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Co-Creation am Tag der Marktkommunikation

Der Tag der Marktkommunikation am 04. 09. 2014 im Studio 44 am Rennweg stand unter dem spannenden Motto „Co-Creation“. Als Moderator Daniel Cronin fröhlich in die Runde fragte, wer mit dem Begriff vertraut sei, hoben nur einige Personen die Hand. Am Ende der Veranstaltung stand fest: Co-Creation ist kein „Zauberwort“ für Unternehmen, sondern die Möglichkeit mit seinen Kunden in den Dialog zu treten und auf deren Bedürfnisse einzugehen, um gemeinsam etwas zu bewegen.

Manuela Procopio, Researcherin, Trend- und Design Forscherin aus Barcelona sprach zum Thema „Co-Creation, Communication und Community und definiert „Co-Creation“ als Mischung aus:

  • Community
  • Experience -> Wir möchten unsere Erfahrungen mit der Community teilen
  • Engagement -> Wir brauchen Engagement, um mit in der Community involviert zu sein

Das wichtigste für Unternehmen ist laut Procopio, seine Werte in der Community zu teilen, damit Kunden nicht ihr Interesse verlieren und Unternehmen den Rücken kehren: „ If we don’t share values, clients will lose interest in companies and leave communities“, so die Co-Creation Expertin.

 

Kurz gesagt ist Co-Creation also ein Teil eines sozialen Prozesses, in dem bedeutungsvolle Erfahrungen mit der Community geteilt werden. Wenn Unternehmen ihre Kunden in die Kommunikation involvieren, werden echte Fans generiert, die sich als Teil der Familie fühlen.

„Co-Creation is being yourself in the client’s shoes”

Manche Fans sind so begeistert, dass sie die Initiative ergreifen, so wie Weleló, ein Hip-Hop Produzent und Sänger aus Barcelona. Der Musiker war von der dort ansässigen Car sharing Plattform Social Car so fasziniert, dass er gemeinsam mit dem Unternehmen ein Video mit dem Titel „Mi coche es tu coche“ (dt. „Mein Auto ist Dein Auto“) produzierte.

Aber auch Betahouse, eine Co-Working Plattform, die Wohn-Plattform Airbnb oder die Coca-Cola Kampagne „Share a coke“ sind Co-Creation Beispiele.

Ajaz Ahmed

Ajaz Ahmed: „Change is the new normal.”

 

Ajaz Ahmed, CEO des Kreativ- und Innovationsunternehmens AKQA sprach in seinem Vortrag „Limitless – The Six Strengths of Leadership That Endures“ über die zentralen Stärken erfolgreicher Geschäftsmodelle. Dabei zeigt sich, so Ahmed, dass Veränderung die einzige Konstante ist: „Change is the new normal. It is in our own DNA to constantly change things.“
Andere wichtige Faktoren laut Ahmed sind:

  • Author(ship), Authenticity, und Authority
  • Democratize
  • Simplify
  • Revolutionize (Bsp. Red Bull)
  • Organize
  • Values (Co-Values) –> Werte bleiben immer gleich

„If a company knows what it stands for, it tends to be authentic and then it gets authority”, so der Experte. Mit Beispielen aus seiner Arbeit für Nike und World Wide Fund For Nature (WWF) zeigte Ahmed, wie Unternehmen ihre Communities erreichen können und warum Technologie und Connectivity eine wichtige Rolle spielen. Nike kann zum Beispiel durch seine Kanäle 200 Millionen Menschen erreichen. Das wäre vor einigen Jahren nur durch teure Werbeplatzierungen möglich gewesen.

Alexander Bard

Alexander Bard – Cyber-Philosoph mit Bart

Disruptive Geschäftsmodelle bedrohen etablierte Unternehmen

Highlight des Tages war Alexander Bard, Cyber-Philosoph, aber auch Schriftsteller, Künstler, Dozent, Bestseller-Autor und „Burning Man“ Fan.

„Um die Zukunft zu begreifen muss man zuerst Geschichte verstehen“, so Bard. Bevor der Buchdruck erfunden wurde, kostete ein Buch umgerechnet € 145.000, durch die Erfindung des Buchdrucks sank der Preis auf umgerechnet 30 Cent. Die Buchmacher fühlten sich in Ihrem Business durch die Druckpresse bedroht und versuchten diese zu bekämpfen – vergeblich! Die Massenmedien waren geboren. Aber auch in unserer Zeit schaffen es disruptive Unternehmen wie Airbnb oder der Internet-Taxivermittler Uber durch Innovationen alte Geschäftsmodelle zu zerstören.

Neue Player am Markt machen sich das Internet zu Nutzen

Die neuen Player am Markt haben sich das Internet zu Nutzen gemacht und so unsere Gesellschaft in den letzten Jahren zu einer collaborativen Community verändert. Shareconomy – also Teilen statt Haben ist angesagt, so Bard: „Individualism is dead. On the internet everything is about Collaboration. […] We are changing from the old leadership, where a patron is telling you what to do to a new economy that brings ideas together and makes things possible.”

Es herrscht eine Angst der alten Player laut Bard, und das zu Recht: “There is a fear because most companies are run by old men and they hate communication, they just want to make a product and throw it out into the world. […] But this is one way communication and people will hit back on you. It is their game now”, so Bard über die sog. Gamechanger.

Podiumsdiskussion am Tag der Marktkommunikation über Co-Creation

Moderator Daniel Cronin, Alexandra Fidler-Lehmann, Manuela Procopio, Birgit Kraft-Kinz, Alexander Bard und Ajaz Ahmed

 

In einer anschließenden Podiumsdiskussion der drei Speaker mit Birgit Kraft-Kinz, Fachgruppenobfrau der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien und Fachgruppen-Ausschussmitglied Alexandra Fiedler-Lehmann wurde festgestellt, dass Social Skills unabdingbar für Co-Creation sind. Kraft-Kinz dazu: „For me Co-Creation is participation and involvement. The internet is a tool that enables collaboration – participation is the future.”

A. Fidler Lehmann: “Don’t stay alone – collaborate.”

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