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Kontrolle: Ja, Vertrauen: Nein

Offensichtlich ist unsere Gesellschaft davon getragen, dass wir am liebsten alles kontrollieren wollen. Bei allem was wir in unserem Leben tun gilt von vorneherein die Annahme, dass wir das System, das Vorhaben oder was immer auch hintergehen wollen. Um diesem Generalverdacht gerecht zu werden haben wir Systeme aufgebaut die letztendlich dazu führen, dass es gerade im Interesse jeder einzelnen Person liegt Wege zu finden um das Gesetz, die Regel zu umgehen. Einerseits wohlwissend, dass ja nicht alles kontrollierbar ist und andererseits die Absicht der vorgegeben Reglementierung jeglichen Freiraum, jegliche positive Kreativität verhindert.


Unbestritten ist, dass das gesellschaftliche Leben Spielregeln braucht. Schon in der Familie ist es angebracht diese aufzustellen. Sie sind natürlich in diesem eng umgrenzten Raum leichter nachzuvollziehen und zu verstehen. Notwendig sind sie allemal. Aber brauchen wir diese übermäßige Gesetzesflut, das Bestreben nur ja alles abzusichern um nicht zur Verantwortung gezogen zu werden. Die Überreglementierung führt ja letztendlich genau zum Gegenteil. Der Mensch ist nun mal von Natur aus kreativ. Er hat in seiner über Jahrtausende hinweg gehenden Entwicklung sich immer darum bemüht Lösungen zu finden. Viele Erfindungen wären nicht möglich gewesen, wenn wir Lebewesen nicht den Drang nach Veränderung hätten.

Wir haben aber verlernt mit diesem Verhalten umzugehen. Die Fähigkeit mit Neuem, mit einer schwierigen Situation umzugehen ist irgendwie abhandengekommen. Nun verlangt die moderne Welt einfach ein anderes Denken. Vernetzt zu agieren, sich mit möglichen Szenarien auseinander zu setzen. Schon von klein auf wird uns jede Schwierigkeit aus dem Weg geräumt. Die moderne Kommunikationswelt schafft gedankliche Freiräume ab. Der „gesunde“ Menschenverstand ist nicht mehr vorhanden. Das sich mit möglichen Konsequenzen lösungsorientiert auseinander zu setzen  überlassen wir Systemen. In allen Lebensbereichen übernimmt die Technologie scheinbar unser Denken unsere Umsicht.

Natürlich hat sich im Großen und Ganzen unser Leben mit Hilfe des technologischen Fortschritts verbessert. Tatsache ist aber auch, dass hinter jeder Technologie der Mensch steht. Einzelne Schritte können automatisiert werden aber der Grundgedanke kommt nach wie vor von uns Menschen. Diese Umsicht dürfen wir nicht verlieren. Sie erfordert aber auch ein Umdenken in der Bildung unserer Gesellschaft. Möglicherweise müssen wir unsere geistige Grundausrichtung als Menschen neu überdenken. Sind unsere Systeme der Politik, des Zusammenlebens noch adäquat? Wie gehen wir mit dieser heute viel kleiner gewordenen Welt um? Die eher noch am Beginn stehende moderne Völkerwanderung zeigt doch, dass wir gefordert sind sich mit diesem Symptom stärker zu befassen.

Vergessen dürfen wir auch nicht, dass wir in Mitteleuropa seit vielen Jahren in Wohlstand und Frieden leben. Dieser Zustand ist für viele zur Selbstverständlichkeit geworden. Dies ist aber nicht so. Es liegt an uns allen, diesen Zustand für uns zu erhalten und auch anderen zur Verfügung zu stellen. Das Bild das wir vermitteln kennt keine Grenzen mehr. Für alle nachvollziehbare Spielregeln sind notwendig. Dazu gehört aber auch das klare Bekenntnis auch über den eigenen Tellerrand zu schauen. Wir alle haben nicht nur Rechte für uns selbst sondern auch Pflichten gegenüber unserer Umgebung. Wenn wir diese Einstellung gedanklich wieder verarbeiten, dann hat das Vertrauen wieder den Stellenwert, den es eigentlich haben muss und die Kontrolle dient dann nur mehr zur Überprüfung unseres Tuns und Handeln.

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