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Digitale Impf- und Hygienestrategien

Besonders in Grippezeiten brechen regelmäßig die Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern von Impfungen auf. Zusätzlich verunsichern derzeit Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit Masern oder die Rückkehr längst ausgestorbener Krankheiten, verstärkt durch die Ebola-Epidemie in Afrika oder die Dauerangst vor der statistisch längst überfälligen Pandemie.

Sie werden sich jetzt zu Recht fragen, was das mit de, Thema Cybersecurity zu tun hat?  Nun ja: Bis auf den Umstand, dass in der Computerszene selbst die Viren von Menschen entwickelt werden, zeigen sich in diesen so unterschiedlichen Gebieten doch überraschend viele Ähnlichkeiten.

Es gibt auch im digitalen Cyberraum Befürworter und Gegner von Impfungen. Die einen schüren die Angst, in dem sie laufend von vernichteten Festplatten, ausspionierten Computern, gehackten Webcams etc. berichten. Oft bieten sie als Impfstoff Antivirenprogramme oder diverse Sicherheitsupdates an. Und auch die Behörden sind nicht untätig: Sie ersinnen Strafen, wenn auf Grund einer fehlenden Cyberimpfung Schaden entsteht und machen dafür die oft erstaunlich schlecht informierten Geschäftsführer verantwortlich.

Richtiger Umgang will gelernt sein
Wie bei menschlichen Viren gilt auch für digitale Viren: Der richtige Umgang mit entsprechenden Vorsorgemaßnahmen muss erlernt werden. Impfungen haben ihren Platz, aber viele der gefährlichsten Epidemien wurden vorwiegend durch mehr Bewusstheit und größere Hygiene erfolgreich in den Griff bekommen.

Dieser jahrhundertalte Erfahrungsschatz fehlt uns aber im digitalen Raum weitgehend. So hat im Bereich der Internetsecurity kürzlich einer der Marktführer verlauten lassen, dass er eigentlich nicht mehr so viel in die Vorbeugung von Befall durch Viren investieren möchte, sondern lieber in die Heilung befallener Systeme. Auf Grund der vielen Mutationen digitaler Viren wird die Vorbeugung nämlich immer aufwändiger. Also sollte man sich doch, statt zu impfen und ständig Rechenleistung zu verbrauchen, lieber auf die Entwicklung selbstheilendender Systeme konzentrieren.

Elemente der Sicherheit

1. Information und öffentliche Diskussion: Allen Internetnutzern sollten die potenziellen Risiken des Mediums vermittelt werden (Stichwort: Digitale Hygiene). Dabei zeigt sich nämlich immer wieder, dass das größte Sicherheitsrisiko sorglose Anwender sind, die zum Beispiel einen beliebigen Anhang einfach öffnen oder deren Passwort trivial ist.

2. Nutzung einer Firewall: Die Installierung und Aktivierung einer Firewall sollte selbstverständlich werden (Stichwort: Impfung zur Grundimmunisierung). Damit verhindert man das unbefugte Eindringen in das gerade benutzte Gerät von außen, was mittlerweile auf Grund von mobilen Geräten ein sehr breites und ganz persönliches Problem geworden ist. Auf PCs gibt es wenigstens noch Firewallprogramme, aber auf mobilen Geräten? Zumindest unter Android sind schon einige heiße Ports auch nach außen offen.

Das derzeit viele diskutierte »Internet of things« bewirkt, dass künftig alltägliche Dinge wie Schalter, Türklingeln, Schlösser, Elektrogeräte und sogar Kleidungsstücke Teil des Internet werden. So kommt man rasch und ohne es zu merken auf hunderte Geräte, die Informationen über einen Benutzer preisgeben können. Gerade jungen Leuten ist das aber meist völlig egal, weil sie nur den Nutzen, nicht aber die Gefahren sehen wollen. Breite Information und eine öffentliche Diskussion dieser Veränderungen bieten die Chance, dass wir aus den vielen Erfahrungen zum Beispiel im Gesundheitsbereich für die noch junge digitale Welt die richtigen Schlüsse ziehen.

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