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Transparenz fängt bei uns selbst an

Immer wieder verlangen wir bei allen öffentlichen Vorhaben mehr Transparenz. Ob in der Politik, internationalen Vereinbarungen oder von unserer Umgebung allgemein. Was bedeutet denn Transparenz? Wissen wir überhaupt was diese viel geforderte Offenheit eigentlich bedeutet? In vielen Fällen ist dieses Verlangen nur dann gültig, wenn es jemand anderen betrifft und nicht uns selbst. Diese Offenlegung wird aber immer wieder auch gleichgesetzt mit Misstrauen. Organisationen wie „Transparency International“ vermitteln den grundsätzlichen Eindruck, dass es bei allen beobachteten Vorgängen um Missbrauch, um Korruption oder Bestechung geht.

Populistisch gesehen ist dies verständlich. Negative Betrachtungen, „whistleblowing“ oder auch einfach das in Umlauf setzten von Gerüchten verkauft sich einfach besser. Das landläufige „hinhacken“, der Neid ist doch was Schönes. Warum gehen wir von vorneherein immer davon aus, dass der oder die andere Seite uns betrügen, belügen oder hintergehen will. Steckt da nicht der Teufel in uns selbst, weil wir es gerne täten? Andere der Steuerhinterziehung zu bezichtigen ist doch was Herrliches. Wir selbst sind doch immer wieder bemüht jede wie immer geartete Lücke auszunützen um Steuern zu sparen. Natürlich muss gesetzlicher Missbrauch geahndet werden. Alleine deshalb, weil es ein Vergehen an uns allen ist und damit der Gesellschaft schadet.

Ja, wir wollen immer alles wissen. Am liebsten wäre es uns, wenn wir die Lösung schon hätten bevor wir überhaupt die Frage gestellt haben. Wir wollen von den Anderen alles Wissen. Sind wir aber selbst bereit uns zu „veröffentlichen“? Da gibt es dann die üblichen „aber“. Jede Organisation, von der wir diese Transparenz fordern wird von Menschen geleitet. Menschen wie wir selbst. Mit den gleichen Gefühlen und der gleichen inneren Einstellung. Ist es dann möglich, dass diese Organisation von sich aus transparent ist? Ich behaupte nein. Nein, solange wir selbst nicht diese Kultur der Offenheit leben. Irgendjemand hat einmal gesagt „verlange von deinem nächsten nicht etwas, was du nicht selbst willst“. Genau dem widersprechen wir aber in unserer über kommunizierten Welt.

Freier, offener Zugang zum Netz und im Netz. Ein schöner Gedanke, aber nur solange wenn es nicht uns betrifft. Nehmen wir die sozialen Netzwerke. Hier werden Gedanken, Gefühle Stimmungen und was immer auch öffentlich gemacht, sehr oft ohne nachzudenken. Wir vergessen dabei aber, dass die Empfänger aber frei im Umgang mit der Information sind. Erfolgt dann aber dieser „freie“ Missbrauch, stürzt für uns die Welt zusammen und endet gegeben falls vor dem Richter.

Ich weiß es ist schwer eine klarer Linie zu ziehen, was öffentlich ist, zu sein hat und was eben nicht. Es ist für mich eine grundsätzliche Frage der Kultur des Umgangs mit Informationen. In anderen Kulturkreisen geht man viel offener damit um und hat gelernt den Respekt vor den Mitmenschen zu bewahren. Neidgefühle und Misstrauen sollte durch Vertrauen und Achtung ersetzt werden. Geschieht dies, dann lernen wir auch vertrauensvoll mit Transparenz umzugehen. Es wird Zeit, dass wir lernen mit Offenheit sorgsam umzugehen. Dies sowohl im persönlichen als auch öffentlichen Umfeld. Man muss nicht jedem Vorhaben mit Misstrauen begegnen. Geschieht dies wird die andere Seite nicht offen agieren.

Beginnen wir doch bei uns selbst, den Offenheit hat noch nie geschadet wenn sie von allen Beteiligten gelebt wird.

 

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