Netzwerktechnik und Stromverbrauch

Je nach Firmengröße steigt der benötigte Umfang der Serveranlage stark an. Bloß: In gleichem Maß steigt auch der Stromverbrauch und damit nicht nur Kosten, sondern auch die Belastung der Umwelt. Foto: fotolia.com/vladimircaribb


Vernetzung ist heute für Firmen jeder Größe ein absolutes Muss. Doch je größer das Unternehmen, desto umfangreicher auch der Stromverbrauch der Serveranlagen.

Jedes Unternehmen hat mindestens einen. Bei manchen steht er im Keller unter der Treppe, in anderen bekommt er einen extra Raum mit Klimaanlage. In kleinen Betrieben kümmert sich ein findiger Mitarbeiter darum, andere beauftragen externe Unternehmen mit der Pflege und Wartung. Die Rede ist von der Serveranlage. Ohne sie und die Möglichkeiten der Vernetzung, die sie bietet, geht heute unterm Strich praktisch nichts mehr: Server verbinden nicht nur die Computersysteme der Firma untereinander, sie stellen auch die Brücke nach außen dar. Und oftmals sind sie auch Backup und Zentralspeicher, auf dem die wichtigsten Daten zusammenlaufen. Bloß: Je größer die Serveranlage sein muss, desto größer ist auch ihr Stromverbrauch und damit einhergehend auch die Belastung für Mutter Natur – immerhin verbraucht ein Durchschnitts-Server in vier Jahren bis zu 2000 Euro an Stromkosten, was fast dem Anschaffungspreis entspricht. Und hier gibt es durchaus kreative Lösungsansätze, wie diese Schäden entweder verkleinert, oder zumindest durch Investitionen in anderen Bereichen negiert werden können. Der folgende Artikel zeigt, was alles möglich ist.


1. Das Problem: Dauerbetrieb

Server müssen Tag und Nacht laufen, daran führt leider kein Weg vorbei. Das gilt besonders dann, wenn die Homepage des eigenen Unternehmens darauf gehostet ist – immerhin hat das große Geschwindigkeitsvorteile und spielt deshalb auch für das Google-Ranking eine Rolle. Einfach zum Feierabend hin abschalten ist also nicht möglich. Deshalb müssen andere Wege gefunden werden. Allerdings sollte das nicht bloß nach Gefühl geschehen: Zunächst muss also gemessen werden, wie viel Strom die Anlage überhaupt verbraucht. Bei Servern, die einfach via Steckdose verbunden werden, geht das mittels Energiemessgerät – diese gibt es für niedrige zweistellige Beträge. Erst wenn damit über mehrere Tage hin die Verbräuche festgestellt und für zu hoch befunden wurden, sollte gehandelt werden.

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Der erste Schritt besteht in der Analyse des Stromverbrauchs. Anschließend kann per BIOS alles abgeschaltet werden, was nicht wirklich benötigt wird – und davon gibt es in Serveranlagen so einiges.


2. Onboard-Lösungen

Jede Serveranlage hat diverse Verbraucher: Festplatten, Laufwerke, Prozessoren und mehr. Der Trick dabei ist, alles Überflüssige auszuschalten – das sollte der erste Schritt sein, denn meist ist er auch der günstigste. Fragen Sie sich selbst: Wird am Server wirklich ein DVD-Laufwerk benötigt, dass die ganze Zeit im Standby-Modus Strom zieht, obwohl es nur zweimal pro Monat benutzt wird? Hier kann ein externes Laufwerk mit USB-Anschluss die stromsparendere Alternative sein.

- Im nächsten Schritt sollte im BIOS all das abgeschaltet werden, was nicht wirklich dauerhaft benötigt wird. Das erfordert zwar einen manuellen Neustart, ist aber ebenfalls ein effektiver Stromsparer

- Die Übertragungsrate des LAN kann ebenfalls heruntergeregelt werden. Aber bitte nicht so weit, dass das Tagesgeschäft unter langsamen Verbindungen leidet

- Ein weiterer Trick: So wie eine CPU übertaktet werden kann, so kann man sie auch „untervolten“. Das bringt vor allem bei älteren Prozessoren etwas und kann zwischen fünf und zehn Prozent Spannung einsparen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Wird die CPU mit weniger Spannung betrieben, entwickelt sie auch weniger Abwärme, die von stromfressenden Kühlsystemen abgeführt werden muss.


3. Einbau-Lösungen

Sind mit die mit Bordmitteln der Serveranlage erzielten Stromverbräuche immer noch zu gering, muss Geld investiert werden. Allerdings ist dann sehr genaues Rechnen erforderlich: Bevor also der Techniker beauftragt wird, das Innenleben des Servers umzugestalten, sollte genau eruiert werden, ob sich diese Ausgabe durch die Einsparungen bei den Stromkosten überhaupt innerhalb einer realistischen Zeit (beispielsweise die Lebensdauer der neu verbauten Komponenten) amortisiert. Tut sie das nicht, ist es besser, mit dem aktuellen Verbrauch zu leben.

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Je größer die Festplatten, desto höher ihr Stromverbrauch. Das Volumen sollte deshalb nicht zu groß gewählt werden.

Was getan werden kann:

- Den größten Dauerstromverbrauch haben die Netzteile. Diese sollten deshalb als erstes ausgetauscht werden.

- Anschließend Berechnung der tatsächlich benötigten Festplattengröße und Austausch durch ein entsprechender dimensioniertes Modell.

- Einbau modernerer und ebenfalls von der Leistung her angepasster Prozessoren.

- Sofern es sich von den Kosten her rentiert, kann zudem auch darüber nachgedacht werden, einen Teil der Netzwerktechnik auf einen anzumietenden Cloud-Server zu übertragen, damit die Vor-Ort-Geräte verkleinert werden können. Allerdings muss auch hier berechnet werden, ob diese Kosten durch die Ersparnis gerechtfertigt werden.

- Im letzten Schritt kann auch bei den Kühlanlagen gespart werden, indem diese umfangreichend gereinigt und gegebenenfalls modernisiert werden.

4. Investitions-Lösungen
Die bisher genannten Schritte hatten vor allem Kostenersparnis durch Reduktion des Stromverbrauchs im Fokus. Daneben wird aber auch der generelle Umweltfaktor für viele Unternehmen immer wichtiger und das nicht nur der Außendarstellung wegen. Bloß: Wie schon angemerkt, gibt es einen gewissen Punkt, an dem sich der Stromverbrauch der Serveranlage nicht mehr weiter reduzieren lässt, ohne dass die Leistung in inakzeptable Bereiche sinkt. Hier können für die Umwelt andere Abhilfen geschaffen werden.

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Sogenannte Klimapartner bieten heute für Firmen maßgeschneiderte Lösungen an: Daber wird durch Investition in Klimaprojekte, etwa Aufforstung, der eigene CO2-Anteil neutralisiert.

Eine sehr beliebte Form ist die Investition in Klimaschutzprojekte. Das Unternehmen onlineprinters.at geht die Sache in der Form an, dass mit einem Partner zusammengearbeitet wird, der alle CO2-Emissionen, die unter anderem durch das Rechnerzentrum entstehen, durch Investitionen in Klimaschutzprojekte ausgleicht.

Eine weitere Umwelt-Option ist der Wechsel des Stromanbieters selbst: Es muss also ein Anbieter gefunden werden, der sauber produzierten Strom anbietet – ein solcher kann beispielsweise über Greenpeace Austria gefunden werden. Allerdings: Oft ist reiner Ökostrom im Vergleich etwas teurer als der sogenannte Graustrom. Dafür wird aber die Serveranlage vollkommen unbedenklich versorgt, sodass unter dem Stromverbrauch wenigstens nicht Mutter Natur zu leiden hat.


Fazit

Ganz ohne Strom geht es in keinem Netzwerk. In Firmen kommt aber neben den reinen Stromkosten auch noch die umweltfreundliche Außenwirkung hinzu. Um hier maximale Einsparungen mit einem guten Klimagewissen zu kombinieren, sollten die vorhandenen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Dabei sollte jedoch der Taschenrechner nie fehlen, denn wenn sie zu Kostenexplosionen führen, bringen diese „Einsparmaßnahmen“ gar nichts.

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