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Terror beginnt mit Worten

Freitag der 13. November 2015 wird für viele denkende Menschen genauso eingeprägt sein wie 9/11 und viele andere tragische und grausame Angriffe auf unsere Wertewelt. Es darf uns aber nicht dazu  verleiten diese Einstellung zu Menschlichkeit, Solidarität und vor allem Nächstenliebe nicht mehr zu behalten. Es ist aber nicht nur der Einsatz von todbringenden Waffen, die diese einprägenden Ereignisse die Aufmerksamkeit der Gesellschaft, der Medien erregen. Viele dieser Geschehnisse basieren auf vorausgehenden Aktionen. Diese müssen aber nicht zwangsläufig physischer Natur sein.

 

Irgendjemand hat mal den Spruch getätigt, dass „Worte töten können“. Wie oft verwenden wir Worte, ohne darüber nachzudenken welche Folgen daraus entstehen können. Egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld. Unsere überkommunikative Welt hat dazu geführt, dass wir zwar nach außen hin angeblich toleranter geworden sind, aber im  Inneren sind wir deutlich sensibler geworden.

Betrachten wir den öffentlichen Umgang mit Worten, so wird uns klar, dass gerade rechtspopulistische Parteien sich dieser Möglichkeit mit Nachdruck und erkennbarem Erfolg nachhaltig bedienen. Politiker aus dem rechtsnationalen Umfeld aber auch aus dem sogenannten christlichen Umfeld   bedienen sich dieses Mittels, wie wir nicht nur in Österreich sondern vermehrt auch in Deutschland feststellen können. Dies dient vor allem dem Machtstreben der jeweiligen Personen. Der faktische Inhalt steht dabei im Hintergrund. Die Wortwahl steht dabei oft im Gegensatz zu der immer wieder hochgehaltenen Wertevorstellung.

Wenn Politiker im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Bevölkerungsbewegungen mit Waffengewalt, mit Abschottung durch bauliche Maßnahmen drohen, so muss man die Frage stellen, wo fängt man damit an, wo hört das Ganze dann auf? Es ist offensichtlich die Angst dieser Politiker und Politikerinnen ihren Einfluss, ihre Macht zu verlieren. Sie sind offensichtlich schwach sonst würden sie nicht Ängste schüren und mit Halbwahrheiten die Stimmungslage der Menschen beeinflussen. Dieses Denkmuster entspricht nicht der Welt in der wir leben es führt aber in weiterer Folge eher zu Gewalt.

Ist es nicht auch Terror, wenn Unterkünfte für Flüchtlinge zerstört werden, wenn Menschen direkt oder über soziale Netzwerke angegriffen werden? Meinungsfreiheit hat auch ihre Grenzen. Sie kann nur gewährleistet sein, wenn wir als Gesellschaft unseren „Tunnelblick“ öffnen und über den „Tellerrand“ schauen. Das die durchaus positive Wohlstands-gesellschaft ihren Beitrag dazu geliefert hat ist nachvollziehbar. Wir tun uns schwer das Erreichte als wertvoll  zu schätzen. Es ist heute alles selbstverständlich. Wenn diese Selbstverständlichkeit gepaart mit egozentrischem Verhalten gefährdet erscheint dann bricht Panik aus und wird entsprechend verbal oder tätlich nach außen getragen.

Die Grenze des verbalen Terrors zu physischen Übergriffen ist schnell überschritten. Der Ruf nach einer „starken Hand“ ist dann erklärbar. Um Bruno Kreisky abgewandelt zu zitieren, man sollte aus der Geschichte lernen. Der Zweite Weltkrieg wurde mit Worten auch vorbereitet. Viel hat sich in den Jahren verändert, aber das menschliche Grundverhalten nicht. Hetze und manipulativer Einsatz von Medien gerade des Boulevards schwächt unsere Werte denen wir uns auch vertraglich verpflichtet haben ab. Vielleicht kann bewusstes Bildungsverhalten den Terror mit Worten verhindern.

Flucht nach vorne
Ohnmacht oder Unfähigkeit