REPORT | BLOG

Mehrwert für ManagerInnen
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Ist die Krise vorbei?

Wenn wir uns heute die wirtschaftliche Lage vor Augen führen, entdecken wir an vielen Stellen Hindernisse, Probleme, Widerstände und Schwierigkeiten, von denen wir auch auf der Insel der Seligen nicht ausgenommen sind. Im Gegenteil, vielmehr schleichen sich diese Probleme auf subtile Weise in den Betriebsalltag, und werden mangels Information zu spät oder überhaupt nicht wahrgenommen.

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BIS: Wachstum der Weltwirtschaft weiter schwach






Die BIS (BIZ) sieht in ihrem aktuellen Jahresbericht das Wachstum der Weltwirtschaft nach wie vor unter dem Vorkrisendurchschnitt. Die Wiederherstellung eines nachhaltigen weltweiten Wirtschaftswachstums stelle eine große Herausforderung dar, die Investitionstätigkeit sei weiterhin gering, das Produktivitätswachstum schwach. Im vergangenen Jahr hat sich das globale Wachstum zwar gefestigt, heißt es in Kapitel III unter der Überschrift „Wachstum und Inflation: Triebkräfte und Aussichten“. Die fortgeschrittenen Volkswirtschaften, die von den außergewöhnlich akkommodierenden Finanzierungsbedingungen profitierten, hätten am meisten zur Beschleunigung beigetragen. In den aufstrebenden Volkswirtschaften hat sich das Produktionswachstum im zweiten Halbjahr 2013 stabilisiert, was nicht zuletzt auf einen Anstieg der Exporte in die fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurückging.

 

Das Wachstum der Weltwirtschaft liegt weiterhin unter dem Vorkrisendurchschnitt (Grafik III.1).

 

 

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Die Fed, die Inflation und das Öl




Die FOMC-Sitzung der Fed am zurückliegenden Mittwoch brachte weithin erwartete Beschlüsse wie die weitere planmäßige Drosselung der QE-Maßnahmen. Dennoch blieb die Sitzung nicht ohne Impulse für die Finanzmärkte, Aktien wurden in der Folge kräftig gekauft, der S&P 500 schaffte ein neues Allzeithoch. Die Fed-Vorsitzende zeigte sich zufrieden mit der Inflationsentwicklung, so lange das mit verbesserten Wachstumsaussichten verbunden ist. Zudem hat die Fed das langfristige Zinsziel wird von 4% auf 3,75% zurückgenommen, Steigerungen könnten im Verlaufe des Jahres 2015 beginnen. Wie seit 2011 üblich, wurde bei den Projektionen die BIP-Wachstumsrate für das laufende Jahr weiter abgesenkt.

 

 

Der Grund für den zurückgekehrten Risiko-Appetit mit steigenden Aktienkursen, sinkendem Dollar und Aufschwung beim Goldpreis: Die CPI-Inflation hatte sich im Mai stärker gezeigt als erwartet und die Fed hat nun signalisiert, dass sie nichts dagegen hat.

 

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China – quo vadis?







Das chinesische BIP-Wachstum ist von nahezu 12% pro Jahr zu Beginn des Jahres 2010 auf mittlerweile 7,4% zurückgegangen. Seit Frühjahr 2012 bleibt die Zuwachsrate unter 8%. Das ist im Vergleich zu den industrialisierten Ländern immer noch viel, aber möglicherweise nicht genug, um eine harte Landung zu verhindern.

In den zurückliegenden Jahren haben vor allem die Exporte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft gespielt. Verfolgt man das Verhältnis der Werte von Export und Import, so scheint es sich mittlerweile (seit Spätjahr 2009) bei rund 112% zu stabilisieren. Vor dem offenen Ausbruch der Finanzkrise hatte es Mitte 2007 fast 135% erreicht. Das jährliche Wachstum des Exports-Werts liegt mittlerweile im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Der Harpex-Index der Container-Frachtraten liegt nahe seinem Tief aus 2010, was die anhaltende Export-Schwäche von in Asien hergestellten Güten zeigt. Selbst wenn die Exporte aus Europa und den USA nach Asien signifikant anstiegen, würde das angesichts der hohen Leerquote beim Rücktransport der Container nicht viel ändern.

Zunehmende Exporte von Rohstoffen aus Australien unterstreichen, dass die chinesischen Exporte und Importe auseinander driften. China unternimmt seit einiger Zeit große Investitionen in Infrastruktur und Rohstofflager (siehe hier und hier!). Das hatte zunächst noch das Wachstum unterstützt. Allerdings sinkt die Profitabilität mit weiteren Investitionen in die Infrastruktur und in den Immobiliensektor. Zusammen mit der ausbleibenden Erholung beim Export von Fertigungsgütern wächst die Gefahr einer harten Landung der chinesischen Volkswirtschaft.

China hat in den zurückliegenden Jahren massive Käufe von US-Treasurys getätigt und damit über die Schwächung der eigenen Währung eine Finanzierung der eigenen Exporte betrieben. Der Bestand an Währungsreserven ist mittlerweile auf fast vier Bill. Dollar angewachsen mit einer deutlichen Steigerung gerade in den zurückliegenden 12 Monaten.

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EZB-Sitzung: Euro extrem

Die EZB lässt den Leitzins unverändert – damit war im Vorfeld mehrheitlich gerechnet worden. Der Euro reagiert zum Zeitpunkt der Bekanntgabe gestern um 13:45 kaum. Zu Beginn der Pressekonferenz der EZB um 14:30 allerdings beginnt eine Achterbahnfahrt.

Zunächst schnellte die Gemeinschaftswährung gegen Dollar auf nahezu 1,40 hoch, markierte ein Zweieinhalbjahreshoch und sackte anschließend bis auf 1,3850 ab (Chartquelle). Die Schwäche setzt sich heute im frühen Handel fort.

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Freihandelsabkommen EU-USA: Frei für wen?

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA (TTIP) ist umstritten. Es geht vor allem um die mit den sogenannten Investor-Staat-Schiedsgerichtsverfahren verankerten Sonderrechte für internationale Großkonzerne. Die US-Regierung und die EU-Kommission wollen diese im Abkommen festschreiben. Und das EU-Parlament hat kurz vor Ostern eine Verfahrensverordnung für Investorenschutzregeln abgesegnet. Besser vor den Europa-Wahlen als hinterher – man weiß ja nicht, was kommt…

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Teure Abhängigkeit

Können Österreich und die EU unabhängiger von russischem Gas werden? Die Infrastrukturdaten des europäischen Gasnetzes zeigen, heißt es bei der E-Control, dass dies aus technischer Sicht zu einem Großteil möglich wäre – falls alle bestehenden Transport-, Produktions-, Speicher- und LNG-Kapazitäten (Liquefied Natural Gas) maximal genutzt würden. Für Regulator Walter Boltz stellt sich dabei die Frage, in welchem Zeitraum dies aber überhaupt möglich ist. Und er fragt sich: Wer soll das bezahlen?

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Lauter die Alarmglocken nie schrillten ...

Voestalpine amerikanisch, Erste tschechisch, Raiffeisen Oberösterreich deutsch und die Telekom Austria mexikanisch: Die laufende Absetzbewegung führender Konzerne aus Österreich nimmt Fahrt auf und die Alarmglocken schrillen laut. »Wir sind weg«, ist die Grußbotschaft aus den Vorstands­etagen. Zurück bleiben Mittelständler, die nicht global vernetzt sind, die nicht den weltweiten Standort- und Steuerwettbewerb nutzen können. Sie zahlen die Zeche und die wird größer, weil eine wachsende Last von einer immer kleiner werdenden Zahl von Schultern getragen werden muss. Diese Mittelständler kreieren die Jobs für jene Lohnsteuerpflichtigen, die dann wirklich keine Alternative mehr haben. Den Großteil des Geldes, für das sie arbeiten, bekommen sie nicht einmal zu sehen, weil's der Fiskus schon am Monatsanfang einkassiert. Der Wohlfahrtsstaat verkehrt sich ins Gegenteil und schafft statt Sicherheit moderne Sklaverei.

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Piketty: Die ungleiche Wohlstandsverteilung

Thomas Piketty war bisher nur Insidern bekannt. Jetzt hat es der 42-jährige Franzose mit seinem Werk “Capital in the Twenty-First Century“ selbst in den USA in kurzer Zeit geschafft, hohe Anerkennung zu erreichen – die Nobelpreisträger Krugman und Stiglitz feiern ihn.

Piketty lehrt an der „Paris School for Economics“, an der auch eine informative Web-Seite zur weltweiten Einkommensverteilung gepflegt wird. Er untersucht die Geschichte von Einkommen und Wohlstand. Dabei setzt er in Anlehnung an Karl Marx „Wohlstand“ mit „Kapital“ gleich. Eine weitere Parallele zu Marx: Piketty versteht die Wirtschaftswissenschaft als Kombination aus den Sparten Soziologie, Geschichte, Anthropologie und Politologie. In gewissem Sinne liefert Piketty die Ergänzung zur historischen Analyse der Staatsverschuldung von Reinhart und Rogoff („This time is different“ – siehe z.B. hier!).

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Ewige Rente: Wie Versicherungen rechnen

Ewige Rente: Wie Versicherungen rechnen

Die Presse vom 23.3.2014: Altersvorsorge: Wer wird die Pensionen zahlen?

Im Artikel wird eine namhafte Versicherung mit einer kleinen Rentenberechnung zitiert:

Laut Versicherung muss ein 20 jähriger 270€ pro Monat 45 Jahre lang einzahlen, damit er dann 1.000€ pro Monat Zusatzrente erhält. Das kam mir etwas viel vor, daher habe ich einmal nachgerechnet.

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Wenn das Internet Banking geschlossen hat

Wenn das Internet Banking geschlossen hat

Wussten Sie das? Beim Online Banking gibt es auch so etwas wie Öffnungszeiten. Wir leben zwar im 21. Jhdt., aber unsere Banken schalten einfach am Nachmittag/Abend die Transaktionen ab!

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Wie man Erträge von Investmentfonds versteuert

Die nachfolgenden Erläuterungen stellen eine allgemeine Beschreibung der aktuellen steuerlichen Situation dar. Eine genaue, personenbezogene, Auskunft kann und darf nur ein Steuerberater geben. Alle Hinweise auf Formulare und Eintragungsfelder beruhen auf dem E1kv-Formular für das Jahr 2013.

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Eurozone – Deflation und starker Euro

Die Verbraucherpreise in der Eurozone bewegen sich seit Anfang 2013 unter der Marke von 2%, dem Zielwert der EZB. Im Februar lag die Inflationsrate bei 0,8%. Die Preisentwicklung gestaltet sich von Land zu Land sehr unterschiedlich. So lagen im Januar die Preise in Finnland 1,9% über dem Wert des Vorjahres, in Deutschland waren es 1,2%, Griechenland bildet mit minus 1,4% das Schlusslicht.

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Demographie und Schulden

Bis vor einigen Jahren nahm man es als gegeben hin, dass das reale BIP der USA um 3 bis 4% jährlich zunimmt. Das Land galt als Wachstumslokomotive und „Konsument der letzten Instanz“. Andere entwickelte Länder hatten zwar schon seit geraumer Zeit niedrigere Zuwachsraten, aber man erwartete auch bei ihnen wie selbstverständlich mehr oder weniger deutliches, nachhaltiges Wachstum.

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Eurozone: Leistungsbilanz-Saldo auf Rekordhoch

Die Leistungsbilanz der Eurozone hat sich von einem Defizit in 2009 in einen Überschuss gewandelt. Per 2013 beträgt es 2,3% des BIP. Im Vorjahr hatte es noch bei 1,4% gelegen. Das ist eine deutliche Steigerung (Quelle). Ich nehme das zum Anlass für einen Blick darauf, welche die Auswirkungen der bisherige Verlauf der Euro-Krise auf den Leistungs- und Kapitalverkehr hatte und hat.

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Zinswende voraus?

Mit der Drosselung der QE-Maßnahmen der Fed und dem erreichten tiefen Niveau der Zinslandschaft stellt sich immer drängender die Frage, ob die Zinswende schon hinter uns liegt oder ob die Zinsen nochmals deutlich tiefer sinken. Die meisten Beobachter sind sich einig, dass solch tiefe Zinsniveaus wie zuletzt langfristig nicht haltbar sind. Nur – viele haben das schon vor Jahren gesagt, und es ging dennoch weiter runter. Die Zinswende hat darüber hinaus gewichtige Konsequenzen für andere Anlageklassen, etwa Aktien.

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Emerging Markets – Krise wie 1997?




Die Finanzmärkte haben in den “Risk-off”-Modus geschaltet, Aktien sinken, Staatsanleihen sind gesucht, Edelmetalle bis zu einem gewissen Grad ebenfalls. Währungen von zahlreichen Emerging Markets kollabieren. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in den entwickelten Ländern fallen insbesondere in den USA etwas schwächer aus. Im dritten Quartal waren die Lager stark ausgebaut worden, das lastet auf den aktuellen Produktionsdaten. So hat sich etwa der ISM-Index der USA für Januar deutlich schlechter entwickelt als erwartet, der Sub-Index der neuen Aufträge fällt so stark wie seit 33 Jahren nicht.

 

Aktien in den entwickelten Ländern sind dennoch bisher wenig betroffen im Vergleich zu denen der Emerging Markets (EM), die sich schon seit 2012 deutlich schlechter entwickeln. Unterstellt man, dass heute eine EM-Krise heraufzieht, die mit der Asienkrise von 1997/1998 vergleichbar ist, so zeigt sich, dass Aktien der entwickelten Länder auch damals nicht sonderlich betroffen waren. Das erklärt auch, warum bisher noch wenige Beobachter hier eine gefährliche Entwicklung heraufziehen sehen.

 

 

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Einkommensungleichheit – weltweit zweitgrößtes Risiko




In Kürze beginnt das World Economic Forum – die “Mächtigsten” und/oder die “Wichtigsten” kommen zu ihrem jährlichen Treffen in Davos zusammen. In Vorbereitung dazu hatte das Organisationskomitee im November die zunehmenden Einkommensungleichheiten auf der Welt als zweitgrößtes weltweites Risiko innerhalb der näöchsten 12 bis 18 Monate bezeichnet. Es kann unendlich darüber diskutiert werden, welche Einkommensverteilung gerecht ist, bzw. wo die Ungerechtigkeit anfängt. Ob diese Grenze bei einem Verhältnis der Stundenlöhne von Vorstandsvorsitzenden und einfachen Arbeiter bei 10, 1000 oder 10000 liegt, ist hier nicht Gegenstand – es geht um den gesamtgesellschaftlichen Aspekt.Zum Thema der Wohlfahrtsökonmie und damit indirekt zu der Frage einer gerechten Einkommenverteilung hat der Wirtschafts-Nobelpreisträger Amartya Sen wichtige Beiträge geleistet. Robert Solow nannte ihn einmal “das Gewissen unseres Gewerbes”.Eine gewisse Ungleichverteilung ist erforderlich, um Anreize zu geben und diejenigen zu belohnen, die mit Talent, erworbenem Wissen und der Bereitschaft, unternehmerisches Risiko zu übernehmen, dafür sorgen, dass Wachstum und Fortschritt angetrieben werden zum Wohle der Gesamtgesellschaft, die ihnen die Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Ideen gab. Ist allerdings der Wohlstand zu sehr in Händen einiger weniger konzentriert, besteht die Gefahr, dass immer mehr Mitglieder der Gesellschaft keine Möglichkeit mehr haben, die Früchte ihrer Talente, Fähigkeiten, Neigungen und harter Arbeit zu genießen.Die Entwicklungsorganisation Oxfam legt jetzt eine Analyse vor, die zeigt, wie sehr sich das Ungleichgewicht gerade in den zurückliegenden Jahren verschoben hat. Wir hatten uns hier bereits mit dem Thema bezogen auf die USA befasst.Extrem ungleiche Einkommensverteilung kann negative Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum und Lebensstandard der Gesamtgesellschaft haben. Dadurch können soziale Probleme verstärkt werden, die wiederum produktive gesellschaftliche Kräfte lähmen oder neutralisieren, schreibt Oxfam.Wenn keine wirksamen Maßnahmen gegen die Einflussmnahme der Reichen auf die Politik implementiert sind, arbeiten Regierungen quasi automatisch für deren Interessen und wirtschaftliche wie politische Ungleichheit nimmt zu.Übermäßige Konzentration von Wohlstand kann so negative Auswirkungen auf eine gleichberechtigte Vertretung der Interessen aller Mitgleider der Gesellschaft haben. Mit zunehmendem politischen Einfluss der reichen Oberschicht auf die Gesellschaft werden ihre Regeln zu ihren Gunsten und zum Nachteil anderer verbogen, der soziale Zusammenhalt wird schwächer, die Chancengleichheit schwindet. Die massive Konzentration von wirtschaftlichen Ressourcen in den Händen weniger birgt die Gefahr, dass die Mitgleider der Gesellschaft zunehmend gespalten werden hinsichtlich wirtschaftlicher und politischer Macht. Das erhöht die Gefahr sozialer Spannungen.Oxfam zitiert Louis Brandeis, Richter am US Supreme Court, der treffend sagte: “Wir haben entweder Demokratie oder wir haben Wohlstand in den Händen weniger, aber wir können nicht beides gleichzeitig haben.”Die wichtigsten Ergebnisse der Oxfam-Studie:- Fast die Hälfte des Wohlstands auf der Welt gehört 2% der Bevölkerung.- Ein Prozent der Bevölkerung verfügt über fast die Hälfte des weltweiten Reichtums.- Die reichsten ein Prozent verfügen über 110 Bill. Dollar – das ist 65 mal so viel wie das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung.- Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt so viel wie die reichsten 85 Leute auf der Welt.- Sieben von zehn Menschen leben in Ländern, in denen die wirtschaftliche Ungleichheit in den zurückliegenden 30 Jahren zugenommen hat.- Das reichste ein Prozent der Weltbevölkerung hat zwischen 1980 und 2012 ihren Anteil am Einkommen in 24 der 26 Länder gesteigert, für die genügend Daten vorliegen.- In den USA hat das reichste ein Prozent der Bevölkerung seit 2009 95% des Wachstums kassiert, während die unteren 90% der Bevölkerung ärmer wurden.Eine Befragung von Oxfam in Spanien, Brasilien, Indien, Süd-Afrika, in Grobritannien und in den USA zeigt, dass eine Mehrheit glaubt, dass die Gesetze im Interesse der Reichen gestaltet werden – in Spanien sagen das acht von zehn Befragten. In den USA glauben 65%, dass der Kongress Gesetze zum Wohle der Reichen macht.Finanzielle Deregulierung, ungerechte und Steuerflucht erleichternde Steuersysteme, Austeritäts-Politik, Benachteiligung von Frauen, Privatisierung von Öl und Rohstoff-Einnahmen sind Punkte, die in der Studie ausführlicher behandelt werden.Die gefährlichen Trends können umgekehrt werden schreibt Oxfam. In den drei Dekaden nach dem Zwiten Weltkrieg wurde die Ungleichheit in den USA und in Europa abgebaut, während der Lebensstandard gleichzeitig deutlich anstieg. In Latein-Amerika wurde die Ungleichheit in den zurückliegenden Jahren reduziert. Diese, die Interessen der Mehrheit repräsentierende Politik habe allen genutzt, arm wie reich, schreibt Oxfam.Oxfam hat eine Reihe von richtigen und nachvollziehbaren Vorschlägen erarbeitet, die hier zugänglich sind.Aus der Studie wird auch deutlich, dass die Gesellschaftsschicht mit mittlerem Einkommen in den westlichen Demokratien immer mehr “unter die Räder” kommt. Hier ist das größte Reservoir für potentielle Unternehmer im obigen Sinne zu sehen.

 

Die Verhältnisse für Deutschland:

 

 

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Inflation-Deflation: Meinungen

In den zurückliegenden 12 Monaten ist die Inflation deutlich zurückgegangen. In der Eurozone haben sich die Preise im Dezember um lediglich 0,8% gegenüber dem Vorjahr erhöht. Der Trend weist abwärts – also ist es korrekt, hier von Disinflation zu sprechen. Auch in den USA liegt die Inflationsrate unter 2%, dem, was gemeinhin als Maß für Geldwertstabilität genommen wird. Die Verbraucherpreisinflation (CPI) kommt per Dezember auf 1,5%, im Oktober hatte sie noch bei 0,94% gelegen – immerhin eine mögliche Trendumkehr.

Die Weltbank hatte vor kurzem ein rosiges Bild der Weltwirtschaft gemalt. Nun warnt IWF-Chefin Lagarde kurz vor der Veröffentlichung IWF-Konjunkturprognose vor den Risiken einer zu niedrigen Inflation, die zu einer “katastrophalen” Deflation werden könnte: “Die Richtung ist insgesamt positiv, aber das globale Wachstum ist zu gering, zu zerbrechlich und zu ungleichmäßig.” Das Plus der weltweiten Wirtschaftsleistung könnte bei 4% liegen. Zu den Problemen, die das verhindern, gehört neben der zu geringen Preissteigerungsrate auch, dass zu wenig Arbeitsplätze geschaffen würden, sowie die seit 2009 immer ungleichere Einkommensverteilung (siehe auch hier!). Es kommt ihrer Meinung nach besonders darauf an, dass die Notenbanken erst dann zu einer normaleren Geldpolitik zurückkehren, wenn „stabiles Wachstum auf ein festes Fundament gründet“. Insbesondere die Fed dürfe ihre QE-Maßnahmen nicht voreilig reduzieren.

Die Fed hatte in einem Forschungspapier aus 2002 festgestellt, dass die deflationäre Entwicklung im Japan der 1990er Jahre nicht vorhergesehen wurde, weder von der Geldpolitik, noch von privaten Investoren, noch von den meisten sonstigen Beobachtern. So lagen auch die Bond-Renditen bis 1995 noch bei 5%. Demzufolge warnt das Papier, dass Deflation schwierig vorherzusagen ist und daher insbesondere bei schon niedriger Inflationsrate frühzeitig massive geldpolitische Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen. Das gelte auch für die Fiskalpolitik, die zwar zu Beginn der 1990er Jahre in Japan Anreize gesetzt hat, die sich aber als nicht ausreichend und nicht ausdauernd genug erwiesen haben.

Niedrige Inflation, bzw. Deflation ist nicht unbedingt immer ein Problem, schreibt Stephen King, Chefvolkswirt der HSBC. Ein positiver Produktivitätsschock kann die Preise relativ zu den Löhnen drücken und damit die Realeinkommen steigern. Eine vergleichbare Situation liegt vor, wenn die Energiepreise deutlich sinken, wie das in den zurückliegenden Jahren in den USA der Fall ist mit der zunehmenden Nutzung von Fracking-Technologien zur Gewinnung von Erdöl und Erdgas. Teilweise kann niedrige Inflation auch deutlich nachlaufen und damit auf zurückliegende Probleme hindeuten. Wenn diese gelöst wurden, kann diese Episode als „Geschichte“ abgehakt werden.

Bei einem Zinsniveau nahe Null allerdings wirkt eine schwache und schwächer werdende Inflation über real steigende Zinsen so, dass Schulden schwerer tragbar werden. Das Risiko fauler Kredite nimmt zu – und das in einem Umfeld bereits überbordender Verschuldung (sonst wären die Zinsen nicht künstlich niedrig gedrückt worden). Das so ohnehin schon fragile Finanzsystem wird noch weiter geschwächt und kleine Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung werden schnell wieder zunichte gemacht. Niedrige Inflation kann so zu sinkendem Wachstum beitragen.

Das war genau der Fall in Japan in den Jahren 1995 und 1996. Es gab einige schwache Anzeichen wirtschaftlicher Erholung, die Erwartung war auf wieder steigende Preise ausgerichtet. Das erwies sich aber als Trugschluss, trotz eines Anstiegs der wirtschaftlichen Aktivitäten begann ein Abstieg in Deflation, angeführt von einem verknöcherten Finanzsystem und schwachem Kreditwachstum, schreibt King.

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Aktien 2014







Was ist von Aktien in diesem Jahr zu erwarten, nachdem sie sich in den Jahren zuvor bereits überdurchschnittlich gut entwickelt hatten? Gibt ein gutes Vorjahr überhaupt signifikante Hinweise, wie das Folgejahr werden kann? Ich konzentriere mich auf US-Aktien – hier wird immer noch der weltweite Takt geschlagen. Von Zacks stammt die folgende Auswertung. Aus der geht hervor, dass das Vorjahr kaum signifikante Aussagen darüber zulässt, wie sich das folgende Aktienjahr entwickelt.

 

 

Das bringt uns also nicht weiter. Ich will mich auch nicht mit anderen zweifelhaften statistischen “Omen” aufhalten. Entscheidend sind eher die aktuellen singulären Faktoren. Der wichtigste –lassen wir zunächst die Geldpolitik beiseite- ist in langfristiger Betrachtung der Verlauf der Unternehmensgewinne. Die wiederum hängen hauptsächlich von der Entwicklung der Gesamtwirtschaft ab. Allerdings gibt es erhebliche Verschiebungen zwischen Konjunkturzyklus, Unternehmensgewinnen und Aktienkursen, so dass zwar im langfristigen Mittel Unternehmensgewinne, Aktienkurse und Wirtschaftswachstum recht synchron laufen, kurz- und mittelfristig jedoch nicht unbedingt.

 

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