3 minutes reading time (514 words)

Fluch und Segen

Seit nunmehr 30 Jahren sind wir in der Lage unsere Nachrichten, Informationen auch mit Hilfe elektronischer Mittel zu senden und empfangen. Eigentlich eine schöne Tatsache. Gedanken die durch unseren Kopf gehen könne wir in Windeseile an  mögliche Empfängerinnen und Empfänger weiterleiten. Der leidige Postweg wird damit umgangen und auch kurzfristige Netzausfälle oder Serverprobleme stehen diesem Hochgefühl der Geschwindigkeit nicht im Weg. Auch lassen sich unangenehme Gespräche oder Diskussionen vermeiden. Zu allem Überdruss können wir eine Unmenge an weiteren Informationen dem Mail beifügen und zur Sicherheit auch noch eine Unzahl von möglichen  Personen mit dem Müll zuschütten.

 

Unser Leben ist geprägt von Veränderungen, die letztendlich den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet. Diese neuen Möglichkeiten betreffen auch unsere Sprache. Auch diese lebt. Muss dieses Leben aber auch dazu führen, dass wir in der Vereinfachung das Heil finden? Dass wir jegliche vernünftige Form der Kommunikation vermeiden? Es ist gerade die Geschwindigkeit der Übermittlung von Informationen, welche uns veranlasst Inhalte ohne viel Nachdenken weiterzugeben. Ohne sentimental zu sein, einen Brief mit der Hand zu verfassen hat doch dazu geführt, dass man genau überlegt hat wie man seine Worte wählt, wie man auf die Seites des Gegenübers eingeht. Natürlich hat man sich dafür Zeit nehmen müssen. Zeit, die wir heute angeblich heute nicht mehr haben oder uns einfach nicht nehmen.

Die Steigerung des elektronischen Nachrichtenverkehrs sind die Formen, die wir dank der Mobiltelefonie erhalten haben. Die Sprache der SMS ist oft in ihrer Bedeutung oder besser Bedeutungslosigkeit nicht zu übertreffen. Missverständnisse oder die extreme Verkürzung der Nachricht führt immer wieder dazu, dass man sich oft wie in einem Hamsterrad fühlt. Was meint denn die Senderin oder der Sender eigentlich? Was soll ich denn dann antworten? Kurz und bündig ein kurzes Telefonat hätte dieses Problem gelöst und zusätzlich eine den Menschen entsprechende Beziehungsebene aufgebaut.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht gegen die Möglichkeiten und dem Einsatz der elektronischen Übermittlung von Informationen. Ich halte sie nach wie vor für einen Fortschritt. Was wir aber beachten sollten ist dass der Umgang mit dieser Form der Kommunikation das Nachdenken über Art und Weise der Inhalte nicht ausschalten sollte. Das „schlagzeilenartige“ Vorgehen führt letztendlich dazu, dass  die Inhalte nicht so ankommen wie wir es eigentlich wollen. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass die elektronische Übermittlung ja nur den Zeitraum der Übermittlung verkürzt. In unserer Erwartungshaltung spielt sich aber das Gegenteil davon ab. Warum kriege ich nicht gleich eine Antwort? Ich kann auch beweisen, dass ich bis spät in die Nacht arbeite und immer erreichbar bin.

Nehmen wir uns doch die Zeit die positiven Möglichkeiten des E-Mails, der SMS wirklich ernst zu nehmen. Denken wir doch darüber nach, wie wir mit Formulierungen, Inhalten umgehen. Wie heißt es so schön: „speed kills“, dies gilt vor allem für die Kommunikation zwischen Menschen,  unabhängig ob verbal oder schriftlich. Die übermittelnde  Maschine hat keine Gefühle, keine Empfindungen. Diejenigen die Informationen weitergeben und auch empfangen haben diese schon. Wenn man dies berücksichtigt kann man Missverständnisse vermeiden und positive Ergebnisse leichter erzielen. Also, bitte nachdenken und auch ein wenig Zeit lassen bei der Verwendung des E-Mails oder ähnlicher Möglichkeiten.

US-Unternehmen – Schulden extrem
Hoch lebe die Toleranz