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Busy going nowhere

Es ist schon eine besondere Eigenschaft der Politik und der Wirtschaft in unserer Zeit rasch und medienwirksam zu agieren. Vernetzt denken sich mit den Hintergründen beziehungsweise den Zusammenhängen auseinanderzusetzten tritt in der kennzahlenorientierten Welt in den Hintergrund. Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu tragen wird oft dem kurz-fristigen vermeintlichen Erfolg geopfert. Es kann aber auch sein, dass man Entscheidungen nicht trifft, weil die wöchentlichen Meinungsumfragen dagegen sprechen. Letztere sind Meinungsbilder, die eigentlich nur Momentaufnahmen darstellen. Die nachhaltige Wirkung entsteht dann, wenn diese Bilder sich in der emotionalen Ebene der Empfänger verfestigen. Rationale Überlegungen treten damit in den Hintergrund.

Die Wirtschaft hat gegenüber der Politik nun den Vorteil, dass sie sich an klaren Ergebnissen orientieren kann und muss. Die Politik bewegt sich da immer in einem „stimmungsfreien“ Raum. Zusammenhänge und Einflüsse können in der Mikroökonomischen Ebene leichter bewertet werden als in der für die Politik relevanten Makroökonomischen. Hier geht es um Einflüsse, welche viel umfangreicher zu bewerten sind und wesentlich mehr Unsicherheiten bieten. Getroffene Entscheidungen zeigen ihre Wirkung oft sehr viel später und erfordern daher Weitblick aber auch größere Risikobereitschaft für zu treffende Maßnahmen. Diese Anforderungen verlangen aber Persönlichkeiten, welche auch als solche bezeichnet werden können. Sie verlangen aber auch, dass sich Entscheidungsträger nicht durch Angst leiten lassen. Wie heißt es so schön, „Mut kann man nicht kaufen, Mut hat man“.

Grundsätzlich können Entscheidungen nie restlos abgesichert werden. Man kann sie nur soweit wie möglich absichern muss sie dann aber auch klar vertreten. Beispiele wie man es eigentlich nicht machen soll haben wir in unserem Lande derzeit genug. Sei es die Hypo Alpe Adria, eine klare Position zu Europa oder die seit Jahren andauernde Diskussion zur Bildung. Letztere ist ja eigentlich eine Schuldiskussion. Bezeichnend ist, dass das zuständige Ministerium als Unterrichtsministerium bezeichnet wird und nicht als Bildungsministerium. Das vernetzte Denken gerade im Zusammenhang mit der Bildung kann so ja nicht funktionieren, da wesentliche Elemente ja auf andere Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt sind.

Daraus resultiert auch der Umgang mit der Diskussion. Man spricht von Gesamtschule, ändert die Bezeichnungen der Hauptschule in eine Neue Mittelschule und will traditionelle und nachweislich erfolgreiche Schulformen abschaffen. Das nennt man dann Bildungsdiskussion. Internationale Tests werden mit nicht nachvollziehbaren Begründungen ausgesetzt um möglich Misserfolge der getroffenen Maßnahmen nicht begründen zu müssen.

Warum tritt man nicht entschieden gegen den „Zuständigkeitsdschungel“ auf? Warum betrachtet man nicht gerade die bildende und formende Zeit der Jugend vom Kindergarten bis zum Ende der Pflichtschulzeit als Einheit? Warum werden diejenigen, die unsere Jüngsten der Gesellschaft formen nicht mit der gleichen Wertigkeit betrachtet wie die in den Schulen Unterrichtenden?

Die Antwort ist ganz einfach, man müsste sich mit Entscheidungen auseinandersetzten, welche über die Wahlperiode hinausgehen und daher der Verbleib in der Funktion in Frage gestellt wird. Politik ist vordringlich in der Makroeben zu betrachten und stellt eben die Summe der Mikrobetrachtungen dar. Also „Sieger haben immer eine Lösung, Verlierer sehen nur das Problem“.

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