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Jubel, Trubel, Heiterkeit

Nun wir haben es geschafft. Nach wochenlangen Verhandlungen gibt es ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann. Die Frage ist nur: Wie hoch haben wir uns die Latte gelegt? Sie war offensichtlich gerade auf dem bisherigen Niveau. Die Zukunft wird weisen, wie die möglichen Erfolge zu bewerten sind. Bei der erkennbaren Gleichgültigkeit der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem politischen Engagement - siehe Wahlbeteiligung - Mitwirkung in den politischen Bewegungen wird das Ergebnis nicht so schlecht sein.

Jubel, ja wir haben wieder eine Regierung. Eine Mannschaft, die die knappen Personalressourcen der beiden Parteien wiederspiegelt. Machterhaltende Positionshalter sitzen nun mit Zufallsbesetzungen und medienaffinen politisch unerfahrenen Personen an einem Tisch. Es gilt für alle die Unschuldsvermutung wie in der Rechtsprechung. Sie brauchen natürlich Zeit um sich einzuarbeiten. Aber das Bild das wir nach außen präsentieren ist fragwürdig. Aber wie die Erfahrung der letzten Tage, Wochen und Monate zeigt scheint uns Provinzbewohnern das ohnedies egal zu sein. Die Außenpolitik und das Auftreten in den EU-Gremien hat es ja gezeigt.

Trubel, natürlich murrt die Bevölkerung. Die diversen Interessensgruppen sind ja bereits auf die "Barrikadchen" gestiegen oder drohen mit heißer Luft. Ganz zu recht. Ohne klare Linie, langfristige Ziele – auch wenn sie im Moment unangenehm erscheinen – kann auch ein Unternehmen nicht bestehen. Die Marktbearbeitung der politischen Führung in Österreich lässt zu wünschen übrig. Mit Volksverdummung durch Gratiszeitungen kann man das nicht erreichen. Jedes Unternehmen würde auf diese Weise untergehen.

Heiterkeit, die Geschehnisse der politischen Landschaft sind ein wahres Paradies für das Polit-Cabaret. Leider ist dieses in unserem Land in der Qualität doch unterrepräsentiert. Ein Blick über die Grenzen zu unseren Lieblingsnachbarn zeigt wie es gehen kann. Dumm ist nur, dass es nicht wirklich zum Lachen ist. Die Folgen können wir nur erahnen. Aber wie es in Wien heißt: „Verkauft’s mei Gwand i fahr in Himmel“.

Ich habe aber noch einen Vorschlag zur Verwaltungsreform. Da wir ohnedies keine Außenpolitik betreiben könnten wir das zuständige Ministerium überhaupt schließen. Ein Staatssekretär zuständig für die internationalen Organisationen würde reichen. Die Tätigkeit des diplomatischen Dienstes, der Botschaften könnte man ja Outsourcen oder Privatisieren. Die Qualität der vorhanden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ohnedies nicht gefragt. Um einen Leserbrief in einer Tageszeitung zu zitieren, könnten wir doch auf unsere einflussreichen Landesväter zurückgreifen. Dumm, da könnten wir ja gleich die ganze Regierung einsparen.

PS: Der Autor ist trotzdem optimistisch für die Zukunft.

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