Zwischenrufe aus Übersee

Wie ein Europäer den Alltag an der US-amerikanischen Ostküste erlebt.

PR-Gags statt Politik

Heute will Präsident Obama seinen Budgetvorschlag präsentieren. Die New York Times berichtete vorab, Obama wolle drei Billionen US-Dollar einsparen. Das klingt viel, ist es aber nicht. Eigentlich ist es bestenfalls ein PR-Gag.

Irgendwann ist irgendein PR-Profil draufgekommen, dass es einen schlanken Fuß macht, wenn man Einsparungen nicht auf ein Jahr sondern auf zehn Jahre rechnet. Klingt doch gleich viel imposanter.

Wenn Obama jetzt davon redet, er wolle drei Billionen - innerhalb von zehn Jahren - einsparen, dann klingt das beeindruckender als ehrlicherweise auf 300 Milliarden hinzuweisen, die man jährlich weniger ausgeben will.

Die USA lukrieren Steuereinnahmen von rund zwei Billionen im Jahr, aber sie geben 3,5 Billionen aus. Das jährliche Budgetloch beträgt also  1,5 Billionen und wird sich laut Obamas Rechnung auf 1,2 Billionen senken. Oder wenn man das 10-Jahres-Modell anwendet, werden die Schulden um 12 Billionen statt um 15 Billionen zunehmen.

Ob PR-Gags Probleme lösen, darf bezweifelt werden.

 

P.S: 19.9 Obama hat seinen Vorschlag präsentiert und er ist rundum enttäuschend. Offensichtlich hat der Präsident die Absicht Politik zu machen aufgegeben,  er macht stattdessen Wahlkampf.

"Das beste an dem Vorschlag ist" schreibt etwas Jennifer Rubin, Kommentatorin der Washington Post , "dass er völlig irrelevant ist."

Nachdem sich der Präsident selbst aus dem Spiel genommen hat, liegt es am Superkomitee, dass im August eingesetzt wurde, sich um das horrende Schuldenproblem der USA zu kümmern.

Obama begibt sich inzwischen aufs flache Land und tut, was er am besten kann: reden.

 

 

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