Zwischenrufe aus Übersee

Wie ein Europäer den Alltag an der US-amerikanischen Ostküste erlebt.
Alfons Flatscher ist Journalist und Herausgeber, der vor mittlerweile 15 Jahren auf die Idee kam, einen eigenen Verlag zu gründen: Den Report Verlag, der heute zu den führenden B2B-Verlagen Österreichs aufgestiegen ist.

Frühjahrsputz

Josef Moser, der neue, parteilose Minister für Justiz und Reformen, ist ganz offensichtlich ein ordnungsliebender Mensch. Er vergleicht sein Vorhaben, alle Regelungen außer Kraft zu setzen, die vor dem Jahr 2000 gekommen sind, mit dem Aufräumen eines Kleiderschranks.

Continue reading
  1146 Hits
1146 Hits

Trump und die Wende im Windschatten

trump

Trumps Twitteriaden und der Theaterdonner um seine Person halten die Medien und die aufgeregte Politik-öffentlichkeit in Atem. Ruhig und konsequent hingegen läuft im Hintergrund der radikale Umbau des Staates.

Continue reading
  1081 Hits
1081 Hits

Zeitreise per Bahn

Wer in Manhattan in einen Pendlerzug Richtung Newark steigt, beginnt eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Der Weg führt durch Tunnel aus dem Jahre 1910 – und so schauen sie auch aus. Trotzdem explodieren die Passagierzahlen.

Continue reading
  1674 Hits
1674 Hits

Weniger ist mehr

Karl Wurm, Obmann der Gemeinnützigen Wohnbauträger, hat es bei unserer jährlichen Enquete »Chance Hochbau« auf den Punkt gebracht. Sinngemäß meinte er, Kommissionen und Beiräte seien der Tod des leistbaren Wohnens.

Permanent werde aufgedoppelt, dieses noch draufgepackt und jenes noch als unabdingbar definiert. Am Ende stehe ein Monster, das die Gemeinnützigen wünschen lässt: »Wenn wir nur nach der Bauordnung bauen dürften!«  

Continue reading
  1710 Hits
1710 Hits

Kompliment den Wählern

Die österreichische Wählerschaft ist mündig geworden. Kompliment!

Continue reading
  1898 Hits
1898 Hits

Die Statistik-Falle

In der Europäischen Union waren im Mai 2017 laut Eurostat 19 Millionen Menschen arbeitslos. 3,7 Millionen dieser Arbeitslosen sind unter 25 Jahre alt. Viele davon haben keinen Job, keine Ausbildung, keine Perspektive.

Continue reading
  1100 Hits
1100 Hits

Eigensinn mit Tradition

Unbenannt-1

Westminster in Maryland ist bekannt für seinen Eigensinn. Dinge passieren hier etwas schneller –und vor allem anders: Was sein soll und was nicht, wird hier eigen definiert.

Continue reading
  1795 Hits
1795 Hits

Die Wiege der USA ...

Die USA zu verstehen, ist nicht leicht. Ein Besuch in Lancaster County hilft zu begreifen, woher dieses Land kommt.

Continue reading
  2271 Hits
2271 Hits

Aus der Krise wachsen

Fast alle Industrienationen haben zwei Probleme: Die Schulden sind zu hoch, das Wachstum zu gering. Aus der Falle entkommen kann man eigentlich nur, wenn die Wirtschaft wieder auf Touren kommt. Sparen allein, das wissen alle, reicht nicht. Nicht einmal ein Kahlschlag wäre genug, um die aus der Balance geratenen Budgets zu sanieren.

Continue reading
  1655 Hits
1655 Hits

Wachstum und Standort

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, keine dritte Landebahn am Flughafen Wien zuzulassen, weil das Klima gefährdet werde, bringt jetzt den Gesetzgeber auf eine neue Idee: Neben dem Umweltschutz soll jetzt auch Wachstum als Staatsziel definiert werden. Eigenartig! Es zeigt, wie verschoben Prioritäten in dem Land sind. Das Selbstverständliche muss betont werden, weil offensichtlich die Justiz, die Bürokratie und die Politik darauf vergessen haben, wer am Ende des Tages die Rechnung für den ganzen Apparat bezahlt.Kein Wunder, dass heimische Unternehmen Weltmeister im Schaffen von Arbeitsplätzen sind– im Ausland. Hierzulande hält man sich zurück, weil die Rahmenbedingungen längst nicht mehr stimmen.Aber kein Problem, jetzt im Abgesang beschließt die Koalition noch schnell die Aktion 20.000. Demnächst dürfen Langzeitarbeitslose für Gemeinden gratis arbeiten. Ein hilfloser Versuch von Etatisten, mit möglichst viel Aufwand möglichst wenig zu erreichen. Ein Trauerspiel.

  1996 Hits
1996 Hits

Fliegende Experimente

Space-Ship-One-web

Die amerikanische Zivilluftfahrt ist seit Jahren in der Krise. Während Cessna, Beechcraft und Piper, die einstmals großen Drei, bessere Tage erlebt haben, bleibt der Trend zum Selberbauen ungebrochen. Rund 25.000 Experimental-Flugzeuge, Marke Eigenbau, sind im US-Luftraum unterwegs. Sie sind die Zukunft der Fliegerei, sagen Experten.

Continue reading
  2040 Hits
2040 Hits

Kassandra unterwegs

Ein Contrarian schwimmt gegen den Strom, folgt nicht dem Zug der Lemminge. David A. Stockman beschreibt sich selbst so und liefert eine brillante Analyse, wie es zu Trumps Amerika kommen konnte: eine Tragödie mit vorhersehbarem Ausgang.

Continue reading
  1818 Hits
1818 Hits

Start-up-Kultur

Bundeskanzler Kern beschäftigte bei seinem jüngsten Israel-Besuch unter anderem eine Frage: Wie ist es dem Land gelungen, zu einem Mekka für Start-ups zu werden. Waren in den 70er-Jahren noch Jaffa-Orangen das Hauptexportprodukt, findet sich heute kaum ein Hightech-Gerät, in dem nicht Know-how aus Israel verbaut ist. Wie war das möglich?

Continue reading
  2458 Hits
2458 Hits

Tuvia, immer allein

Tuvia, immer allein

Tuvia Tenenbom, der in New York lebende Theatermacher, Journalist und Tausendsassa, hat in vier Jahren drei Bestseller geschrieben:  »Allein unter Deutschen«, »Allein unter Juden«, »Allein unter Amerikanern«. Wie macht er das?

Continue reading
  2007 Hits
2007 Hits

Bill Gates und die Maschinensteuer

Bill Gates und die Maschinensteuer

Microsoft-Gründer Bill Gates sorgt für Schlagzeilen. Roboter, die Jobs vernichten, sollen besteuert werden, sagt er, wandelt damit auf den Spuren von Alfred Dallinger und macht plakativ zum Thema, dass die rasante Entwicklung rund um die Digitalisierung und Automatisierung Menschen vielfach überflüssig macht. Ihre Arbeitskraft wird nicht mehr gebraucht, der Roboter kanns besser.

Continue reading
  2492 Hits
2492 Hits

Die Schöne und das Biest

Was in den USA im Moment passiert, ist rätselhaft. Die Suche nach Antworten im Yankee Doodle.

Continue reading
  2658 Hits
2658 Hits

Hört die Trumpeten…

Es ist nicht Twittern und Show statt Politik, sondern Politik mit Twittern und Show.

Wer Freude am Experimentieren hat, muss im siebten Himmel sein. Donald Trump stellt die Dinge auf den Kopf und setzt an, Politik völlig anders zu definieren. Er kümmert sich nicht um Dogmen, er ersetzt sie durch spontanes Twittern und er entlehnt Stilelemente seiner Reality-TV-Show »The Apprentice« bei der Besetzung der Kabinettsposten. Die Auguren aller Lager schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und Donald, der Ahnungslose, wird vielbemüht in den Late-Night-Comedy-Shows. Da wären die mehrmals wöchentlichen Sicherheitsbriefings, die bisher jeder gewählte Präsident von CIA & Co  bekommen hat.  Trump schwänzt sie einfach und erntet dafür beißende Kritik von jener Seite, die am meisten weh tut. Alec Baldwin, der Schauspieler und »Saturday Night Live«-Trump-Imitator, entwickelt die Figur des minderbemittelten Donald, der lieber mit Schülern twittert als sich von den Sicherheitsexperten die Lage der Welt erklären zu lassen. Der Subtext: »Was für eine Dumpfnuss.«Trump hält – twitternd natürlich – dagegen. »Waren das nicht diese Sicherheits-Leute, die behauptet haben, im Irak gebe es Massenvernichtungswaffen?« Die Auswahl seines Kabinetts läuft nach dem »The Apprentice«-Muster. Er lässt die Kandidaten abwechselnd im Trump-Tower oder in seinem Golf-Club in Bedminster oder seinem Ressort in Mar-a-Lago- in Florida antanzen. Ums Außenministeramt buhlen der rabiate, aber loyale ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudi Giuliani und der traditionell-konservative, aber illoyale Mitt Romney, der Russland als die wichtigste geopolitische Bedrohung ausgemacht hat. Nach einer ersten Präsentation erfolgen die Call-Backs. Romney beim Abendessen, Giuliani privat im Tower. Hochrangige Mitarbeiter des Übergangsteams machen öffentlich Stimmung gegen Romney, der Boss rüffelt sie und zaubert Rex Tillerson, den CEO von Exxon-Mobil, als Außenminister aus dem Hut. Prompt stehen die Neo-Konservativen  auf dem Plan. Der leider zu spät geborene kalte Krieger Marco Rubio kritisiert, der US-Außenminister könne kein »Freund von Vladimir« sein. Und für John McCain, Präsidentschaftskandidat 2008 und bester Freund der Waffenlobby, steht die Welt nicht mehr lang. Tillerson hat Geschäfte mit Putin gemacht, von ihm einen Orden umgehängt bekommen und das disqualifiziere ihn für das Amt. Aber siehe da, der oberste Showmaster und Chef-Twitterer will die Beziehung zur Russland neu definieren und Tillerson ist ihm nicht passiert, er hat ihn genau deswegen ausgesucht. Statt Nato-Truppen in der Ukraine gibt’s den roten Teppich für Vladimir. Wer die Meetings mit den Sicherheitsberatern schwänzt, ist eine Dumpfnuss, aber vielleicht braucht es eine Dumpfnuss, um aus den eingefahrenen Bahnen der Kriegstreiber auszubrechen. Wie heißt es so schön: »Schwerter zu Twitter ...« »Wäre es nicht wunderbar, mit Russland gute Beziehungen zu haben«, sagte Trump im Wahlkampf und er hat das noch nicht vergessen. Überraschung!

  2719 Hits
2719 Hits

Aufschwung 2017

Ein Schritt vor, einer zurück! Die Konjunktur der jüngsten Zeit ist nicht so recht vom Fleck gekommen. Viele Arbeitslose, wenig Wachstum und die Stimmung bei den Akteuren ist – na sagen wir – verbesserungswürdig. Aber das ist Vergangenheit. Die Zeichen mehren sich, dass 2017 deutlich besser wird. Das wichtigste Anzeichen: Optimismus kehrt zurück, vorerst stärker bei Wirtschaftstreibenden als bei Konsumenten. Die Veränderung beginnt mit einer Idee und die Realität folgt. Wenn Entscheider glauben, es geht bergauf, dann versetzt das Berge. Es wird wieder mehr investiert, nicht notwendigerweise am Standort Österreich, aber immerhin. Was Österreich zusätzlich helfen sollte: Die teuren und für heimische Unternehmen schmerzhaften Sanktionen gegen Russland dürften zu Ende gehen. Die Einschränkungen haben zu einem dramatischen Einbruch geführt und Russland aus der Liste der zehn wichtigsten Handelspartner gedrängt. Eine Rückkehr steht bevor.2017 hat Potential. Nutzen wir es!

  2566 Hits
2566 Hits

Trumpland oder der falsche Film

Am Vorabend der Wahl fragt mich meine Frau, ob ich glaube, dass The Donald eine Chance hat und im Brustton der Überzeugung antworte ich: „Niemals“!

Einer der keine Muslime mehr in ein Land lassen will, das seit seiner Gründung offensiv mit Religionsfreiheit geworben hat, einer, der nicht nur Terroristen sondern gleich deren gesamte Familie umbringen lassen will, einer der Millionen Latinos deportieren will, einer der damit prahlt, Frauen sexuell zu belästigen, kann niemals Präsident der USA werden.

Wenige Stunden später war er gewählt und mein Bild von den USA auf den Kopf gestellt.

„Er ist das Spiegelbild der Amerikaner“ sagt mein Freund Tuvia Tenenbom, der gerade sein neues Buch „Allein unter Amerikaner“ bei Suhrkamp veröffentlicht hat. Ein halbes Jahr reiste er durch das Land, besuchte Indianer Reservate, Slums, Washingtoner Insiderzirkel, die Southside von Chicago, die Quaker in Philadelphia und vieles mehr. Sein Resume: Laut, angeberisch, asozial, waffennarrisch, rassistisch, ziemlich hässlich – wie der Donald halt.

Wenn mehr als die Hälfte der Amerikaner ein Monster wählen, dann sind sie montrös. Das ist die Spiegelbildtheorie von Tuvia.

Continue reading
  3059 Hits
3059 Hits

Der Herold der freien Marktwirtschaft...

Der Herold der freien Marktwirtschaft...

... ist als Dauersubventionsbetrieb nicht denkbar. Das mussten jetzt die Eigentümer des Wirtschaftsblatts eingestehen und den Betrieb einstellen. Die Styria Gruppe hat noch einmal sieben Millionen Euro zugeschossen, um geordnet abzuwickeln. Die Medienlandschaft ist ärmer geworden und eine Stimme der wirtschaftlichen Vernunft ist verstummt. Schade! Gleichzeitig gilt natürlich, wer wirtschaftlichen Sachverstand verkörpern will, muss konsequenterweise die Reißleine ziehen, wenn der Markt das gelegte Angebot nicht annimmt.

Die Frage bleibt: Warum ist der heimische Markt so hart  zu Medien, die sich mit dem Ökonomischen beschäftigen? Daran kann man gleich die Frage hängen: Warum grundelt die heimische Börse vor sich hin, warum gelten Aktionäre als Spekulanten, warum ist das Berufsziel der WU-Abgänger nach wie vor der Staatsdienst und nicht die Unternehmensgründung?

Warum war Dietrich Mateschitz noch ein sympathischer Mensch, als er Zahnpasta verkaufte, aber jetzt als Konzernchef ist er der Inbegriff des verabscheuungswürdigen Kapitalismus? Warum? Warum ist die Lieblingsfrage der Kämmerer: Gibt's eine Förderung? Warum? Die Wahrheit ist: Wenn ein Markt ein Produkt nicht will, muss man sich entweder einen anderen Markt suchen oder ein anderes Produkt erzeugen. Oder beides. Warum auch nicht?

  3419 Hits
3419 Hits