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Die Wohlstandsgesellschaft

Es ist bezeichnend für die unsere Zeit, dass sich die Generation Y angeblich immer stärker dem individuellen Wohlbefinden widmet.  Nun mag man mir vorwerfen ein antiquierter nicht zeitgemäß denkender Mensch zu sein. Ich frage mich aber schon wo unsere Gesellschaft sich hin entwickelt. Was haben wir insbesondere meine Generation falsch gemacht, dass wir einerseits junge Menschen hervorgebracht haben, denen der gesunde Leistungsgedanke abhandengekommen ist oder sich voll und ganz dem materiellen egozentrischen Weltbild unterwerfen.

70 Jahre Zweite Republik ein Zeitraum der unserer Gesellschaft viele Möglichkeiten aufgezeigt hat, der anfangs durch einen enormen Leistungswillen der Bevölkerung ein Land, eine Wirtschaft ja eine Gesellschaft neu aufgebaut hat. Es gab eben das Ziel aus Trümmern wieder eine lebenswerte Umgebung zu schaffen. Eine Umgebung, die sich zum Ziel gesetzt hat es den Menschen zu ermöglichen ihre Vorhaben ihre Ziele zu verwirklichen. Es gab eine Sozialpartnerschaft, die eben diesen Aufschwung ermöglichte. Leider wird dieses Miteinander heute immer wieder negativ betrachtet und allen Beteiligten „Freunderlwirtschaft“, nicht vorhandene Transparenz vorgeworfen.

Wo wären wir wenn es diese Zusammenarbeit, dieses durchaus erfolgreiche Konsenswirken nicht gegeben hätte? Leider ist es vielen, vor allem jungen Menschen nicht wirklich bewusst. Es gibt ja heute ein Netzwerk, welches  uns einen Lebensstandard ermöglicht um den uns viele in der Welt beneiden. Aber man muss auch was dazu beitragen um diese Sicherheiten auch in Zukunft zu haben. Wir haben letztendlich nicht nur Rechte. Viele meinen wohlerworbene Rechte. Wir haben aber auch Pflichten. Das ausgewogene Verhältnis dieser Eigenschaften nenne ich gesunden Menschenverstand.

Dazu gehört, dass wir als Gesellschaft einfach wieder aktiv werden. Aktiv in dem wir uns auch wieder daran erinnern, dass es einer Leistung bedarf um Resultate zu erwirken. Es gibt eben keine wohlerworbenen Rechte. Das würde bedeuten, dass wir uns nur mehr zurücklehnen und einfach abwarten. Letzteres wird uns auch von der Politik ja tagtäglich vorgelebt. Dies nicht nur in Österreich sondern in ganz Europa. Man kann sich den Eindruck nicht erwehren, dass es nur darum geht alles zu bewahren, nur mehr zu verwalten und ja nichts unternehmen was Leistung, was Entscheidungen und Auseinandersetzung mit der Gesellschaft notwendig macht.

Dies ist auch im unternehmerischen Umfeld immer stärker zu beobachten. Ja keine Entscheidung treffen, die Fehler verursachen könnte. Sich auf die Systeme verlassen und ausschließlich entsprechend der theoretischen Lehrbücher agieren. Wo ist denn diese junge Generation, die nach vorne strebt, die bereit ist ein Risiko einzugehen? Die Generation Y sehe ich nur bedingt diese Schritte zu machen. Bei den geschilderten Beispielen, die in einem Wochenmagazin unlängst dargestellt wurden sehe ich dieses Streben nicht wirklich. Das darf die individuellen Leistungen nicht schmälern, ich ziehe meinen Hut vor jedem einzelnen Beispiel. Es ist aber das Bild an sich, welches der Leserschaft vorgespielt wird. Leistung erfordert Einsatz, Risiko und auch die Bereitschaft sich mit Schwierigkeiten auseinander zu setzten.

Ein Weg, den unsere Politik in Österreich auch einmal einschlagen könnte. In den letzten 70 Jahren haben wir drei Herausforderungen gehabt. Den Wiederaufbau, die Gesellschaftlichen Entwicklungen der 68-Generation und den Beitritt zur EU. In den letzten 20 Jahren haben wir dahingehend nichts mehr erlebt. Man hat eben nur verwaltet. Wie heißt es so schön: „Duschen ja, aber bitte nicht nass machen!“ Es wäre an der Zeit, dass wir wieder aufwachen und aktiv werden.

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