Zwischenrufe aus Übersee

Wie ein Europäer den Alltag an der US-amerikanischen Ostküste erlebt.
Alfons Flatscher ist Journalist und Herausgeber, der 1996 auf die Idee kam, einen eigenen Verlag zu gründen: Den Report Verlag, der heute zu den führenden B2B-Verlagen Österreichs aufgestiegen ist.

Hexenjagd statt Aufklärung: Was ist los mit Justiz und Medien?

Hausdurchsuchungen, bei denen die Kamerateams vor den einschreitenden Beamten vor Ort sind, Einvernahmen, die im Wortlaut, kurz nachdem sie zu Ende gegangen sind, in Medien nachzulesen sind, Entwürfe von Anklageschriften, die die Leser von Wochenmagazinen früher in der Hand halten, als jene, die über eine Anklage zu entscheiden haben: Was ist los mit der heimischen Justiz und was ist faul mit den Medien, die kein Wort darüber verlieren, dass grundlegende Bürgerrechte mit Füßen getreten werden. Ein Beschuldigter in einem Strafverfahren hat Rechte, unabhängig davon ob er Maier, Huber oder Grasser heißt. Aber das ist längst eine altmodisch, verzopfte Ansicht, mittlerweile entscheidet die Staatsanwaltschaft selbst, wer schuldig ist und wer ohne Verfahren verurteilt und medial hingerichten wird. Anders ist nicht erklärbar, dass im Geheimniskrämerstaat Österreich plötzlich totale Transparenz herrscht und Aktenberge freihaus in Redaktionen geliefert werden.

Justitia trägt eine Augenbinde, das Schwert in der Rechten, die Waage in der Linken. Ohne Ansehen der Person, von Fakten bestimmt und schließlich mit der notwendigen Härte, entscheidet sie. Das war doch lange Zeit das Selbstbild der Justiz, aber jetzt hat sie die Utensilien ausgetauscht, statt der Augenbinde die Kamera, statt der Waage den Schreibstift der Journaille, statt des Schwertes den Henkerstrick.

Richter wurden abgeschafft, die Ankläger allein haben das Regiment übernommen, denn nach Ermittlungen, die fünf Jahre und mehr dauern, und bei denen jeder einzelnen Verfahrensschritt in diversen Käseblättern nachzulesen ist, hat sich die Öffentlichkeit längst eine Meinung gebildet. Schuldig, schuldig, schuldig!

Das Urteil ist gesprochen und die Strafe ausgefolgt, noch ehe die Hauptverhandlung begonnen hat: die bürgerliche Existenz des Beschuldigten ist vernichtet durch ausufernde Anwaltskosten und versiegende Einnahmequellen.

Ich bin lange genug im journalistischen Geschäft, um Fälle erlebt zu haben, bei denen Staatsanwälte und selbsternannte Aufdeckerjournalisten sich ihre Opfer ausgesucht und medial hingerichtet haben. Das ehemaligen Bautenministerium war eine Fundgrube. In einem Fall hat das Strafverfahren mehr als ein Jahrzehnt gedauert, seitenweise wurde über den vermeintlichen Korruptionisten berichtet, der Freispruch nach zehn Jahren wurde dann in einem dürren Dreizeiler vermeldet. Den Kollegen, der ein besonderer Eiferer in der Sache war, hab ich im Vieraugengespräch konfrontiert und meine Hoffnung auf ein Mindestmaß an Selbstreflektion wurde enttäuscht: „Unschuldig war er nicht, sie haben ihn halt nicht verurteilt.“

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Denkverbote und Klimawandel

Der Globus erwärmt sich, die Meeresspiegel steigen und die Katastrophe droht, sagen die Propheten des Untergangs William Happer hingegen sagt das genaue Gegenteil: Klimwandel ist gut für Mensch und Natur.

William Happer ist ein introvertierter Wissenschafter, lehrt Physik an der Universität von Princeton, einer der führenden Unis der Welt. Seine Sprache ist präzise, analytisch und seine Worte sind mit Bedacht gewählt. Nur wenn es um den Klimawandel geht, wird der Wissenschafter richtig rabiat:„Die Dämonisierung von Kohlendioxid ist wie die Dämonisierung der armen Juden unter Hitler. Kohlendioxid ist in Wirklichkeit gut für diese Welt, genauso wie das Judentum.“

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Mehr Netto....

Der Gewerkschaftsbund hat völlig recht: Mehr Netto vom Brutto! Wer arbeitet, soll auch ordentlich verdienen. Das ist moralisch richtig und wirtschaftlich gescheit. In einer Phase, in der die Wachstumsraten zusammenbrechen, gerade weil auch der private Konsum auslässt, ist das Gebot der Stunde endlich eine jahrzehntelange Fehlentwicklung zu korrigieren. Leute, die arbeiten, sollen auch viel davon haben.

Aber das steht so, oder so ähnlich ohnedies in den Wahlprogrammen aller Parteien, womit sich die Frage ergibt: Warum wird Arbeit trotz gegenteiliger Versprechen immer mehr belastet? Die Antwort: weils am einfachsten geht, weil der Widerstand der Lohnempfänger zu schwach ist, weil die meisten gar nicht wissen, wie viel ihnen der Staat Monat für Monat wegnimmt - und weil die „Gegenfinanzierung“ bedeuten würde, dass man Strukturen ändern und den Privilegierten weh tun müsste. Da sind dann plötzlich die Bauern-, Beamten- und Pensionisten-Vertreter alle strikt dagegen. Mehr Netto vom Brutto ist eine Sonntagsrede, am Montag dann liefern alle wieder mindestens die Hälfte des Lohns beim Staat ab. Wie lange noch?

 

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Reden um Geld

Diplome werden vergeben, Studienabschlüsse gefeiert. Jetzt haben begabte Redner Hochkonjunktur und sie verdienen gutes Geld.

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Der schlechteste Präsident

Die renommierte Quinnipiac Universität hat abgefragt, wen die Amerikaner für den schlechtesten Präsidenten seit dem 2. Weltkrieg halten. Barack Obama gaben 33 Prozent der Befragten an. An zweiter Stelle Georg W. Bush mit 28 Prozent. Dahinter weit abgeschlagen - wer hätte das je für möglich gehalten - Richard Nixon. Nicht einmal Watergate und der erzwungene Rücktritt reichten aus, um den nachhaltig schlechtesten Eindruck zu hinterlassen.

Freilich scheint es auch so zu sein, dass mit den Jahren das Urteil über einen ehemaligen Frontmann milder wird.

Jimmy Carter profitiert davon: Er rangiert auf der Negativliste nur auf dem vierten Platz. Vielleicht hat die Amerikaner mit ihm versöhnt, dass der Erdnussfarmer aus Georgia in seiner Politpension mit seinem humanitären Projekt "Habitat for Humanity" Großartiges geleistet hat.

2017 endet die Präsidentschaft von Obama und er kann sich jetzt schon überlegen, wie er die Zeit danach für eine Rehabilitation nutzen wird. Denn die verbleibende Amtszeit wird kaum ausreichen, um die politisch maßlos Enttäuschten, zurückzugewinnen.

Für den besten Nachkriegspräsidenten halten die Amerikaner Ronald Reagan, der mit 35 Prozent das Feld anführt. Weit abgeschlagen dahinter Bill Clinton mit 18 Prozent. An dritter Stelle John F. Kennedy mit immerhin 15 Prozent.

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Auf der Kriechspur

Kaum ein Indikator sagt mehr aus über die Befindlichkeit einer Volkswirtschaft als die Zahl der vergebenen Unternehmenskredite. Wer optimistisch in die Zukunft blickt, investiert; wer zweifelt, wartet zu. Die Zweifler sind deutlich in der Überzahl. Seit 2012 werden europaweit deutlich weniger Kredite vergeben: Um 2,8 Prozent jährlich sinkt das Volumen, wie dem aktuellen Kreditbericht der Österreichischen Nationalbank zu entnehmen ist. Österreich steht ein wenig besser da,  mit einem leichten Zuwachs bei den Krediten von 0,2 Prozent im ersten Quartal 2014 und 0,3 im zweiten.  Im Bau- und Wohnungssektor wird investiert, im Verkehrs- und Energiewesen und im Tourismus wird investiert, aber der Handel und die Sachgüterproduktion lassen aus – genauso wie die privaten Haushalte. Die Zinsen sind auf historisch niedrigem Niveau, trotzdem fehlt der Mut. So wird die Konjunktur nie aus der Kriechspur kommen.

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Erdäpfel und Kraut, oder wie es neuerdings heißt: Crowd!

50.000 Dollar für einen Erdäpfelsalat. Crowdfunding beflügelt Phantasie…

„Stell dir vor“, so beginnt mein Sohn seinen Satz und ich weiß, jetzt kommt eine Geschichte aus dem Kuriositätenkabinett des Internets.  Er hätte auch sagen können, „Sachen gibts, die gibts nicht“ und weil ich mich vor 19 Jahren entschieden habe, Vater zu werden, bin ich heute angeschlossen an diesen endlosen Strom von Internet-Grenzerfahrungen.

„Da macht einer Erdäpfelsalat und lässt sich das über Kickstarter finanzieren. Er hat schon 50.000 Dollar beisammen.“  Aber das Projekt läuft noch bis 2. August. Zack Danger aus Columbus, Ohio, ist auf die glorreiche Idee gekommen und seine vage Ansage: „Ich mache Erdäpfelsalat. Ich weiß noch nicht genau welchen“, hat tatsächlich eine Welle der Begeisterung ausgelöst und er wird vermutlich ins Guinness Buch der Rekorde eingehen. So viel hat noch keiner für einen banalen Salat kassiert.   10 Dollar wollte er eigentlich haben. Um 35 Dollar hätte er vier Portionen angerichtet und für 75 Dollar wollte er sich in die Gefilde des Pizzabackens vor wagen. 6218 Unterstützer haben sich den Spaß etwas kosten lassen, wobei ich gestehen muss, ich beneide Zack und ich denke daran, was ich aus all meinen Talenten hätte machen können. Ich bin zum Beispiel ein durchaus talentierter Pizzabäcker. Das sagen zumindest meine Kinder. Wäre ich rechtzeitig auf die Idee gekommen, die Großtat des Pizzabackens publikumswirksam auf www. kickstarter.com anzukündigen, ich wäre ein gemachter Mann, vermutlich Besitzer mehrerer Jachten und vielleicht einer karibischen Insel.

Aber ich habe einfach zu kompliziert gedacht. Crowdfunding, so mein Vorurteil, ist etwas für seriöse Projekte in Kunst, Kultur und Business.  Etwas Neuartiges, das Grenzen verschiebt und neue Möglichkeiten aufzeigt. Aber in der Einfachheit liegt die Schönheit und Zack Danger hat tatsächlich das Tor zu einer neuen Dimension aufgemacht. Wer sonst würde sich Erdäpfel, Essig, Öl, Zwiebeln, Salz und Pfeffer bestimmt für den eigenen Genuss  von der Allgemeinheit  finanzieren lassen. Er hat tatsächlich ein Tor aufgemacht, aber vermutlich ist er der Einzige der durchgeht. So banal ist Crowdfunding vermutlich nur einmal, aber wetten würd ich darauf nicht, sicher  nicht!

Link: https://www.kickstarter.com/projects/324283889/potato-salad

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Chapeau, Herr Präsident!

Selten bietet sich die Gelegenheiten, den Regierenden zu applaudieren. Viel öfter ballt man die Hand zur Faust, zumindest in der Hosentasche, bei dem, was getan oder eben nicht getan wird. Aber diesmal ist Klatschen angebracht: den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Wien einzuladen, ist mutig und beweist, dass Präsident und Kanzler nicht ganz darauf vergessen haben, dass Österreich ganz eigenen Interessen im Verhältnis zu Russland zu verfolgen hat.

Brüssel hat in einer Serie von Fehleinschätzungen, die Lage in der Ukraine nur schlimmer gemacht und ist dann blind dem atlantischen Partner gefolgt, der urplötzlich wieder in die Rhetorik des Kalten Krieges verfallen ist. Österreichs Wirtschaft kann die Sanktionstreiberei so überhaupt nicht gebrauchen und wenn jetzt der Bundespräsident mit der Hofierung Putins ein Signal setzt, dann ist das erfrischend. Österreich hat eine eigene Position und folgt nicht nur dem Zug der Lemminge. Das verdient Applaus!

 

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Schule macht Immobilienpreise

In Orten mit guten Schulen sind Immobilien teurer. Schulmanager schaffen Vermögen.

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Das letzte Aufgebot

Seit dem Abgang von Michael Spindelegger weht ein leichtes Mailüfterl für die Bundesregierung. Der Empfang für die Neuen war überraschend freundlich. In den Umfragewerten hat sich die ÖVP, aber auch die Regierung insgesamt leicht erholt. Diesmal stehen nicht nur einzelne Parteien und Personen, sondern ein ganzes System auf dem finalen Prüfstand. Mit Reinhold Mitterlehner, Hans Jörg Schelling und Rudolf Hundstorfer sitzen ein ehemaliger Wirtschaftskammer-Generalsekretär, ein Wirtschaftskammer-Vizepräsident und ein ehemaliger ÖGB-Boss an den zentralen Stellen der Macht. Sie sind die Sozialpartner an vorderster Front. Wenn es ihnen nicht gelingt, Bewegung in die Stillstandsrepublik zu bringen, dann hat die Variante des heimischen Kammerstaates wirklich ausgedient und es ist Zeit, etwas Neues zu wagen. Der Ball liegt beim letzten Aufgebot.

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Nicht sparen!

„Wir müssen sparen“, ist zu einem Stehsatz geworden, den immer mehr Menschen immer weniger hören können. Er ist schlicht falsch, sowohl sprachlich als auch politisch. Sparen heißt, Geld, das man hat, nicht ausgeben, um für später vorzusorgen. Mit Geld, das man nicht hat, und sich erst ausborgen oder anderen wegnehmen muss, geht das gar nicht. Weniger fremdes Geld auszugeben, hat also mit Sparen nichts zu tun und wenn trotzdem davon geredet wird, zeigt das nur, wie völlig verquer die Denke der Politik längst ist. Der Staat, der laufend Kredite aufnimmt und Steuern erhöht, sollte wissen, irgendwann muss er zurückzahlen und deshalb wäre investieren angesagt, sprich das langfristige Schaffen von Sachwerten, die weit über die Zinskosten hinaus Nutzen stiften. Das sichert langfristig Wohlstand. Kommunikationsnetze, Verkehrswege, Wohnungen etwa fallen in diese Kategorie, das sinnlose Alimentieren ineffizienter, unproduktiver, verschwenderischer Strukturen gehört ganz eindeutig nicht dazu.

Es geht also nicht um Sparen, es geht darum, dumme Ausgaben durch smarte Investitionen zu ersetzen. Ist das zu viel verlangt?

 

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Telekom Mexiko

Telekom Mexiko

Die Telekom Austria ist unter mexikanischer Führung. Carlos Slim hat mit seiner America Movil bei der Wettbewerbsbehörde die Kontrolle von mehr als 30 Prozent der Anteile angemeldet.

Der Betriebsrat, unterstützt von der Arbeiterkammer mit ihrem Chefideologen und Kanzlerberater Werner Muhm, protestiert heftig. Ein Unternehmen von so zentraler Bedeutung könne von der Republik nicht aus der Hand gegeben werden, lautet das Argument. Die Tageszeitung „Der Standard“ gibt Schützenhilfe und argumentiert sogar, mit dem Syndikatsvertrag sei das Unternehmen verschenkt worden.

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Der neue Jahrgang ist da!

Wie amerikanische Universitäten ihre Studenten aussuchen und ihnen vom ersten Tag an vermitteln, dass Unis mehr sind als Karrierestationen – sie begleiten ein Leben lang.

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Lauter die Alarmglocken nie schrillten ...

Voestalpine amerikanisch, Erste tschechisch, Raiffeisen Oberösterreich deutsch und die Telekom Austria mexikanisch: Die laufende Absetzbewegung führender Konzerne aus Österreich nimmt Fahrt auf und die Alarmglocken schrillen laut. »Wir sind weg«, ist die Grußbotschaft aus den Vorstands­etagen. Zurück bleiben Mittelständler, die nicht global vernetzt sind, die nicht den weltweiten Standort- und Steuerwettbewerb nutzen können. Sie zahlen die Zeche und die wird größer, weil eine wachsende Last von einer immer kleiner werdenden Zahl von Schultern getragen werden muss. Diese Mittelständler kreieren die Jobs für jene Lohnsteuerpflichtigen, die dann wirklich keine Alternative mehr haben. Den Großteil des Geldes, für das sie arbeiten, bekommen sie nicht einmal zu sehen, weil's der Fiskus schon am Monatsanfang einkassiert. Der Wohlfahrtsstaat verkehrt sich ins Gegenteil und schafft statt Sicherheit moderne Sklaverei.

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Korruption ist überall

Für Tony Mack klickten die Handschellen. Er ist Bürgermeister von Trenton, der Hauptstadt des neun Millionen Einwohner zählenden Bundesstaates New Jersey. Trenton ist eine 84.000-Seelen-Stadt, bekannt für ihre rauen Sitten. 37 Morde passierten dort 2013. In ganz Österreich sind es jährlich rund 50.

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Dann ist der Spuk vorbei …

Die USA und Österreich haben eines gemeinsam: In beiden Ländern ist die Bevölkerung mit den Regierenden massiv unzufrieden. Präsident Obama stolpert von einem Misserfolg zum nächsten. Er habe mittlerweile Jimmy Carter als schwächster Präsident aller Zeiten abgelöst, argumentieren viele Kommentatoren. Aber: 2016 ist der Spuk vorbei, nach zwei Amtszeiten zu je vier Jahren ist Schluss. Ein neuer Präsident kriegt eine neue Chance.

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Ganz schön krank

Das Gesundheitssystem in den USA ist ganz schön krank. Ärzte und Krankenhäuser legen die Kosten willkürlich fest und geraten dafür immer stärker unter Kritik.

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Schlaraffenland für Gründer

Vor kurzem habe ich in den USA eine Aktiengesellschaft gegründet.

Einfach so. Ich wollte wissen, ob es tatsächlich so einfach ist, wie behauptet wird, und ob es so wenig kostet. Hier das Ergebnis: Die Gründung der AG hat drei Tage gedauert. Am Montag habe ich die Online-Registrierung gemacht, den Wunschnamen eingetragen, ausgesucht, ob ich die Gründungsunterlagen in einer Ledermappe mit Goldprägung oder als Loseblatt zugeschickt bekommen will. Ich hab mich für Goldprägung entschieden. Wie oft gründet man schon eine Aktiengesellschaft? Wenn schon, denn schon. Bei der Bestellung der gedruckten Aktien war ich mir nicht sicher. Eine Aktie schien mir gar mickrig und 500 Stück kamen mir zu protzig vor. Also sind es 100 Stück geworden, mit denen ich mir, klassisch bedruckt, wie sie sind, im Zweifelsfall das Häusl tapezieren kann.

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Friseurin zahlt Fonds

Während des Wahlkampfes hatte die Friseurin Hochkonjunktur und die Spitzenkandidaten der Regierungsparteien zeigten sich tief besorgt um ihr Schicksal. 1500 Euro fix seien nicht zu viel verlangt, tönte da der Kanzler. Nach der Wahl zeigt sich: Die Regierungsspitze hält selbige Friseurin für reich genug, dass sie das Hypo-Desaster zusammen mit den Steuerzahler-Genossen alleine schultern kann. Vor die Wahl gestellt, ob Hedgefonds, Banken und Versicherungen oder die Friseurin einen Haircut hinzunehmen haben, entscheidet sich die Regierung für die Dame, schließlich kennt sie das Geschäft. Sie darf die Rechnung begleichen, die Finanzprofis bleiben ungeschoren und ein kaufmännisches Grundprinzip ist aufgehoben: hohe Renditen gabs bei hohem Risiko, heute ist der Gewinn für die Hochfinanz quasi staatlich garantiert und Steuern-Zahlen ist das Privileg der kleinen Leute. Die Geldwirtschaft hingegen kriegt einen Freifahrtschein. Das Griechenland-Retten und das Kärnten-Hypo-Retten haben eines gemeinsam: am Ende hält der Steuerzahler Spekulanten schadlos.

 

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Bärige Weihnachtszeit

Kein Weihnachtsfriede für Gevatter Bär: Die Jagdsaison ist eröffnet und allein in New Jersey stehen hunderte Schwarzbären zum Abschuss.

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