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Mehrwert für ManagerInnen

Stolpersteine und Hürden aufgelöst

Unternehmen auf dem steinigen Weg in die neue Welt des Arbeitens: Die Zeiten sind vorbei, wo eine einzige Lösung Geltung für alle hatte.

In letzter Zeit hatte ich sehr häufig die Gelegenheit, bei Workshops, Konferenzen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen zum Thema »Neue Welt des Arbeitens« teilzunehmen, manchmal als Zuhörer, manchmal als Vortragender. Egal auf welcher Seite des Mikrofons ich aber auch gesessen bin – ich war fasziniert von der spürbaren Präsenz und Wichtigkeit dieses Themas bei den unterschiedlichsten Teilnehmern. Manche hatten sich schon tief in die Materie hineingedacht, manche interessierte das Thema auf einen bestimmten Aspekt bezogen und andere waren bereits mitten in der Umsetzung. Etwas, dass allerdings alle interessierte, war das Thema »mobiles Arbeiten«. Es ist ein Sachverhalt, der auf den ersten Blick banal erscheint – nach dem Prinzip: Na gut, geben wir den Mitarbeitern Laptops und Datenkarten, und schon können sie arbeiten, wann und wo sie wollen. Bei einem näheren Blick eröffnen sich dann allerdings erst die Größe und Komplexität des Themas mit all seinen vielen Unterpunkten.

Mobilität bringt Produktivität
Aspekte wie Betriebsvereinbarungen zum Thema mobiles Arbeiten, die aufgesetzt werden wollen, Änderungen in der Mitarbeiterführung, die sich daraus ergeben, wenn – etwas überspitzt formuliert – plötzlich niemand mehr im Büro ist, oder die Sicherstellung, dass sensible Daten nicht in die falschen Hände geraten. Oder auch das banale, aber immer wieder durchsetzungsstarke Thema der Kosten. Das gesamte Unternehmen mit Laptops und Datenkarte auszustatten, kann durchaus kostenintensiv werden. Vor allem, wenn dann auch noch Rufe nach Tablet-PCs aus dem Unternehmen laut werden. Was also tun? Das Thema auf sich beruhen zu lassen, ist keine vernünftige  Option. Gänzlich ohne jede Mobilität zu arbeiten, kann sich recht rasch in saftige Produktivitätseinbußen übersetzen und in die Erfolgskassa des Mitbewerbs einzahlen. Abgesehen davon, dass ihr Unternehmen für einige ihrer Mitarbeiter massiv an Attraktivität verlieren würde und womöglich bald Rufe aus der Personalabteilung laut werden, wonach die Fluktuation anzusteigen beginnt. 39 % der jungen High-Potentials ist der mobile Arbeitsstil mittlerweile gleich wichtig wie eine Gehaltserhöhung. Dies nicht anzubieten, bedeutet, sich aus dem Relevant Set dieser Erfolgstypen auszuschließen. Dann also doch in den sauren Apfel der hohen Kosten beißen und es für alle Mitarbeiter ausrollen. Aber welches Gerät denn jetzt? Tablet-PCs für alle? Für wirklich alle? Nein, das geht jetzt wirklich zu weit. Im Vertrieb ist so ein Wunsch ja nachvollziehbar, aber in Positionen ohne jeglichen Kundenkontakt? Wie außerdem ist mit dem Bring-your-own-device-Aspekt umzugehen? Vielleicht merken Sie schon, je tiefer man in die Thematik des mobilen Arbeitens eindringt, desto komplizierter kann es werden. Aber kein Problem ohne die Möglichkeit einer Lösung. (Denn sonst gäbe es ja auch kein Problem.)

Klassifizierungen vornehmen
Die Zeiten sind vorbei, wo eine einzige Lösung, nur ein Weg oder nur ein Prozess für alle Geltung hatte. Früher konnten genau solche Fragestellungen nach dem Gießkannenprinzip gelöst werden. Nun gilt es, individuellere Lösungen zu wählen. Und ich meine damit nicht, dass jeder einzelne Mitarbeiter so tun kann, wie er möchte. Es gilt vielmehr, zu überlegen, welche Mobilitätsprofile in  Ihrem Unternehmen vorkommen – von »gar nicht mobil« bis hin zu »hochgradig mobil« – und die Mitarbeiter auf Basis ihres Jobs in diese Profile einzuordnen. Ich versuche, das Wort »kategorisieren« aufgrund seines negativen Beigeschmacks zu vermeiden, obwohl es dieser Begriff genau treffen würde. Wenn diese Klassifizierung vorgenommen wurde, gilt es im nächsten Schritt herauszuarbeiten, welche Ausstattung, welche Geräte und Tools die Mitarbeiter in den einzelnen Profilen bekommen sollen. So können Sie mobiles Arbeiten in Ihrem Unternehmen ohne Kostenexplosion für jene Mitarbeiter einführen, die aus ihrer täglichen Arbeit heraus auf die mobile Arbeitsweise angewiesen sind. Anderen wird diese Mobilität dann mit Einschränkungen angeboten.
So lösen sich sukzessive alle Stolpersteine und Hürden auf dem Weg auf, bis wir alle gut in der neuen Welt des Arbeitens angekommen sind.

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Weltumwelttag - ein Beispiel für klare Zeichen setzen

Anläßlich des Weltumwelttages am 5. Juni möchte ich heute ein Thema aufgreifen, das vielleicht nicht so aktuell ist wie Energieeffizienz, nicht so oft in den Medien steht, aber weltweit ein Problem darstellt, weil es volkswirtschaftlich, ökologisch und soziale Folgen im großen Maßstab hat: Der illegale Holzeinschlag. Aber es gibt auch hoffnungsvolle Gegenströmungen, wenn man sich die Entwicklungen von FSC und PEFC anschaut. Aber schauen wir uns die Tragweite des Problems etwas genauer an.

Der illegale Holzeinschlag ist ein globales Problem und kein Kavaliersdelikt

Die Weltbank verzeichnet einen hohen Anstieg der kriminellen Aktivitäten in Bulgarien während der letzten Jahre und rechnet mit derzeit 5 bis 15 %. Für Rumänien gibt es kaum nachvollziehbare Zahlen. Indonesien weist eine der höchsten absoluten Entwaldungsraten der Erde auf. Prognosen des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen zufolge werden bis zum Jahr 2022 98 % der Wälder degradiert oder verschwunden sein. Der illegale Holzeinschlag als einer der Haupttriebkräfte wird seit langer Zeit in diesem Zusammenhang diskutiert und als entscheidendes Problem für die Entwicklung des Forstsektors des Landes wahrgenommen. Schätzungen des CIFOR belaufen sich auf etwa 80 % der Produktion des Forst- und Holzsektors. Die American Forest & Paper Association stuft 60 % der Produktion, 55 % der Sperrholzexporte und 100 % der Rundholzexporte aus Indonesien als "verdächtig" ein. Schätzungen von Greenpeace für Russland belaufen sich auf 20 % des eingeschlagenen Holzes. Der WWF errechnet für Russland den Anteil auf illegal geschlagenes Holz auf 27% bis 36%. In einzelnen Regionen können die Anteile jedoch stark variieren. Der Anteil illegal geschlagenen Holzes erreiche im Fernen Osten 50 bis 70%, und im Kaukasus gar 70 bis 100%.

Vertrauen am Point of Sale

FSC CoC und PEFC CoC sind hier das Maß der Dinge, um Vertrauen am point of sale zu stiften. Auch die Zertifizierung für nachhaltige Holz- und Papierprodukte nach FSC (Forest Stewardship Council Chain of Custody) und PEFC COC – eine Norm für die Einhaltung von Grundsätzen einer naturnahen Waldbewirtschaftung unter Gewährleistung ökologischer, sozialer und ökonomischer Kriterien – erfreut sich wachsender Nachfrage.

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Effizientes Lesen spart Zeit

 

 

Während wir im deutschsprachigen Raum in Informationen ertrinken, haben Skandinavier keinen Stress, ihr täglich anschwellendes Lesepensum zu bewältigen. Das liegt nicht daran, dass sie weniger Informationen bekämen. Vielmehr haben sie schon als Kind gelernt, effizient und sehr schnell zu lesen.

Auf dem Schreibtisch neben dem Computer türmen sich Berichte, Protokolle, Fachzeitschriften und warten darauf, dass man sich damit befasst. Im Mailprogramm treffen alle paar Minuten Mails ein, die gelesen und beantwortet werden wollen. Das Internet steht bereit, auf Knopfdruck mit Unmengen an Daten, Informationen und Wissen aufzuwarten.

Opfer der Informations-Ohnmacht

Manager und Fachkräfte rund um den Globus stöhnen ob der großen Informationsmenge, die es täglich zu bewältigen gilt. Studien haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte sich überfordert fühlt und die Fülle an Material nicht bewältigen kann. Und das, obwohl Wissen und Informationen grundlegend für die Arbeit sind. Ein Drittel der befragten Manager gab sogar an, sich als „Opfer der Informations-Ohnmacht“ zu fühlen. Es scheint also, als wären wir alle gut gebildet und hoch qualifiziert für unsere Jobs – und doch stolpern wir regelmäßig über eine Hürde, die uns als Basiskompetenz doch schon in der Volksschule beigebracht wurde: das Lesen.

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Energieeffizienz und Energiemanagementsysteme nach ISO 50001:2011 – globale und europäische Entwicklungen

Laut Umweltbundesamt Berlin wurden mit April 2013 über 2.400 ISO 50001 Zertifikate bereits ausgestellt. Davon entfallen knapp 1.400 alleine auf Deutschland. Dh Deutschland deckt 58% der weltweit ausgestellten ISO 50001 Zertifikate ab. Auf Österreich entfallen 31. In der Schweiz sind es 17 Standorte. Das klassische Verhältnis im Ländervergleich Ger:Aut von circa 8:1 oder 10:1 gilt hier nicht mehr. Das Ländermatch steht im Verhältnis 45:1.

Legt Deutschland einen zusätzlichen Grundstein zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit?

Wenn man die deutsche Situation kennt, weiß man, dass die Forderung nach einer Zertifizierung nach ISO 50001 eine Forderung des deutschen EEG (Erneuerbare Energiegesetz) ist. Im ersten Schritt geht es vielen deutschen Unternehmen um die Sicherstellung, rechtliche und steuertechnische Anforderungen zu erfüllen. Im 2. Schritt wird aber hier auf breiter Unternehmensfront die methodische und systematische Grundlage geschaffen, gezielt die Energieeffizienz zu steigern – auf Basis von Energieflussanalysen, Energieplanung, Festlegung von messbaren Energieleistungsindikatoren, ... - damit Energiekosten unmittelbar zu senken und im Endeffekt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu steigern.

Österreich – Bundesenergieeffizienz vorerst abgeblasen

Bundeswirtschaftsminister Mitterlehner verfolgt mit der Energiestrategie 2020 auch eine Strategie der Effizienzsteigerung. Der viel diskutierte Entwurf zum Bundesenergieeffizienzgesetz wäre ein interessanter rechtlicher Gestaltungshebel gewesen. Energieaudits nach ISO 50001 wären hier in Betracht gezogen worden. Die Betonung liegt im Moment auf „wäre“, denn die Parlamentsparteien, insbesondere die Grünen und die ÖVP, konnten sich hier nicht einigen. Damit geht aber wertvolle Zeit verloren und es ist damit in Frage gestellt, ob die europäischen und österreichischen Energieziele erreicht werden können.

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Schaden abwenden!

Den Mobilfunkern geht es in Österreich, im Schlaraffenland der IKT-Verhaltensforscher, so richtig schlecht. Der Strategieberater Booz & Company beziffert den volkswirtschaftlichen GAU, den ausbleibende Investitionen am heimischen Markt verursachen, mit knapp einer Milliarde Euro jährlich.

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Qualitäts-Pioniere ausgezeichnet!

20 Jahre ISO 9001 zertifiziert: 840 Jahre geballte Qualitätskompetenz und ständige Verbesserung in 42 Unternehmen gewürdigt.

 

Wien, 15. Mai 2013 – Die erfolgreiche ISO 9001 Zertifizierung von über 40 österreichischen Unternehmen über einen Zeitraum von 20 Jahren waren Anlass der gestrigen Auszeichnung im qualityaustria Headquarters unter dem Ehrenschutz von Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner in Wien.

 

„Die ausgezeichneten Unternehmen haben mit ihrer fortlaufenden Integration der anspruchsvollen ISO 9001 Grundsätze in der Kunden-, Prozess- und Mitarbeiterorientierung Ausdauer, Konsequenz und den Willen bewiesen, ständig an der Verbesserung der Leistung und damit am Erfolg zu arbeiten gezeigt. Als Qualitätspioniere sind sie damit auch ein wesentlicher Teil der großen Bewegung, die weltweit inzwischen mehr als 1 Million zertifizierter Unternehmen hervorgebracht hat“, so Konrad Scheiber, CEO der Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH in seinem Eröffnungsstatement zu den ausgezeichneten Unternehmen. Aus der aktuellen Studie über Hidden Champions des FH Campus Graz geht hervor, dass vor allem die Qualität der Produkte und der Dienstleistungen sowie die hohe Zuverlässigkeit nicht nur die Marke der Unternehmen stärken, sondern entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg der österreichischen Hidden Champions sind. „Austrian Quality ist damit ein Standort- und Wettbewerbsfaktor für die österreichische Industrie und für das Gewerbe“, betont Scheiber. Quality Austria sei stolz, durch Trainings, Audits und Assessments sowie durch Kongresse und Publikationen einen Beitrag zu dieser Erfolgsstory leisten zu können. Das aktuelle qualityaustria Fachbuch „Unternehmensqualität wirkt“ zeigt nicht nur 25 Erfolgsvariablen auf, sondern weist auch den Erfolg mit Qualität nach.

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Handelsungleichgewichte der Eurozone nehmen ab




Die Handelsungleichgewichte in der Eurozone haben sich in den zurückliegenden Jahren dramatisch verringert, schreibt Gavyn Davis in der FT. Das sei jedoch hauptsächlich aus den falschen Gründen geschehen, nämlich per massiver Rezession im Süden statt per Verringerung der Wettbewerbsunterschiede innerhalb der Eurozone.

Als der Euro 1999 eingeführt wurde, schreibt Davis, glaubten seine Verfechter, dass die seit Jahrzehnten anhaltende Zahlungsbilanzkrise der schwächeren Mitgliedsstaaten der Eurozone zu Ende gehen würde. Der Glaube erwies sich als Traum. Die Leistungsbilanz-Ungleichgewichte erwiesen sich nach dem 2008er Crash als auf normalen Wegen unfinanzierbar. Die anwachsenden Target2-Salden im EZB-System zeigten, dass nur der Übergang zu öffentlicher Finanzierung das Euro-Gebiet zusammen halten konnte. Ohne Target2 wäre der Euro schon wieder Geschichte.

 

Die Bundesbank hat über Target2 einen Großteil dieser öffentlichen Finanzierung übernommen, was im Laufe der Jahre zu einem heißen politischen Eisen in Deutschland wurde. Die Fragestellung kochte hoch, was mit diesen Forderungen wird, wenn der Euro zerbricht. Die Lösung wird von vielen darin gesehen, dass die Leistungsbilanzdefizite im Süden verschwinden, wodurch keine weitere Finanzierung per Target2 mehr benötigt wird.

 

Dem scheint man nun nahe zu sein, denn die Zahlungsbilanzdefizite reduzieren sich schnell und die Target2-Salden schrumpfen. Das ist besonders bemerkenswert, weil zur gleichen Zeit der deutsche Leistungsbilanzüberschuss kaum zurückgeht.

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Psychosoziale Risiken in Unternehmen im internationalen Vergleich

Psychosoziale Probleme nehmen in Europa an Bedeutung zu und stellen sowohl für Unternehmen als auch für die Volkswirtschaften ein wachsendes Problem dar.

Im Artikel Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Ländervergleich im Februar 2013 wurde bereits auf die von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz durchgeführte europaweite Unternehmensumfrage zum Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter eingegangen. Im Fokus der Umfrage standen neue und aufkommende Risiken sowie deren Management. Psychosoziale Risiken wie arbeitsbedingter Stress, Gewalt oder Belästigung bilden einen besonderen Schwerpunkt der Studie. Die länderübergreifenden Ergebnisse sollen Bewusstsein für die Thematik schaffen und politischen Entscheidungsträgern bei der Gestaltung und Umsetzung neuer politischer Strategien behilflich sein.

Die Arbeitswelt befindet sich in einer ständigen Entwicklung, Arbeitsplätze und -praktiken als auch Produktionsprozesse wandeln sich unaufhörlich. Es bedarf einer kontinuierlichen Beschäftigung mit Sicherheits- und Gesundheitsschutzfragen, um ein hohes Maß an Sicherheit beständig gewährleisten zu können. Ein ausgereiftes Management oder formelle Verfahren scheinen jedoch nur in wenigen Ländern fest etabliert zu sein, so die Autoren.

Quality Austria greift diese Studie wieder auf und geht in diesem Beitrag insbesondere auf die Aspekte der psychosozialen Risiken ein und arbeitet einige Querverbindungen zu den Managementsystemen ISO 9001 und OHSAS 18001 heraus.

Psychosoziale Risiken vor allem durch Zeitdruck, Umgang mit schwierigen Kunden und interne Kommunikation

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Die USA überstehen das Ende der Globalisierung

Allgemein nehmen Kommentatoren und Beobachter einen relativ ungehinderten Welthandel und freien Kapitalfluss als gegeben hin. Die Realität sieht allerdings etwas anders aus, schreibt Satyajit Das auf Marketwatch.

Wenn die aktuellen wirtschaftlichen Umstände zu einer Bewegung Richtung Autarkie führen, dürften die USA, Europa und China aus unterschiedlichen Gründen abgeschottete Volkswirtschaften als eine Option sehen.

 

Die USA haben dabei eine günstige Ausgangsposition:

 

Die USA bleiben mit rund 25% des Welt-BIP die größte Volkswirtschaft auf der Erde. Das US-BIP ist nahezu doppelt so groß wie das von China, der zweitgrößten Volkswirtschaft.

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Die dritte Plattform

Der mobile Arbeitsplatz verändert die IT-Infrastruktur eines Unternehmens bezüglich Datenhaltung, Sicherheit und Verwaltung: Die Anforderungen der sogenannten dritten Plattform erfordern neue Konzepte und Strategien: weg vom Rechenzentrum hin zu adaptiven Infrastrukturen. Was bedeutet das?

Drei Themen prägen gemäss Analysten wie Gartner, Forrester und IDC dieses Jahr den Markt. Es ist der mobile Arbeitsplatz, Cloud Computing und Big Data. So werden gemäss IDC die weltweiten Ausgaben für die IT im Jahr 2013 um 5,7 Prozent auf über 2 Billiarden Dollar wachsen. Über 50 Prozent dieses Wachstums macht die Zunahme der Verkäufe von Tablets, Smartphones und anderen mobilen Geräten aus. Der zweite stark wachsende Bereich ist der Markt für Cloud Computing, da sind gemäss Gartner und Forrester zweistellige Wachstumsraten zu erwarten. Betrachtet man lediglich die Wachstumszahlen, explodiert zwar der Markt für Big Data – es ist von bis zu 58 Prozent Wachstum dieses Jahr die Rede. In absoluten Zahlen jedoch bestimmt dieses Thema die Marktentwicklung nicht im selben Ausmass wie die anderen beiden Themen Mobile und Cloud Computing, auch wenn in den nächsten Jahren der Job als Data Scientist sehr gefragt sein dürfte.

Was sich ändern wird
Die reinen Verkaufszahlen von mobilen Geräten sind nur ein Ausdruck einer Veränderung, die sich über die letzten Jahre angebahnt hat und nun langsam, aber sicher zum Mainstream wird: das mobile Arbeiten. Fixe Arbeitsorte mit fixen Arbeitszeiten sind rückläufig – bereits heute setzt laut der Ende des letzten Jahres durchgeführten Studie "Workplace of the Future: a global market research report" der Firma Citrix knapp die Hälfte aller Unternehmen mobile Arbeitsmodelle ein. Motivation dafür ist die Anwerbung hochqualifizierter Arbeitskräfte durch flexible Arbeitsangebote und die Reduktion von Miet-, Reise- und Personalkosten. Diese Flexibilität bezieht sich auf die Zeit, den Ort und das Arbeitsgerät. Und genau in diesem Jahr wird das mobile Arbeitsgerät den PC als Zugriffsinstrument auf das Netz ablösen. Wir werden somit mehr und mehr unser eigenes Gerät als Arbeitsinstrument einsetzen.

Gemäss der Studie "The consumerization of IT – The next-generation CIO", die im November 2011 vom Center for Technology and Innovation der Firma PWC herausgegeben wurde, ist der Anteil der privaten Geräte, mit denen auf Unternehmensanwendungen zugegriffen wird, bereits im Jahr 2011 auf 40 Prozent gestiegen. Das alles hat weitreichende Konsequenzen für die Infrastruktur einer Unternehmens-IT.

Die Konsequenzen
Der Begriff "Consumerization of the IT" umschreibt den zunehmenden Einfluss der Technologie, die für den Endkunden auf den Markt kommt, auf die IT-Abteilungen der Unternehmen. So wird beispielsweise die Verbreitung von Windows, als dominierendes Betriebssystem für Endgeräte, bedrängt durch die Tatsache, dass weit mehr mobile Geräte auf Basis von iOS und Android verkauft werden als solche auf Basis von Windows 8. Die Dominanz des Windows-PCs als Standard im Unternehmen endet gemäss Gartner bereits in diesem Jahr – abgelöst durch eine Vielzahl von Umgebungen, die von der IT unterstützt werden müssen. Doch damit nicht genug. Die klassischen Anwendungen der betrieblichen Informatik verändern sich in Richtung Mobile Apps. Dasselbe gilt auch für die Infrastruktur, die notwendig ist, um dieses System zu implementieren und zu betreiben. Unternehmenseigene App-Stores werden für grössere Firmen zur Notwendigkeit, wenn sie der Vielzahl der Endgeräte gerecht werden wollen. Die Veränderung der Softwareverteilung geht mit einer Veränderung der notwendigen Infrastruktur für den Betrieb der Anwendungen einher. Zur Verbindung von mobilen Anwendungen und cloudbasierten Diensten äussert sich Forrester für das Jahr 2013 wie folgt: «Cloud & Mobile become one.» Dies ist die ideale Lösung, um den sich ständig verändernden Anforderungen mobiler Unternehmensanwendungen gerecht zu werden. IDC prognostiziert aus diesem Grund eine starke Zunahme der PaaS-Angebote (Public-Platform-as-a-Service) und eine Anpassung von cloudbasierten Branchenangeboten. So sollen sich PaaS-Angebote zu Massenprodukten entwickeln, die in Kombination mit SaaS-Lösungen (Software-as-a-Service) die Basis für branchenorientierte Business-iClouds bilden.

Die dritte Plattform
Soll die IT-Infrastruktur eines Unternehmens mit den aktuellen Entwicklungen des mobilen Arbeitens mithalten, so ist eine neue Beweglichkeit gefragt – eine Beweglichkeit hinsichtlich Zeit, Ort und Geräteunterstützung. Diese bewegliche IT-Infrastruktur wird von Frank Gens, Chief Analyst bei IDC, unter dem Begriff "dritte Plattform" zusammengefasst. Diese dritte Plattform erweitert die bestehenden zentralen IT-Infrastrukturen eines Unternehmens, im Gegensatz zur ersten Plattform (Mainframe-Technologie) und zweiten Plattform (Desktop-Unterstützung). Die IT-Infrastrukturen werden zur Grundlage für die Bereitstellung und den Betrieb von mobilen Anwendungen. Diese basieren auf einer Kombination von Cloud-Computing-Services, sozialen Netzwerkmechanismen, modernen mobilen Netzwerken und zentralen unternehmenseigenen IT-Infrastrukturen.

Worauf ist zu achten?
Der Weg vom Rechenzentrum hin zu beweglichen Infrastrukturen bedeutet Veränderungen auf der Ebene der Datenhaltung, der Sicherheit und der Verwaltung der IT-Systeme. Mobiles Arbeiten bedeutet in vielen Fällen, mit unternehmenskritischen und unternehmensrelevanten Daten zu arbeiten. Diese Daten müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, somit verfügbar rund um die Uhr und rund um den Globus. Dies muss in einem ständig wachsenden Umfeld von strukturierten und vor allem unstrukturierten Datenmengen gewährleistet sein. Die Datenhaltung und die Datenbereitstellung über die internen Rechenzentren hinaus werden zu zentralen Aufgaben der IT. Damit verbunden sind neue Sicherheitsaspekte. Das mobile Arbeiten per se bringt bereits zusätzliche Anforderungen hinsichtlich der Verschlüsselung und ferngesteuerten Löschung lokaler Daten mit sich. Darüber hinaus kommt die Notwendigkeit verbesserter Aufklärung bezüglich Passwortstärke und anderer Sicherheitsrisiken im Mobile Computing hinzu. Zu guter Letzt darf je nach Aufenthaltsort des mobil arbeitenden Personals auf bestimmte Daten gar nicht mehr zugegriffen werden. Mit anderen Worten dürfen sie an bestimmten Orten aufgrund gesetzlicher Regelungen auf keinen Fall sichtbar sein. Die Art und Weise, wie IT-Systeme verwaltet werden, wird sich dadurch vollständig verändern. Eine Kombination aus zentralen Infrastrukturen mit global verteilten Diensten und Endgeräten, die sich ständig und rund um die Uhr an einen anderen Ort befinden, unterscheidet sich grundlegend von der traditionellen IT-Infrastruktur. Diese ist auf das Firmengelände und Büroarbeitszeiten beschränkt. Das Spektrum der verschiedenen Systeme und Systembestandteile wächst mit den Anforderungen des Mobile Computing.

Die Zukunft der adaptiven Infrastrukturen
Die adaptiven Infrastrukturen oder auch die «dritte Plattform», wie IDC die Unternehmens-IT der Zukunft nennt, bedingen die Integration einer Vielzahl von Technologien. Verschiedene Hersteller versuchen mit sogenannten integrierten Ecosystemen Lösungen für adaptive Infrastrukturen zu bieten. Sie bestehen aus Appliances, Cloud-Diensten und mobilen Anwendungsplattformen. Dabei spielen die spezialisierten Appliances eine wichtige Rolle als Verbindungselement zwischen bestehender und neuer Infrastruktur. Deren Einsatz soll die Betriebskomplexität und damit auch die entsprechenden Kosten reduzieren, bei gleichzeitiger Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Die Cloud-Dienste sollen den Einkauf und die adaptive Nutzung zentraler Services vereinfachen. Die mobilen Anwendungsplattformen erlauben dabei die Bereitstellung der neuen Generation von Anwendungen für eine Vielzahl von
mobilen Geräten. Das integrierte Ecosystem ermöglicht eine Kontrolle der adaptiven Infrastrukturbestandteile.

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