Axel Dick & Qualität

Projektleiter, Autor diverser Studien, Fachartikel und Kommentare
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Was machen intelligente Unternehmen anders?

"Wer sorgt sich rückblickend noch über das Jahr 2010?", fragt Markus Hengstschläger die knapp 700 Teilnehmer beim 20. qualityaustria Forum. Niemand zeigte auf. Anders sah es aus, als es um die Zukunft, um das Morgen ging.

 

"Die Zukunft wandelt sich heute schneller als früher und wird damit immer unsicherer. Das Know-how verdoppelt sich alle 24 Stunden!" so Hengstschläger. Unsere Kinder können sich ein Leben vor Handy & Co gar nicht mehr vorstellen. Wir müssen uns aber die Frage nach der Zukunft stellen, ohne die Zukunft vorhersagen zu können. Aber wie, wenn wir nicht wissen was morgen und übermorgen passiert? Aber keine Angst vor der Zukunft!

Nun wir brauchen viele Talente, die wir auch haben, aber wir - so Hengstschläger  - fühlen uns im Mittelmaß ganz wohl. Mittelmaß führt in die Durchschnittsfalle oder die eine Sackgasse - Willkommen an der Endstation. Hengstschläger: "Wir brauchen ein hohes Maß an verschiedenen Talenten (Varianz), denn die Umwelt entscheidet letztlich, welches Talent wir brauchen, um die Herausforderungen von morgen erfolgreich zu meistern." Bildung und Motivation von Mitarbeitern machen Talente sichtbarer, ebenso rät Hengstschläger zur Teambildung va bei komplexeren Aufgaben. Und wir brauchen gewisse Standards, um das Rad nicht ständig neu zu erfinden, sondern das Leistungsniveau Schritt für Schritt nach oben zu schrauben. Um das "Üben, Üben, Üben" käme man auch nicht herum. Der Erfolg stellt sich nur ein, wenn man Talente fördert und hart arbeitet. Nur die Leistung bzw der Erfolg sind messbar, aber nicht die Talente.

Aber wie können nun intelligente Unternehmen mit der Zukunft besser umgehen, um sich weiterzuentwickeln und nicht in der Sackgasse zu landen?

"Intelligente Unternehmen wissen, welche Produkte und/oder Dienstleistungen wünschen", so Dr. Helene Karmasin und sieht im Wandel der Kundenbedürfnisse Chancen in der weiteren Differenzierung. Intelligente Unternehmen entwickeln eine Sensibilität für kulturelle Tiefenströmungen und können mitunter auch neue Bedürfnisse schaffen. "Es gibt aber auch invariante Wünsche". Karmasin rät auch, Innovationen an Vertrautem anzuknüpfen. Und es gebe ein Bedürfnis nach "Beachtung schenken". In den weiteren Vorträgen und Expertendiskussionen zeichnete sich dann ab, dass das Bedürfnis "Beachtung schenken" Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen trifft.

Konrad Scheiber zeigte Gallup-Statistiken aus Deutschland, dass die Anzahl der nicht emotional gebundenen Mitarbeitern seit Jahren ständig zunehme. Aber demotivierte Mitarbeiter bringen keine Verbesserungsideen ein, sondern eher Sand ins unternehmerische Getriebe. Auch in den qualityaustria Kundeninterviews war die Rede von "Der Erfolg liegt in der Begeisterung - bei Strabag" oder vom "Leistungsstreben der Mitarbeiter  - bei Siemens". Auch Clemens Euler-Rolle von MONDI betonte mehrfach die zentrale Rolle der Mitarbeiter. Auch für den Villacher Apotheker Dr. Klaus Schirmer ist die Herzlichkeit der Mitarbeiter in Verbindung mit kompetenter Beratung ein Asset, mit dem sich seine Apotheke gegen den Mitbewerb, auch aus dem Internet erfolgreich abgrenzen kann. 

Auch an den Prozessen führt kein Weg vorbei. Einerseits geben hier unternehmerische Landkarten und Navigationssysteme eine klare Orientierung so Scheiber. Karmasin ist auch überzeugt, dass es dann Prozesse brauche, um die neuen Ideen dann erfolgreich umzusetzen. Mag. Herbert Pfeilstecher von der Sattler AG aus Graz betonte, das stabile Systeme den richtigen Halt geben, um dann rasch auf Veränderungen reagieren zu können.  Euler-Rolle sprach von Gesundheits-Checks der Produktionsstandorte, um dann konsequent über Managementsysteme, Plan-Do-Check-Act zur idealen Fabrik zu gelangen. Euler-Rolle sieht hier einen evolutionären Prozess der Verbesserung, der auch in den drei Dimensionen der Führungs-, System-, und Prozessexzellenz abgebildet werden kann. 

Welche Eigenschaften brauchen intelligente Unternehmen? Alle waren sich hier einig. Transparenz in den Daten und Fakten, Konsequenz und Disziplin im Tun, aber auch Flexibilität und Wandlungsfähigkeit und Mut.

Am Ende wage ich doch eine mutige Prognose für die Zukunft, auch wenn niemand weiß, was die Zukunft bringen wird. Qualität wird auch morgen und übermorgen einen hohen Stellenwert haben, denn Qualität stiftet heute und morgen Vertrauen. In einer Zeit, wo vieles unsicherer wird, fördert Vertrauen das Gefühl der Sicherheit. Ein konkretes Beispiel - Qualität als Differenzierungsmerkmal ist für die Sattler AG ein wichtiges strategisches Anliegen. Das Familienunternehmen besteht seit über 135 Jahren und produziert als Spezialist für textile Outdoorprodukte in Österreich und bedient den Weltmarkt.

Viel Erfolg mit Qualität!

Axel Dick 

Auf www.qualityaustria.com finden Sie (demnächst) alle Vorträge, die Presseaussendung, Bilder und Videoclips. Schauen Sie rein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

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