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Das Unwort: Quote

Wie heißt es so schön: „Wenn du nicht mehr weiter weißt forme einen Arbeitskreis“. Nun  so ähnlich verhält es sich mit Kennzahlen und Quoten. Da wird versucht sich aus der Verantwortung zu drücken indem man angeblich fundierte Fakten in systemische Zahlen verwandelt. Natürlich ist es schwer diese Fakten dann auch zu  widerlegen. Aber man ist auf der sicheren Seite und kann die eigene Leistung scheinbar sachlich und fachlich darlegen. Es ist natürlich einfacher auf diese Art und Weise  als sich mit der Sache an sich zu beschäftigen und Lösungen auf Aufgabenstellungen zu präsentieren. Hat man die Quote oder  die Kennzahl erreicht dann ist man  auf der sicheren Seite, ist das Gegenteil der Fall sind immer andere die Verursacher des Nichterfüllens.

So sind wir nun in der glücklichen Lage, dass wir nach langen Diskussionen über „Frauenquoten“ endlich  wieder eine neue Quote entdeckt haben, die Asylantenquote. Es ist uns gelungen damit für Menschen eine Kennzahl zu entwickeln. Ist doch schön, wir brauchen uns nicht mit dem Inhalt der Werte beschäftigen, nämlich dem Menschen. Bei der leidigen Diskussion über Quoten geht letztendlich verloren worüber  wir reden und urteilen. Es soll ja auch vorkommen, dass auch in Unternehmen Verantwortliche bei genauer Hinterfragung nicht wissen, wie die Kennzahlen entstanden sind und was sie auch bewirken.

Medial wirksam sind die Quoten allemal. Dass es dabei gerade bei der Asyldiskussion um Schicksale, um leidvolle Erfahrungen geht tritt dabei in den Hintergrund. Man suhlt sich in endlosen Diskussionen ob Belegungszahlen von Quartieren eingehalten werden oder nicht. Auch verständnisvolle Interviews von Verantwortlichen bieten keine Lösungen, sie zeigen nur immer wieder auf, ob Quoten erfüllt sind oder nicht. Wo sind die Darstellungen der echten Leistungen? Wo kann  man die Wertschätzung gegenüber den betroffenen Menschen erkennen? Scheinbar ist die Politik zu feige um sich der Problematik ernsthaft anzunehmen. Die Angst vor Populismus lähmt die eigene Entscheidungskraft.

Es ist längst überfällig sich mit der Bevölkerung auseinander zu setzten und sich einer Diskussion zu stellen. Persönliches Engagement steht vor medialen Auftritten. Diese kommen ohnedies nur als reaktive Maßnahme bei den Menschen an. Es ist auch notwendig endlich zu realisieren, dass wir nicht auf einer Insel der Seligen wohnen sondern Teil einer vernetzten Welt sind. In dieser Welt ist es notwendig, dass jeder seinen Beitrag liefert. Abkapseln und sich einzumauern ist nicht die Lösung. Beides führt zu noch mehr anreizen,  diese Grenzen zu überwinden und fördert die Illegalität.

Warum werden die unzähligen positiven Maßnahmen nicht in den Vordergrund gestellt. Die Erfüllung der Quote ist es nicht. Es sind die Hilfen von vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Wie wertvoll diese Beiträge sind lässt sich an einem Projekt in Deutschland darstellen. Ehrenamtliche unterrichten Asylanten in Deutsch auf ganz einfache Art und Weise. Dieses Thannhauser Modell ist ein Beispiel für aktive Integration und hilft auch unsere Kultur den Flüchtlingen zu vermitteln.

Also Schluss mit den Quotendiskussionen. Taten sind gefragt um den Wert des Menschen in den Vordergrund zu stellen. Nicht vergessen, die Flucht als Reaktion auf kriegerische Auseinandersetzungen, ist keine Entscheidung die aus Jux und Tollerei getroffen wird. Sie ist eine Frage des Überlebens unter menschenwürdigen Umständen.

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