Zwischenrufe aus Übersee

Wie ein Europäer den Alltag an der US-amerikanischen Ostküste erlebt.

Denkverbote und Klimawandel

Der Globus erwärmt sich, die Meeresspiegel steigen und die Katastrophe droht, sagen die Propheten des Untergangs William Happer hingegen sagt das genaue Gegenteil: Klimwandel ist gut für Mensch und Natur.

William Happer ist ein introvertierter Wissenschafter, lehrt Physik an der Universität von Princeton, einer der führenden Unis der Welt. Seine Sprache ist präzise, analytisch und seine Worte sind mit Bedacht gewählt. Nur wenn es um den Klimawandel geht, wird der Wissenschafter richtig rabiat:„Die Dämonisierung von Kohlendioxid ist wie die Dämonisierung der armen Juden unter Hitler. Kohlendioxid ist in Wirklichkeit gut für diese Welt, genauso wie das Judentum.“

 

Das sagte er in einem Interview auf CNBC im Juli 2014. Die ganze Klimadebatte sei ideologisch eingefärbt, statt wissenschaftlicher Analyse gebe es nur Denkverbote und statt Fakten würden Dogmen aufgetischt. In einem Hearing vor dem US-Senat griff er die herrschende Lehre frontal an: „Ich höre vom Umweltgift CO2, ich höre davon, dass wir mit CO2 die Atmosphäre vergiften, dass wir unserer CO2-Fußabdruck verkleinern müssen. Das erinnert mich an eine Aussage Orwells, über die es sich lohnt nachzudenken. 'Aber wenn Gedanken die Sprache korrumpieren, dann kann die Sprache auch die Gedanken korrumpieren.'

"CO2 ist kein Schadstoff, es ist kein Umweltgift und wir sollten unsere Sprache nicht korrumpieren und den Begriffen Schadstoff und Gift ihre ursprüngliche Bedeutung rauben. CO2 ist absolut wichtig für Leben auf der Erde.“

In einem Artikel für das Wall Street Journal, den 15 weitere Wissenschafter unterzeichneten, beklagte Happer: „Das internationale Klimawandel-Establishment hat alle unterdrückt, die Zweifel an ihren wissenschaftlichen Schlussfolgerungen haben.“ In Wirklichkeit sei die Wissenschaft in Geiselhaft jener, die aus ihrem Dogma eine Industrie gemacht hätten, von der sie opulent lebten.

„Die Reaktion des Klimas auf die Zunahme von CO2 lässt sich mit deren Modellen nicht in Einklang bringen. Der Klimawandel hat schon vor 10 Jahren aufgehört.“

Diese Aussagen Happers provozierte seine Gegner, die ihn seither nur mehr als Klimawandel-Leugner bezeichnen, ganz in Anlehnung an den Begriff der „Holocaust-Leugner“ und irgendwie bestätigen sie damit Happers-Kritik: Diffamierung und Stigmatisierung sind durchaus Methoden der Wissenschaft, wenn es darum geht, die eigenen Argumente gegen Kritik anderer zu immunisieren. Klimawandel ist längst zur Glaubensfrage geworden und jeder der nicht sein Bekenntnis bereitwillig ablegt, landet im Eck der Ignoranten und Wissenschaftsfeinde.

Dabei ist doch das Interessante an der Wissenschaft, dass sie keiner demokratischen Mehrheitsfindung unterliegt und wie wir seit Karl Popper wissen: letztgültige Wahrheiten gibt es nicht, alles ist eine These, solange bis sie widerlegt wird. Dann landet sie im Papierkorb der Geschichte.

Wer William Happer ist: http://www.princeton.edu/physics/people/display_person.xml?netid=happer

Happer vor dem US-Senat: http://www.youtube.com/watch?v=ap6YfQx9I64

Burt Rutan ein berühmter Mitstreiter von William Happer:

 http://www.youtube.com/watch?v=oxFm1TXshZY

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