Arbeit und Alter

Wie man ältere im Arbeitsmarkt behält und wie man Ältere in den Arbeitsmarkt integriert.

Dies ist eine mühevolle Aufgabe. Sie erfordert Konsequenz, Mut, Kreativität und Engagement – etwas, das nicht altersbedingt abnehmen muss, wenngleich es Einschränkungen gibt. Aber es muss  jedenfalls nicht mit 60 oder 65 aufhören. Eine Freude an der Arbeit, sofern sie realisierbar ist, hört ja nicht mit dem 65. bzw. 60 Geburtstag auf und lässt sich ja auch nicht durch Gesetz reglementieren. Die individuelle Freiheit ist ein wertvolles Gut, das nur nach individuellen und wertbestimmten Kriterien einzuschränken wäre. Was lässt sich also tun, um die Arbeit auch im Alter noch attraktiv zu gestalten? Und was, damit sie vielen Menschen auch nach dem Erreichen des Pensionsantrittsalters als sinnvoll erscheint? Damit ist schon eine Grundbedingung genannt, die von den Betroffenen zu berücksichtigen wäre. Man muss hier auf die subjektive Bewertung von Arbeit hinweisen sowie auf die Möglichkeiten Arbeit immer wieder neu zu gestalten, an technologische Möglichkeiten anzupassen und individuelle Spielräume zu nutzen. Sie muss dem Leistungswillen und der Kraft entsprechen, die dafür notwendig ist. Vor allem die Bildung und Erziehung muss den tradierten Vorurteilen vom Arbeitsleid und dem negativ bewerteten Urteil von Arbeit frühzeitig entgegenwirken und in den Schulen auf die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten hinweisen. Experimentelle Arbeiten, Projekte und Versuche müssen als Lernerfahrungen erlebbar und bewertbar gemacht werden.

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Arbeitslosigkeit

Ein untergeordnetes Thema.

Man verhält sich wie das Kaninchen vor der Schlange, weil man keine probaten Mittel einsetzen kann. Man weiß, dass man mit Geld keine Arbeitsplätze schaffen kann. Es erscheint zwar überlegenswert bestimmte Aufgaben zu monetarisieren und nach dem alten Kreiskyschen Grundsatz lieber Schulden zu machen, als zu viele Arbeitslose zu haben, aber Reformen sollten über die steuerliche Situation hinausgehen und die Ausgabenseite ins Visier nehmen, wie alle anderen Aspekte der Arbeitsmarktstimulierung. Es geht um leistbare finanzielle Belastung von Unternehmen. Es geht um ein Bildungssystem, in dem Eigenverantwortung, Kreativität und Kooperationsfähigkeit als fundamentale Eigenschaften gelehrt, gelernt und vorgelebt werden.

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Zinszyklus und Aktien

In der zurückliegenden Woche wurden mal wieder die Worte von Fed-Chefin Yellen auf die Goldwaage gelegt. Vor dem Bankenausschuss des US-Senats sagte sie, die Fed werde von “Treffen zu Treffen” entscheiden, wann sie die Zinswende einleite. Im Januar war verlautbart worden, man werde die Abkehr vom geldpolitischen Krisenmodus “geduldig” angehen.

Die „Märkte“ erwarten die Zinswende nicht vor der Jahresmitte. Yellen will ihnen rechtzeitig einen Wink geben, indem das Signalwort “geduldig” in den Verlautbarungen der Fed gestrichen wird. Wenn sich die US-Wirtschaft dann weiter gut entwickelt, könnte eine Erhöhung jederzeit möglich werden. Nach dem Wegfall des Signalworts vergehen aber auf jeden zwei FOMC-Sitzungen ohne Zinserhöhung, verspricht sie.

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Griechenland – in die Schranken verwiesen!

In der realen Welt geschieht das Richtige niemals zur rechten Zeit am rechten Ort. Es ist Aufgabe von Journalisten und Historikern (und von Politikern), es so aussehen zu lassen. Dieses (erweiterte) Zitat von Mark Twain (h/t T.J. – Quelle) passt sehr gut auf die am späten Freitag-Abend gefundene „Verhandlungslösung“ in der Griechenland-Krise.

Die griechische Regierung findet, dass sie alles richtig gemacht und einen Erfolg errungen hat, die Gegenseite, allen voran Deutschland, findet das auch. Leider fehlt mir die Phantasie, zu erkennen, wo genau der Erfolg der griechischen Regierung liegt. Sie war angetreten, die Sparzwänge der „in Freundschaft verbundenen“ Eurozonen-Länder abzustreifen und ist nach Athen zurückgekehrt mit einer Abmachung, die die Austerität der Troika ohne Troika für weitere vier Monate fortschreibt. Die Gegenseite hingegen hat sich mit einer an Arroganz nicht zu überbietenden Verhandlungsführung durchgesetzt. Dieser Sieg muss nicht notwendigerweise von Dauer sein – es könnte ein Phyrrus-Sieg werden.

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10 Maßnahmen gegen Erkältung - Teil 3: Mit der richtigen Ernährung gesund bleiben

10 Maßnahmen gegen Erkältung - Teil 3: Mit der richtigen Ernährung gesund bleiben

Unsere übliche Ernährung zeichnet sich dadurch aus, dass sie zu viele Bestandteile enthält, die uns eher schaden. Nährstoffe hingegen, die unser Körper dringend benötigt, um wichtigen Funktionen nachzukommen, sind kaum oder gar nicht vorhanden. Und so geraten wir inmitten von Überfluss und Überangebot in eine Mangelernährung. Dadurch wird nicht nur unser Immunsystem geschwächt, sondern auch unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden. Auf Dauer macht uns unsere falsche Ernährung richtig krank.

Eine gesunde Mahlzeit besteht aus vielfältigen und vor allem frischen Nahrungsmittel und Getränken, die dicht an Nähr- und Vitalstoffen sind und so für eine ausreichende Zufuhr sämtlicher essenzieller Stoffe und Spurenelemente sorgt. Vor allem verschiedenfarbiges rohes Obst und besonders rohes Gemüse ist reich an zellschützenden Antioxidantien. Diese Helfer machen schon im Vorfeld viele Angreifer, vor allem Chemikalien aller Art unschädlich und entlasten unser Immunsystem deutlich.

Um auf die empfohlene Menge von fünf Portionen Obst und Gemüse zu kommen (eine Portion entspricht der Menge einer geballten Faust), sollte man bereits beim Frühstück anfangen. Äpfel, Birnen, Bananen, Zitrusfrüchte, frisches oder tiefgekühltes Beerenobst lassen sich perfekt mit einem ungesüßten Müsli aus Haferflocken oder einem warmen „Chufli Brei“ aus Erdmandeln kombinieren. Diese Getreidemahlzeiten sind hervorragende Energielieferanten. Sie sättigen nicht nur lange und angenehm, sondern sie liefern eine Menge Ballaststoffe, die der Verdauung förderlich sind. Oder man füllt frische Pilze, Paprika, Tomaten, Gurken, Avocados etc. in ein Omelett; - das Gemüse versorgt mit wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen und das Frühstücksei sorgt für den Protein-Kick. Und sollte sich das Frühstück zuhause nicht ausgehen, dann nehmen Sie sich Obst und ein Vollkornbrot mit. Dieses lässt sich wunderbar mit frischem Salat, Gemüse, mageren Milchprodukten, wie Topfen, Hüttenkäse oder Käse belegen. Verzichten Sie bewusst auf Weizenbrot, denn dieses hat einen hohen glykämischen Index; - es lässt ihren Blutzuckerspiegel hochschnellen und sie sind nach kurzer Zeit wieder hungrig. Und seien sie auch vorsichtig mit zu vielen Milchprodukten! Diese stammen oft aus Massentierhaltung und wir konsumieren viel zu viel davon. Meiner Erfahrung nach verwerten und vertragen immer mehr Menschen sie immer schlechter!

Zu Mittag sollten Kartoffeln, Getreideprodukte in Form von Vollkorn-Reis und Vollkorn-Nudeln sowie Obst und Gemüse auf ihrem Speiseplan stehen. Bevorzugen sie regionale und saisonale Angebote und greifen sie zu Bioprodukten. Hier ist der Anteil an Schadstoffen, der für zahlreiche Allergien verantwortlich ist, garantiert am geringsten. Und verzichten sie bitte auf den täglichen Wurst- und Fleischkonsum, denn die enormen Mengen, die wir jeden Tag konsumieren, machen uns regelrecht krank. Die berühmte Klosterfrau Hildegard von Bingen, die im 13. Jahrhundert lebte, hat bereits damals erkannt, dass es wichtig ist, nicht täglich Fleisch zu essen. Vielmehr solle man mit rein vegetarischen Gerichten wechseln, immer einen frischen Salat zum Fleisch reichen und darauf achten, dass das Fleisch grundsätzlich nur aus bekannten Quellen stammt. Ich empfehle nur einmal pro Woche Fleisch zu essen, so wie bei unseren Großeltern nur der Sonntagsbraten üblich war, und besonders hier auf Bio-Qualität zu achten. Die idealen Fettlieferanten für ihre Mittagsmahlzeit sind eine Handvoll Nüsse und Samen oder 1 bis 2 Esslöffel kaltgepresste, pflanzliche Öle, wie z.B. Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl, Kürbiskernöl. Sie liefern die für den Körper unerlässlichen ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungsprozesse reduzieren und unser Immunsystem gerade jetzt in der kalten Jahreszeit stärken. Auch Meeresfisch, vor allem Lachs, liefert Omega-3-Fettsäuren und kann 1 bis 2mal wöchentlich verzehrt werden. Versuchen sie Butter, Sauerrahm, Schlagobers oder Créme Fraiche stark zu reduzieren oder ganz weg zu lassen. Verzichten Sie vor allem strikt auf minderwertige Öle und Margarinen, auf Streich-, Back- und Bratfette tierischer Herkunft, wie z.B. Schweineschmalz. Vor allem in den zahlreichen Fertig- und Fast-Food-Produkten sind diese Fette zahlreich versteckt. Die Auswirkung auf unseren Körper und unser Immunsystem ist fatal! Ebenfalls stark vertreten in Fertigprodukten sind Zucker und Salz, die ernährungstechnisch unserem Körper keinen Mehrwert liefern und uns massiv schaden. Die aktuellen österreichischen und deutschen Ernährungsberichte kamen zu dem Ergebnis, dass sowohl der Salz-, als auch der Zuckerkonsum ansteigen. Sind sie schlauer und lassen sie raffinierten Zucker einfach weg. Süßen sie stattdessen mit Ahornsirup, Agaven-, Birnen oder Apfeldicksaft. Gehen sie beim Würzen der Speisen sparsam mit Salz um, Kräuter und Gewürze hingegen können sie reichlich verwenden. Versuchen Sie doch mal ein indisches, libanesisches oder mediterranes Rezept und verwenden sie Ingwer, Zimt, Nelken, Muskat, Kümmel, Curcuma und Cayennepfeffer. Kräuter und Gewürze liefern nicht nur verblüffende Geschmackserlebisse, sie enthalten auch reichliche Stoffe, die antibakteriell wirken und so unser Immunsystem entlasten. Außerdem sind zahlreiche Mineralien enthalten, die unsere Leistungsfähigkeit verbessern und das Immunsystem zusätzlich stärken.

Zu Abend gelten die gleichen Regeln wie zu Mittag. Um ihren Stoffwechsel nicht zu sehr zu belasten, sollten sie aber nicht zu spät essen und der Anteil an Gemüse gegenüber Vollkorn-Getreideprodukten sollte überwiegen.

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Zentralbanken – Disinflation, Negativzinsen und Totalitarismus

Die Fed hat auf ihrer jüngsten FOMC-Sitzung am zurückliegenden Mittwoch ihren Sprachgebrauch geändert. Hatte es zuvor noch geheißen, sie werde die Zinsen für beträchtliche Zeit niedrig halten, so möchte sie jetzt bei Zinserhöhungen geduldig vorgehen. Gleichzeitig sieht sie die Verfassung der US-Wirtschaft weiter verbessert. Für 2015 sagen die Ratsmitglieder ein Wirtschaftswachstum von 2,6 bis 3,0%, sowie einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 5,2 oder 5,3% voraus, was in etwa Vollbeschäftigung entspräche.

Die Aktionäre riefen „Hurra!“ und griffen beherzt zu. Der S&P 500 hatte seinen stärksten Tag seit Oktober 2013. Per Ende 2015 liegt die Markterwartung hinsichtlich Leitzins nun bei 0,56%, der Median der Meinungen der FOMC-Mitglieder kommt auf 1,125%. Nun ist es ja historisch gesehen so, dass Zinserhöhungen keineswegs Gift für die Entwicklung der Aktienkurse sein müssen, wie die heutzutage beständig umgehenden „Zinsängste“ nahe legen. Ein Blick zurück in frühere Zinszyklen zeigt, dass in den ersten ein, zwei Jahren steigender Zinsen Aktien ebenfalls anstiegen.

Bemerkenswert sind die Parallelen des jünsten FOMC-Kommuniqués zum letzten Zinserhöhungszyklus der Fed in 2004. Im Januar jenes Jahres ließ die Fed, damals noch unter Leitung von Alan Greenspan, die Zusicherung fallen, die Zinsen für einen „beträchtlichen Zeitraum” niedrig zu halten, und verkündete stattdessen Geduld bis zur nächsten Zinserhöhung. Im Mai 2004 sprach sie dann auch nicht mehr von „geduldig”. Im Juni erhöhte sie die Zinsen in einem ersten Schritt von 1,00 auf 1,25%.

Nun mag es mit der Geldflut der Notenbanken fraglich geworden sein, ob historische Erfahrungen noch so einfach übertragbar sind. Nach der Reaktion der Aktienmärkte zu schließen, scheinen sie an diesem Punkt erst einmal weiter zu gelten, weil steigende Zinsen nun als Beleg dafür genommen werden, dass es der US-Wirtschaft immer besser geht. Da diese Feststellung auf den Zustand der Wirtschaft in der Eurozone und in vielen Emerging Markets eher nicht zutrifft, bedeutet das gleichzeitig, dass offenbar die Meinung vorherrscht, die US-Wirtschaft könnte sich dauerhaft vom Rest der Welt abkoppeln und auf beschleunigtem Wachstumskurs bleiben. Das ist für sich genommen schon recht blauäugig.

Aber vollends widersinnig wird das Ganze, wenn man sich vor Augen führt, was die Fed-Chefin in der Pressekonferenz nach der FOMC-Sitzung von sich gab. Zunächst wurde betont, dass die neue Sprachregelung im Einklang mit der früheren Erklärung steht, die Zinsen „für eine beträchtliche Zeit” niedrig zu halten. Dann erklärte Yellen wiederholt, dass die tiefen Ölpreise gut seien für die US-Wirtschaft. Erstaunlich – bisher war immer wieder herausgestrichen worden, dass Inflation anzustreben sei, jetzt plötzlich wären die durch die fallenden Ölpreise angeschobenen disinflationären Kräfte zu begrüßen.

Einschub: Der US-CPI ist im Nov stärker als erwartet zurückgegangen nach einer Seitwärtsbewegung zuvor und kommt jetzt auf eine Jahresrate von gut 1,2%. Darüber hinaus ist es im Umfeld von Produktivitätssteigerungen der Normalzustand, dass Güter billiger werden. Ohne Manipulation der Geldseite der Wirtschaft, würde das die Konsumenten in die Lage versetzen, für ihr Geld im Zeitablauf mehr, nicht weniger zu kaufen. Disinflationäre Effekte sind also “eigentlich” realwirtschaftlich konsistent mit einer soliden wirtschaftlichen Entwicklung. Einschub – Ende

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Maximierung des Shareholder-Value – blöde Idee








Das Finanzwesen ist reich an schlechten Ideen, schreibt James Montier, aber das Konzept der “shareholder value”-Maximierung gehöre zu den dümmsten. Er weiß sich da einig mit dem legendären Jack Welch, von 1981 bis 2001 CEO von General Electric. In dessen Amtszeit stieg der Wert der Firma um 4000%.

Die Idee der „SVM“ wurde um 1960 herum von Arrow und Debreu theoretisch begründet. Unter Annahme vollständigen Wettbewerbs und idealen Marktbedingungen sahen sie Adam Smiths “Unsichtbare Hand” am Werk, die über Eigennutz das Gemeinwohl stärkt. Kein geringerer als Milton Friedman schrieb dann 1970: „Es gibt nur eine einzige soziale Verantwortung eines Unternehmens – seine Ressourcen für die Steigerung des Gewinns zu nutzen.“ Montier kann sich den Seitenhieb nicht verkneifen und findet es schlicht erstaunlich, wie viele schlechte Ideen in der Wirtschaftswissenschaft auf Friedman zurückgehen.

 

Jensen und Meckling spielten den Ball 1976 weiter, indem sie schrieben, der aktuelle Börsenkurs eines Unternehmens sei die beste Annäherung an seinen künftigen Cashflow, seinen inneren Wert. Folgt man der Hypothese von effizienten Märkten, so bedeutet die Maximierung der Kurse durch die Unternehmenslenker eine Maximierung der Werts für die Anteilseigner. Jensen und Murphy schrieben schließlich 1990, dass Aktienoptionen als Gehaltsbestandteil der CEOs das effektivste Mittel sind, um ihre Interessen mit denen der Aktionäre in Deckung zu bringen.

 

Die Therie bereitete den Weg für die Praxis. So hieß es 1981 seitens einer Vereinigung führender US-Firmen noch, Unternehmen seien in erster Linie dafür verantwortlich, der Öffentlichkeit hochwertige Güter zu fairen Preisen verfügbar zu machen. Damit würden Gewinne gemacht, die Kapital anziehen, Jobs schaffen und die Wirtschaft aufbauen. Daraus wurde 1997 die Feststellung, das oberste Ziel einer Firma sei es, Erträge für ihre Eigner zu erwirtschaften. Dazu müsste sich das Management auf den „shareholder-value“ ausrichten.

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Öl – eine komplexe Preisbildung





 

Der Aktienbörsen v.a. in den entwickelten Ländern setzen ihren Höhenflug fort. Seit der Entscheidung der BoJ, ihre geldpolitische Flutungsmaßnahmen zu verstärken, kam eine Zinssenkung der PBoC und fortwährendes Gerede von EZB-Draghi hinsichtlich weiterer geldpolitischer Lockerungen.

Die Schritte der Notenbanken dürften aufeinander abgestimmt gewesen sein, genauso wie die dazu passenden Äußerungen von Draghi, die darauf hinauslaufen, dass die EZB ein reinrassiges QE in die Welt (oder in den Sand?) setzt. Wer in diesen Zeiten solche Erwartungen weckt, erreicht natürlich eine Steigerung der Risikobereitschaft der Akteure an den Finanzmärkten. Und natürlich wird er die bewusst so massiv geschürten Hoffnungen auch erfüllen (müssen).

 

Es liegt auf der Hand: Die globalen Notenbanken wollen die Aktienmärkte noch höher treiben und die Herde folgt bereitwillig. Die Aussage der Aktienkurse, die eine deutliche wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung “einpreist”, weicht immer stärker ab den fundamentalen Gegebenheiten ab. Wir hatten uns mit dieser Thematik vor kurzem schon einmal beschäftigt. Die Entwicklung in den USA trägt diesen Erwartungen noch am ehesten Rechnung, aber auch hier zeigen sich Brüche.

 

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USA – Insel der Glückseligen?

Das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten scheint aktuell von der Stimmung getragen zu sein, bei uns zuhause läuft es ja nicht so gut, aber in den USA geht es dafür umso besser. Der optimistische Zufluss von Kapital dorthin hat (unter anderem) den Dollar und amerikanische Aktien erstarken lassen. Gleichzeitig zeichnen die Rohstoffpreise ein etwas realistischeres Bild der Lage. So kennen die Ölpreise nur einen Weg, den nach unten, wobei Optimisten derem Absturz noch die positive Seite abgewinnen, dass damit mehr Raum für den „normalen“ Konsum entsteht. Kupfer als wichtiger Indikator für industrielle Aktivität befindet sich weiterhin in mit einem Preis von rund 6700 in der hier dargestellten kritischen, unklaren Chartsituation.

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Japan: Abenomics und der Wahnsinn

Die japanische Notenbank (BoJ) erhöht ihr Ziel für die Ausweitung der Geldmenge auf rund 80 Bio. Yen pro Jahr. Bislang war ein Plus von 60 bis 70 Bio. Yen im Jahr abgepeilt worden. Der Ankauf von Staatsanleihen soll um ein Volumen von 30 Bio. Yen jährlich erhöht werden, die Haltedauer der Papiere soll auf bis zu zehn Jahre steigen. Außerdem will die BoJ japanische Aktien-ETF und Immobilienanlagen in noch größerem Umfang kaufen als bisher.

Die Entscheidung kommt unmittelbar nach Auslaufen der QE-Maßnahmen der Fed – sie hat die Akteure an den Finanzmärkten überrascht. Zuvor war schon berichtet worden, dass der weltgrösste Pensionsfonds (GPIF) den Anteil ausländischer Anleihen von 11% auf 15% erhöhen will. Als unmittelbare Reaktion steigt der Nikkei-Index um 4,8% auf ein sieben-Jahres-Hoch, der Yen fällt gegenüber dem Dollar auf ein sechs-Jahres-Tief. Die Aktienbullen fühlten sich weltweit angespornt und schalten in den Kaufrausch-Modus.

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Eurozone: Eine schwache Woche

Die EZB hat auf ihrer Sitzung vom Donnerstag dieser Woche keine weiteren „unkonventionellen Maßnahmen“ vorgestellt. Darauf hatten einige Akteure wohl gehofft, nachdem die Inflationsrate in der Eurozone im September nach vorläufiger Schätzung auf 0,3% erneut schwächer hereinkam. Dazu kam es nicht, auch die Leitzinsen blieben unverändert. Europäische Aktien tauchten im Zuge der Pressekonferenz der EZB deutlich ab, während US-Aktien nach volatilem Handel behauptet schlossen.

EZB-Chef Draghi hat die jüngsten Beschlüsse seiner Bad Bank erläutert. Demnach will die EZB mindestens zwei Jahre lang Banken einfache und transparente ABS-Kreditpakete (Asset Backed Securities, „ABS“) abkaufen. Der Kauf soll im vierten Quartal dieses Jahres beginnen, der Kauf von als sicher geltenden Pfandbriefen (Covered Bonds) soll in der zweiten Oktoberhälfte starten. Von vorneherein sollen auch griechische und zyprische ABS-Papiere gekauft werden, selbst wenn sie die Rating-Anforderungen von BBB- nicht erfüllen. Diese gelten als Schrottpapiere.

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Dollar – wo geht es hin?





Die Volkswirtschaft der USA ist mit einem BIP von 16,80 Bill. Dollar mit Abstand die größte der Welt, gefolgt von der Eurozone mit 12,75 Bill. Dollar und China mit 9,24 Bill. Dollar. Der Dollar ist damit zweifellos nach wie vor die wichtigste Währung auf der Welt, auch wenn insbesondere die chinesische Währung hier nach und nach Boden gut macht.

Bewegungen in der Weltleitwährung haben eine wichtige Zeigerfunktion für den Zustand der US-Wirtschaft und der Weltwirtschaft insgesamt. Und signifikante Bewegungen im US-Dollar gehen stets mit deutlichen Bewegungen bei den globalen Asset-Preisen einher.

 

Was bestimmt eine Währungsrelation?
Die wichtigsten fundamentalen Faktoren dürften sein: Wirtschaftliches Wachstum, Zinsdifferenz, Leistungsbilanz. Aus sehr langfristiger Sicht ist wohl das Wachstums-Differential der entscheidende Punkt. Aus mittelfristiger Sicht dominiert wegen der Dominanz der Finanzindustrie in besonderem Maße der durch Verwertungsmotive bestimmte Kapitalfluss. Kurzfristig werden Wechselkurse auch durch politische und wirtschaftliche Unsicherheit bestimmt („safe haven“-Reflex). Dies wirkt sich besonders beim „hochvolumig vagabundierenden“ US-Dollar aus; wird er in solchen Situation heim geholt, stärkt ihn das zeitweilig gegen andere Währungen.

 

Zwei US-Dollar-Indices
Der US-Dollar-Index (Chart von Incrediblecharts) gibt den Wert des Dollar gegenüber einem Währungskorb wider, der sich aus sechs Währungen zusammensetzt. Der Euro hat einen Anteil von 58%, der japanische Yen rund 14%, das britische Pfund rund 12%, der kanadische Dollar rund 9%, die schwedische Krone rund 4%, der schweizer Franken unter 4%. Ein steigender Index zeigt eine Aufwertung des Dollar gegenüber den Währungen des Währungskorbs (Zufluss), ein fallender Index eine Abwertung (Abfluss).

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Sechs Gründe, warum “New World of Work” ArbeitnehmerInnen wichtig ist

In einem Interview mit der Journalistin Barbara Oberrauter ist mir plötzlich sehr klar geworden, dass es mindestens sechs Gründe gibt, warum neue innovative Arbeitsformen für ArbeitnehmerInnen wichtig sind. Diesen Gründe sind für ArbeitnehmerInnen und Unternehmen gleichermaßen wichtig:

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Obamas Debakel und Fergusons Rache

Barack Obama ist der schlechteste Präsident seit dem 2. Weltkrieg, sagen die Amerikaner. Warum das so ist, ein Erklärungsversuch.

Die renommierte Quinnipiac Universität hat abgefragt, wen die Amerikaner für den schlechtesten Präsidenten seit dem 2. Weltkrieg halten und Barack Obama ist dabei als klarer Sieger hervorgegangen: 33 Prozent der Befragten reihen ihn vor Georg W. Bush mit 28 Prozent. Dahinter weit abgeschlagen - wer hätte das je für möglich gehalten - Richard Nixon. Nicht einmal Watergate und der erzwungene Rücktritt reichten aus, um den nachhaltig schlechtesten Eindruck zu hinterlassen.

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Aktien: Zeichen von Übertreibung




Fed-Chefin Yellen hat kürzlich für Verunsicherung in der Anleger-Herde gesorgt. Sie sagte, die Bewertungen in manchen Sektoren seien deutlich überzogen und zeigte dabei auf Biotechnologie, “social media” und SmallCaps. Zudem sei die implizite Volatilität für den S&P 500 in den zurückliegenden Monaten so weit zurückgegangen, wie sie zuletzt Mitte der 1990er und Mitte der ersten Dekade des aktuellen Jahrtausends gemessen worden ist. Mit anderen Worten, die Anleger seien zu selbstzufrieden.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet sie das sagt – sie, die als Stellvertreterin an der Spitze der Fed zusammen mit ihrem Vorgänger genau die Bedingungen geschaffen hat, dass eine Bewertungsblase entsteht und die Anleger mittlerweile blind darauf vertrauen, die Fed werde ihre Vertreibung aus dem Paradies schon verhindern.

Die Anleger haben die Botschaft der Fed wohl gehört: Das Volumen der vom privaten Sektor gehaltenen Investmentfonds hat sich von 3,16 Bill. Dollar in Q1/2009 auf 6,89 Bill. Dollar im Schlussquartal 2013 mehr als verdoppelt. Der Verlauf seit Mitte 2012 zeigt Merkmale einer Fahnenstange – wie schon vor 2000 und 2007. Insgesamt ergibt sich seit Mitte der 1990er Jahre ein exponentieller Verlauf.

Der folgende Chart zeigt das Verhältnis des Werts der vom privaten Sektor gehaltenen Investmentfonds zum Bruttosozialprodukt. Einsamer Rekord seit Ende des zweiten Weltkriegs – per Ende 2013 40%!

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Wohnbaupolitik adé

So positiv die Ansagen im Wahlkampf waren, so ernüchternd ist die Realität im Koalitionsalltag. Eine Wohnbaupolitik, die diesen Namen auch verdient, ist nicht Sicht. 

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EZB-Sitzung: Euro extrem

Die EZB lässt den Leitzins unverändert – damit war im Vorfeld mehrheitlich gerechnet worden. Der Euro reagiert zum Zeitpunkt der Bekanntgabe gestern um 13:45 kaum. Zu Beginn der Pressekonferenz der EZB um 14:30 allerdings beginnt eine Achterbahnfahrt.

Zunächst schnellte die Gemeinschaftswährung gegen Dollar auf nahezu 1,40 hoch, markierte ein Zweieinhalbjahreshoch und sackte anschließend bis auf 1,3850 ab (Chartquelle). Die Schwäche setzt sich heute im frühen Handel fort.

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Piketty: Die ungleiche Wohlstandsverteilung

Thomas Piketty war bisher nur Insidern bekannt. Jetzt hat es der 42-jährige Franzose mit seinem Werk “Capital in the Twenty-First Century“ selbst in den USA in kurzer Zeit geschafft, hohe Anerkennung zu erreichen – die Nobelpreisträger Krugman und Stiglitz feiern ihn.

Piketty lehrt an der „Paris School for Economics“, an der auch eine informative Web-Seite zur weltweiten Einkommensverteilung gepflegt wird. Er untersucht die Geschichte von Einkommen und Wohlstand. Dabei setzt er in Anlehnung an Karl Marx „Wohlstand“ mit „Kapital“ gleich. Eine weitere Parallele zu Marx: Piketty versteht die Wirtschaftswissenschaft als Kombination aus den Sparten Soziologie, Geschichte, Anthropologie und Politologie. In gewissem Sinne liefert Piketty die Ergänzung zur historischen Analyse der Staatsverschuldung von Reinhart und Rogoff („This time is different“ – siehe z.B. hier!).

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Wenn das Internet Banking geschlossen hat

Wenn das Internet Banking geschlossen hat

Wussten Sie das? Beim Online Banking gibt es auch so etwas wie Öffnungszeiten. Wir leben zwar im 21. Jhdt., aber unsere Banken schalten einfach am Nachmittag/Abend die Transaktionen ab!

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Eurozone: Leistungsbilanz-Saldo auf Rekordhoch

Die Leistungsbilanz der Eurozone hat sich von einem Defizit in 2009 in einen Überschuss gewandelt. Per 2013 beträgt es 2,3% des BIP. Im Vorjahr hatte es noch bei 1,4% gelegen. Das ist eine deutliche Steigerung (Quelle). Ich nehme das zum Anlass für einen Blick darauf, welche die Auswirkungen der bisherige Verlauf der Euro-Krise auf den Leistungs- und Kapitalverkehr hatte und hat.

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