bereiche, die eng miteinander verzahnt sind und in der alten Welt der Energieversorgung so nicht existiert haben. Ob IT-Spezialist, Speicheranbieter, Speichermanager, Flottenbetreiber oder Prosumer: Hier wird ein neues Publikum angesprochen, eine Gruppe von Akteuren, die für unsere künftige Versorgung wichtig ist. Ein anderes Beispiel ist der Schwerpunkt ›Intelligente Infrastruktur und Cybersecurity‹, der Netzbetreiber, IT-Fachleute, Elektronikanbieter, Sicherheitsexperten und ebenso Berater und Strategen anspricht. Dieses Themenfeld war bei PennWell bislang eher in dem Event DistribuTECH vertreten. Nun bekommt es im Kontext der Electrify Europe eine neue Bedeutung.

Report: Wie spiegelt sich die enge Verzahnung der Themenfelder im Event wider?

Kegler: Der Vernetzung der Themen und der dafür erforderlichen Vernetzung der Akteure wird die Konferenz und Messe unter anderem durch noch intensivere Networking-Events gerecht. Ich bin überzeugt, dass Kooperationen der Schlüssel zu neuen, zukunftsfähigen Geschäftsmodellen sind, und diese – zumindest das Kennenlernen potenzieller Partner – fördert die Electrify Europe. Wir möchten etablierte Marktteilnehmer mit Start-ups und Spezialisten aus anderen Bereichen zusammenbringen und kreative Kooperationen von Firmen aus diversen Bereichen anregen.

Report: Wo ist das Potenzial für ­Kooperationen besonders groß?

Kegler: Da ist das Spektrum sehr, sehr weit, denn bei den heutigen Innovationszyklen können viele Lösungen nicht mehr aus einem Haus kommen. Ich will ein Beispiel geben: IT, oder nehmen wir als detailliertes Beispiel Blockchain, ist nicht die Domäne der klassischen Versorger, sondern ein Feld für IT- und Kommunikationsexperten. Die wiederum haben keinen Zugang zum Energiemarkt. Nur gemeinsam können Versorger und IT-Spezialisten neue, vielversprechende Konzepte umsetzen. Das Interesse an dem jeweils anderen ist daher groß.

Report: Hat die Electrify Europe auch einen Bezug zum Veranstaltungsort Wien bzw. Österreich?

Kegler: Ja, dieser Bezug ist gegeben. Da ist zum einen die enge Zusammenarbeit mit Oesterreichs Energie und der Austrian Energy Agency, die unser Event begleiten und sich aktiv bei der Electrify Europe einbringen. Zum Beispiel werden wir gemeinsam mit Oesterreichs Energie eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion abhalten, bei der die Konvergenz der Sektoren Energie, Industrie und Dienstleistung im Mittelpunkt steht.

Wir bewegen uns aber ebenso auf internationaler Ebene und haben enge Kontakte zur Europäischen Kommission. Sie werden daher im Veranstaltungsprogramm auch Vorträge und Diskussionen mit einigen namhaften EU-Repräsentanten finden.

Report: Ist die Electrify Europe eine Veranstaltung ausschließlich für Europäer oder könnte es auch eine Electrify Asia oder Electrify America geben?

Kegler: Das Konzept der Electrify Europe wird sicherlich auf der ganzen Welt funktionieren und lebt sogar von dem weltweiten Wissen – wir in Europa können auch von Erfahrungen in Amerika, Indien, China oder anderen Märkten profitieren. Unser Konzept ist flexibel ausgelegt und lässt sich an die Veranstaltungsregion ebenso anpassen wie an die aktuellen Themen. Die Electrify Europe dürfte ohnehin kein starres Konzept haben. Der Wandel ist die einzige Konstante, auf die wir uns verlassen können. Flexibilität ist daher für die neue Konferenz-Messe ebenso wichtig wie für den Energiemarkt und seine Teilnehmer.


Electrify Europe

Die Konferenzmesse Electrify Europe ist das erste Event des Veranstalters PennWell Corporation, das in einer Veranstaltung die Branchenveränderungen bei Energieerzeugung, Stromübertragung und -verteilung sowie die Digitalisierung, Dekabonisierung, Dezentralisierung und Elektrifizierung thematisiert. Die Plattform soll den Austausch zwischen etablierten und neuen Marktteilnehmern fördern, um zukunftsweisende Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu gestalten. Ergänzt wird die Expertenkonferenz von einer Ausstellung, die Einkäufern, Spezialisten und Entscheidern aus allen Disziplinen der Branche die Möglichkeit zum Informationsaustausch und Netzwerken sowie zur Produktpräsentation bietet. Electrify Europe soll zur umfangreichsten Drehscheibe für Informationen und die Lead-Generierung ihrer Art in Europa werden.

Weitere Informationen:
www.electrify-europe.com

Last modified onDienstag, 20 März 2018 12:51
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