An error occured during parsing XML data. Please try again.

Meinung

Gemeinsamkeit gesucht

Obwohl in Europa Strom und Gas zunehmend grenzüberschreitend gehandelt werden, ist die Überwachung der Energiemärkte und des Wettbewerbs noch national organisiert. Energie­händler und Broker agieren in der Regel aber in ...

Meinung | Martin Szelgrad | Kommentare

Mehr
More in: Meinung

Energie | Aktuell

News image

Smarte, saubere Welt

Smart Metering im Haushalt, Smart Grid in Europa – die neuen Stromnetze werden intelligent, die Stromversorgung flexibel und die Energie zunehmend grün. Wohin die Energiewirtschaft ... Weiterlesen

More in: Meinung, Termin, Sager des Monats, Aufmacher
next
prev
Banner

Johannes Fresner: Ökoprofit bedeutet weniger Abfälle und Emissionen und mehr finanzieller Ertrag.Der Buchautor und Unternehmer Johannes Fresner über seine Erfahrungen, mit Umweltschutz in Firmen Geld zu sparen.


Umweltschutz bedeutete für produzierende Betriebe in der Vergangenheit meist rechtliche Vorschriften in Form von Grenzwerten für Emissionen, Abwasser und Auflagen bezüglich der Entsorgung von Abfällen. Emissionen und Abfälle sind samt und sonders Rohstoffe, die ein Betrieb zunächst kaufen muss und dann nicht in ein verkaufbares Produkt umwandelt, sondern noch einen zusätzlichen Aufwand für die Behandlung und Entsorgung leistet. Abfälle und Emissionen sind damit ein Zeichen für Ineffizienz in der Nutzung von materiellen und energetischen Ressourcen. Wenn es gelingt, die Quellen und die Ursachen für das Entstehen von Emissionen, Abwasser und Abfall zu verstehen und Ansätze zu ihrer Vermeidung zu finden, kann „Ökoprofit“ entstehen.

Ökoprofit heißt auch: weniger Belastung der Umwelt durch Abfälle und Emissionen und mehr finanzieller Ertrag durch weniger Ressourceneinsatz. Die Kosten für Rohstoffe und Energie betragen in vielen produzierenden Betrieben heute schon über 50% des Umsatzes und sind der größte Kostenfaktor, weit vor Personal, Verwaltung oder Abschreibungen für den Anlagenpark.

Durch Material- und Energiebilanzen, oft sehr einfach in Form von Input-Output-Betrachtungen zunächst auf der Ebene des Gesamtbetriebes, dann für Prozesse und einzelne Anlagen lassen sich die Ursachen für Abfälle, Abwasser und Energieeinsatz aufspüren. Kennt man Quelle und Ursache können Verbesserungsmöglichkeiten ermittelt werden. Das können einfache organisatorische Maßnahmen sein, wie Arbeitsanweisungen oder Messvorschriften, die keine Investitionsmittel benötigen. Möglichkeiten eröffnen sich auch durch die Auswahl von Rohstoffen, neue Technologien, der Einsatz von Regeltechnik, Automatisierung, zusätzliche Wärmetauscher und Speicher. Auch internes Recycling von Wasser oder Chemikalien gehört in diese Betrachtung.

„Cleaner Production“ wurde ursprünglich für produzierende Betriebe entwickelt. Der Ansatz funktioniert aber natürlich überall, wo Rohstoffe, Chemikalien, Wasser und Energie eingesetzt werden, also auch im Verwaltungsbetrieb oder im Tourismusbetrieb, wo Wasser für sanitäre Zwecke, Energie für Licht, Datenverarbeitung, Beleuchtung und Heizung, Chemikalien für die Reinigung, oder etwa Papier verwendet werden. Auch in Hotels, Restaurants, Schulen, Veranstaltungszentren, Seniorenheimen und Krankenhäusern konnten wir zeigen, dass Chemikalieneinsparungen bis zu 50% oder Energieeinsparungen bis zu 20% möglich waren.

Stoff- und Energiebilanzen liefern die Übersicht über den Einsatz von Stoffen und Energie, zeichnen die Nutzung nach und führen an die Quelle: sie zeigen die innerbetrieblichen Ursachen für Abfälle und Emissionen auf, bewerten den Wert der Abfälle und Emissionen anhand der Kosten der Rohstoffe und Energieträger, aus denen sie entstanden sind und stimulieren Möglichkeiten zu ihrer Vermeidung. Dies ist weit mehr als konventionelles Umweltcontrolling, das Verfolgen von globalen Kennzahlen, zum Beispiels über den Wassereinsatz pro Tonne Produkt alleine bewirken können. Ein wesentlicher Prozentsatz der Maßnahmen, die daraus entstehen, ist nach unseren Erfahrungen mit minimalem Investitionseinsatz verbunden (etwa 50% der in den Betrieben, die wir kennen, entwickelten Maßnahmen waren organisatorischer Natur), etwa ein Viertel amortisierte sich in einem Jahr und der Rest mit relevanten Investitionen verbunden.

Neben den wirtschaftlichen Vorteilen durch die Reduktion von Kosten für Rohstoffe und Energie, sowie für Abfallbehandlung und Emissionsbehandlung bewirkt die aktive Auseinandersetzung mit den Stoff- und Energieflüssen oft ein besseres Verständnis der Prozesse, der optimalen Prozessbedingungen, und der eigentlichen Anforderungen an Produkt, Rohstoffe und Prozesse. Die innerbetriebliche Kommunikation über die Abläufe und technischen Einrichtungen und eventueller frischer Experteninput von außen erzeugt Motivation, die Prozesse optimal zu betreiben und fördert die Dokumentation und Weiterentwicklung des betrieblichen technischen, logistischen und produktspezifischen Know-hows.



Zum Autor
Johannes Fresner ist Geschäftsführer der STENUM GmbH in Graz. Der von ihm entwickelte ZERMEG Ansatz (Zero Emissions  Retrofitting Approach for Existing Galvanizing Plants) wurde 2008 mit dem Österreichischen Staatspreis für Umwelttechnologie ausgezeichnet. Fresner ist Mitautor des Buches „Ressourceneffizienz in der Produktion - Kosten senken durch Cleaner Production“, Symposion Publishing, 2009.


Add a comment

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Energie

Edit

Amount of short articles:

Amount of articles links:

You can order sections with dragging on list bellow:

  • Energie
Speichern
Abbrechen
Reset

Wirtschaft & Politik

»Fast schon ehrenrührig«

Image - »Fast schon ehrenrührig«

Gerhard Schenk, HSG Zander, im Interview.

Donnerstag, 26 Januar 2012 Kommentare

»Umdenken im Nutzerverha

Image - »Umdenken im Nutzerverha

Ein Interview mit Martina Jochmann, Energiecomfort.

Donnerstag, 26 Januar 2012 Kommentare

Energiestrategie bestäti

Image - Energiestrategie bestäti

Ein Gastkommentar des TIWAG-Vorstandsvorsitzenden Bruno Wallnöfer

Donnerstag, 26 Januar 2012 Kommentare

Produkt & Technik

Neue TwinCAT

Image - Neue TwinCAT

Beckhoffs neue Softwaregeneration für die PC-basierte Steuerungstechnik TwinCAT 3 wurde auf der Bran

Dienstag, 10 Januar 2012 Kommentare

Nachhaltig gebaut

Image - Nachhaltig gebaut

Ein Beispiel für nachhaltiges Bauen ist die Fachhochschule St. Pölten.

Dienstag, 10 Januar 2012 Kommentare

Hilfe beim Energiesparen

Image - Hilfe beim Energiesparen

Das Advantage Operation Center (AOC) der Siemens in St. Pölten unterstützt österreichische Gemeinden

Dienstag, 10 Januar 2012 Kommentare

Karriere

Trio komplett

Image - Trio komplett

Gerhard Christiner wurde vom Aufsichtsrat der Austrian Power Grid AG Gerhard in den Vorstand berufen

Donnerstag, 22 Dezember 2011 Kommentare

Talentierte Vertriebsfac

Image - Talentierte Vertriebsfac

Elvira Ilming verstärkt als Sales Managerin das Vertriebsteam von Gasokol.

Donnerstag, 22 Dezember 2011 Kommentare

Nachfolger gefunden

Image - Nachfolger gefunden

Der Aufsichtsrat der Salzburg AG hat in seiner Aufsichtsratssitzung vom 21. 11. einstimmig die Neub

Montag, 21 November 2011 Kommentare

Energie | Aktuelle Ausgabe

Hightech für Umwelt

News image

Neu: Energie Report Ausgabe 7/2011. Hightech für Umwelt. Die große Coverstory im aktuellen Energie Report. Was sich bei Energieeffizienz und Umwelttechnologien in Österreich tut. Mehr

Aktuelle Blogs

"Alfons Flatscher ist Journalist und Herausgeber, d..."

Mitt Romney in der Stadt

Die Vorwahlen der Republikaner steuern auf ein mögerweise vorzeitiges Finale zu. Mitt Romney, der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, kann mit

Posted on Donnerstag, 12 Januar 2012
"Klaus Singer (Jg 1947) arbeitet seit 1997 als unab..."

“Lehman-Brothers wird sich in Europa nicht wiederholen”

Neuer Optimismus bei den Wirtschafts-Führern – auf dem World Economic Forum in Davos heißt es: „Lehman-Brothers wird sich in Europa nicht wieder

Posted on Donnerstag, 02 Februar 2012
"Axel Dick ist Prokurist für den Bereich Marketing ..."

Qualität beginnt mit der Führung

Wie of

Posted on Montag, 06 Februar 2012