REPORT | BLOG

Mehrwert für ManagerInnen

Google, Zillow und Co

mein nachbar, ein offenes Buch: Tratsch war gestern, heute steht alles bereits im Internet.Google Earth liefert die Bilder, Zillow die Zahlen und Facebook das Persönliche. Bald weiß ich mehr über meine Nachbarn, als ich je wissen wollte.

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Rating statt Noten

Samthandschuhe abgelegt: Schulen, die in drei aufeinander folgenden Jahren unter den schlechtesten fünf Prozent aller Schulen liegen, werden zugesperrt.Während die halbe Welt das Urteil der Rating-Agenturen fürchtet, atmet der Bundesstaat Ohio auf. Standard & Poors stellt ein gutes Zeugnis aus und erhöht das Rating.

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Die Amish, der Bischof und die Regeln

von den Amish lernen – aber anders, als vielleicht ursprünglich gedacht.Die Amish leben ohne Handy, Facebook und Co, sie leben ohne Strom – so wie vor 300 Jahren. Aber sie beherrschen, was im Umgang mit der Obrigkeit unentbehrlich ist: die Auslegung von Regeln.

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The Austrians

Nach dem überraschenden Erfolg des republikanischen Kandidaten Ron Paul bei den Vorwahlen in Iowa spielen die Austrians eine unerwartete Rolle. Paul ist ein erklärter Anhänger der Austrian School of Economics.

Hand aufs Herz: Welcher Österreicher weiß, wovon Ron Paul spricht?

Der pensionierte Arzt Paul beruft sich in seiner scharfen Kritik der FED immer wieder auf Ludwig von Mises, der mit seinem Werken über Geld und Währungsstabilität schon in den 20er Jahren des vergangen Jahrhunderts von Wien aus ein strenger Mahner gegen den Einsatz der Druckmaschinen war.

"Sound money" heißt der Schlachtruf von Ron Paul, der anders als sein Texanischer Mitbewerber um das Präsidentenamt, Rick Perry, den Chef der Notenbank zwar nicht des Hochverrats beschuldigt, aber: "Ein  Geldfälscher ist er schon." Schließlich macht er aus (fast) wertlosem Papier und (fast) wertloser Farbe Banknoten in bisher unbekannten Mengen.

 

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Social Media für Leader

Unternehmen sollten alle Orte der Begegnung und Kommunikationskanäle mit dem Kunden ganzheitlich betrachten

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Die sechs Regeln richtiger Ablage

Arbeitsorganisation ist Selbstorganisation. Wer in der Lage ist, sich und seinen Berufsalltag optimal zu organisieren, wird seinen Job entspannter machen und erfolgreicher und zufriedener sein.

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Persönlicher Coach

Die Kolumne zu E-Health und neuen Diensten. E-Health, einmal ganz menschlich. Oliver J. Wolff, Massive Art, beschreibt einen betont persönlichen Ansatz beim Monitoring von Vitaldaten.

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Intelligent wohnen, Energie gewinnen

Smarte Energieversorgung und ein flexibles Wohnkonzept bilden das Fundament eines »Plus-Energie-Hauses« in Hard in Vorarlberg.

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Die Amish, der Bischof und die Regeln


Laptop, iPhone, Facebook und Co – die Teens sind fest verankert im Zeitalter des Internet. Wenn meine Kinder etwas ausgefressen haben, nehm ich ihnen für einen Tag, ein Wochenende, in schlimmen Fällen eine Woche ihr Handy und/oder ihren Laptop weg. Das hat die Wirkung noch nie verfehlt. Sie sind abhängig von ihrer Elektronik und das nutze ich weidlich aus, um durchzusetzen, was ich für pädagogisch wertvoll halte. Jetzt wollte ich ihnen zeigen, dass es auch anders geht, dass es eine Welt außerhalb unserer Realität gibt. Wir haben uns ins Auto gesetzt, sind drei Stunden lang ins tiefste Pennsylvania gefahren und mitten im Amish-Land gelandet, dort, wo man heute noch so lebt wie vor 300 Jahren, oder sagen wir: fast so. Kein Strom, kein Auto, keine Elektronik, Leben in Einfachheit und Gottgefälligkeit – das wollen die Amish, deren Wurzeln ins 16. Jahrhundert im Elsaß und in der Schweiz zurückreichen und die untereinander Pennsylvania-Deutsch sprechen, das sich so anhört wie eine Kreuzung aus Vorarlbergerisch und Holländisch.</p>
<p>Doch die geplante pädagogisch wertvolle Reise entwickelte sich anders als erwartet. Denn was zeigen sollte, was einfaches Leben bedeutet, geriet zu einem Lehrstück in kreativer Regelauslegung, in dem die Obrigkeit zwar nicht ignoriert, aber doch ziemlich an der Nase herumgeführt wird. Die Amish rund um Turbotville haben einen sehr praktischen Weg gefunden, ihr Fortkommen zu sichern – und das im wahrsten Sinnes des Worte. Der Bischof, das durch Los bestimmte Oberhaupt des jeweiligen Clans, legt fest, was die Gemeindemitglieder dürfen und was nicht, er hat absolute Macht. Wenn er vorschreibt, dass Traktoren gut sind, aber Pferdekutschen nicht, dann gilt sein Diktum. Wenn er vorschreibt, dass Hosenträger nur über Kreuz getragen werden dürfen, dann hat das Geltung. Wenn also ein neuer Bischof auf Lebenszeit per Los bestimmt wird, kann die Gemeinde nur beten, dass nicht der Dorftrottel gewinnt.</p>
<p>Der Amish-Bischof von Turbotville etwa hält Fahrräder für Teufelswerk, während Roller durchaus akzeptabel sind. Deshalb sieht man in der Gegend Erwachsene mit Strohhut, Leinenhemd und schwarzer Weste auf Rollern mit überdimensionalen Rädern auf den Straßen. Eigentlich verwenden sie Fahrradreifen, die sie mit einem Trittbrett und Lenkgestänge verbinden. Sie beweisen damit, dass sie die Macht des Bischofs respektieren, aber dennoch ihre individuellen Antworten finden. Das gilt auch für Autos , die in einem derart riesigen Land ohne funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz unabdingbar sind. Amish dürfen keine eigenen besitzen, aber mitfahren dürfen sie – und so hat jeder der »normalen« Bauern der Gegend eine Amish-Familie quasi adoptiert. Gute Nachbarschaft ist eben ein religiöses Grundprinzip und es sichert die komfortable Fahrt zum nächstgelegenen Einkaufszentrum.</p>
<p>Der Amish-Bischof von Turbotville etwa hat auch bestimmt, dass die Bauernhöfe seiner Gemeinde nicht mit der Außenwelt verbunden sein dürfen, sprich: Telefonanschlüsse und Stromleitungen sind untersagt, weil die Netze eine körperliche Verbindung mit den anderen darstellen. Jacob, der Bauer, den wir besuchten, hat sein Telefon deshalb in einem kleinen Wetterhäuschen untergebracht, und zwar am Grundstückrand, auf öffentlichem Besitz, nicht auf dem eigenen. Und sein Sohn, kaum 20, aber mit Vollbart, steht abends immer dort und ist mitteilsam.</p>
<p>Jacob&nbsp; hat den Bischof auch beim Strom wörtlich genommen: Sein Hof hängt nicht am Netz, aber im Stall steht eine Dieselgenerator, der die Melkmaschinen und die Förderbänder betreibt. Im Wohnhaus hängen die Petroleumlampen und das Gebot, einfach zu leben, wird eingehalten. Vom einfachen Arbeiten hat der Bischof offensichtlich nichts gesagt.<br>Auf der Heimfahrt waren meine Kinder erstaunlich gut gelaunt und ich wurde den Verdacht nicht los: Sie hatten etwas gelernt, etwas, das seit Hunderten Jahren unverändert gültig ist: Keine Regel ist so gut, dass sie nicht umgangen werden könnte ...<br><br></p>

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Der Tsunami der Informationsflut

Wir leben in einer Welt, die nach Wohlstand, Fortschritt, mehr Macht und Einfluss strebt, und auf der anderen Seite erleben wir Krisen, die in Kriegen ausarten, aber auch Katastrophen, die uns die Überforderung unserer Lebensräume vor Augen führen . In der Bewältigung dieser Ereignisse müssen wir uns eingestehen, dass wir tief in unserem Inneren mit all diesen Herausforderungen gedanklich, aber vor allem kommunikativ überfordert sind. Die Welt ist anscheinend kleiner geworden, wenn man die internationalen Vernetzungen betrachtet, der Globus an sich ist aber nach wie vor als solcher unverändert.

Wir leben in einem Gefüge, von dem wir permanent Informationen abverlangen, wobei wir aber mit der Menge der Informationsinhalte nicht zurecht kommen. Ist es die „NeuGier“, die uns dazu verleitet, über alles Mögliche Bescheid wissen zu wollen? Ist es das tatsächliche Interesse, die Notwendigkeit, die Informationen zu haben? Können wir überhaupt diese Flut an Inhalten verarbeiten?

Wohin treibt uns dieses Angebot an Information? Findige Köpfe ermöglichen es uns, Technologien für die Kommunikation in jeder Lebenslage einzusetzen. Wir reden über die unsichtbare Gefahr der atomaren Industrielandschaft, wir sehen aber nicht die unsichtbare Gefahr des Übermaßes an Information. Vorfälle, welcher Art auch immer, erleben wir zeitgleich mit. Katastrophen werden uns direkt in unsere Wohnzimmer geliefert. Wir sind enttäuscht, wenn dann weiterhin nichts passiert. Wir lassen gar nicht mehr zu, dass Menschen bemüht sind, mit diesen unendlich tragischen Vorkommnissen zurande zu kommen. Jede Information, vor allem optimistisch positive, werden automatisch mit dem Wörtchen »aber« ergänzt. Gerade die Flut an Nachrichten über die Katastrophe in Japan zeigt, dass die Bemühungen um die Verbesserung der Situation in den Hintergrund treten, während das Warten auf den »Supergau« in den Vordergrund rückt.

Wir verifizieren die auf uns einprasselnden Inhalte nicht mehr. Die immer beliebter werdenden sozialen Netzwerke verleiten uns dazu, Nachrichten als wahr und gegeben hinzunehmen. Gerüchte und persönliche Meinungen werden als der Weisheit letzter Schluss gesehen und nicht hinterfragt. Das ist auch durchaus verständlich, denn wer von uns hat noch Zeit, das Vermögen, all die Botschaften aufzunehmen und zu hinterfragen, und das nicht nur selektiv, sondern als Ganzes. Einfache Lebensweisheiten und der »gesunde Menschenverstand« treten in den Hintergrund.

Die Technologie liefert die einzige Wahrheit, weil sie schnell ist und sich vermeintlich nicht irrt. Damit einher geht auch der Abbau sozialer Kompetenzen in der Kommunikation. Das sich persönliche Auseinandersetzen mit den Mitmenschen tritt in den Hintergrund. Nur die übermittelte Botschaft zählt. Das ist auch einfach, denn die Maschine kann ich abschalten. Schnell Geschriebenes tritt in den Vordergrund, um ja nur der oder die »Erste« zu sein. Damit stehen Tür und Tor offen für Fehlinterpretationen. Ein weiterer Nachteil dieser Entwicklung ist, dass wir nicht mehr genügend Zeit haben, um darüber nachzudenken, was wir sagen möchten. Konflikte sind vorprogrammiert, weil Missverständnisse nicht sofort aus der Welt geschafft werden, sondern nur zeitverzögert beim Empfänger ankommen und die Situation nur verschlimmern können.

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