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Auf seine Instinkte hören, nicht nur ans Geld denken

Als sich am letzten Montag die Event Location ‚Impact Hub Vienna‘ in der Lindengasse mit motivierten Jungunternehmern füllte, war es endlich soweit! Der vierte Event der Manageers mit dem Titel Startups-Risks and Failure konnte beginnen.

Vier hochkarätige Speaker aus der Privatwirtschaft teilten ihre Erfahrungen rund um das Gründen von Unternehmen und die damit verbundenen Risiken. Vor allem wurde über die Dinge gesprochen, welche in Österreich bei der Unternehmensgründung immer noch tabu sind. Nämlich über die Risiken und das Scheitern am Weg zum Erfolg. Wie Rudi Fußi, Gründer der PR-Agentur mindworker.at, gerne sagt:  Kalkulieren sie Scheitern ein! Wer scheitert, lernt sehr schnell, von Erfolgen lernen wir nicht!

Als Erste erzählte Katharina Klausberger, Co-Founder von Shpock, über ihren Weg von einer Idee bis hin zu einem erfolgreichen Startup mit 30 Angestellten. Auch Sie brachte dem aufmerksamen Publikum nahe, dass der Erfolg mit Shpock ohne das Scheitern, und der daraus gezogenen Lehren, von finderly.com nicht möglich gewesen wäre.

Wolfram Krendlesberger, CFO bei der Heliovis GmbH und Investor von Startups war der nächste Speaker. Gleich zu Beginn meinte er:  Was tun erfolgreiche Gründer? Sie schreiben ein Buch über Ihre Erfolgsstory! Was aber niemand gerne zugibt, ist dass der Erfolgsfaktor Glück eine sehr große Rolle spielt. Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Idee umsetzen! Aber natürlich war Glück nicht seine wichtigste Botschaft an die gespannten Zuhörer. Es ist immer besser im Team ein Startup zu gründen, das hat strategische und operative Gründe. Jeder braucht mal Urlaub oder wird mal krank, die Arbeit muss natürlich trotzdem gemacht werden. Ebenso ist ein guter Rechtsanwalt bei der Gründung eines Unternehmens unverzichtbar. Aber meiden Sie wenn möglich Notare, seien sie nicht unpünktlich, unzuverlässig und auf keinen Fall Eitel, war Herrn Krendlesberger noch wichtig festzustellen! 

Nach einer kurzen Verschnaufpause, um die bis dahin gehörten Ratschläge und Erfahrungswerte verarbeiten zu können, ging es mit Rudi Fußi, bekannt durch seine PR-Agentur mindworker.at, welche auch das Team Stronach in der Anfangsphase beraten hat, weiter. Seine Kernaussage war, dass man auch auf sein Bauchgefühl hören und nicht nur ans Geld denken soll. Man lebt nicht um zu arbeiten, sondern man arbeitet um sich ein gutes Leben leisten zu können! Die Selbstständigkeit ist nicht für jeden der optimale Weg, und man sollte nicht an seinen Schwächen arbeiten, sondern an seinen Stärken. Von seinen Schwächen kann niemand leben!

Als Abschlussredner betrat Michael Grabner, spätberufener Jungunternehmer und ehemaliger Kurier Vorstand. Auch er vertritt die Meinung, dass man nicht immer nur ans Geld denken sollte. Gründer die pausenlos daran denken, scheitern meistens. Es ist auch wichtig, dass Gründer eine Geschäftsidee umsetzen, von der sie etwas verstehen. Machen Sie keine Sachen, von denen Sie nichts verstehen. Kopieren Sie eine Idee nur dann, wenn Sie etwas davon verstehen, denn erfolgreiche Startups werden von branchenerfahrenen Personen gegründet.

Fazit: Auch wenn an diesem Abend vier völlig unterschiedliche Persönlichkeiten, jeder mit anderem Hintergrund und Erfahrungswerten aufeinander trafen, konnte man als aufmerksamer Zuhörer ein paar Gemeinsamkeiten aus den vielen Ratschlägen herausfiltern. Auf seine Instinkte hören, nicht nur ans Geld denken, für eine Idee brennen aber vernünftig handeln und ein starkes Team aufbauen. Doch die wichtigste Message von allen war, wie das Thema des Abends bereits verriet, keine Angst vor Risiken und dem Scheitern haben. Denn, aus Fehlern lernen wir, nicht aus unseren Erfolgen. Wenn etwas auf Anhieb klappt, wissen wir oft gar nicht warum.
 

Qualitätsland Österreich? Eine Mär?
Wollen wir den überhaupt eine Wahrheit?