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Diskussionen richtig führen

Gleichheit und Chancen im Berufsalltag.

Es ist immer faszinierend zu sehen wie Diskussionen eigentlich an der Sache vorbeigehen. So auch in der leidigen Frage der Benachteiligung von Personen unterschiedlichen Geschlechtes. So werden oft Anliegen von kleinen Gruppen aus Lobbying Interessen vor ursächlichen Problemen in den Vordergrund gestellt. Nehmen wir die leidige Debatte nach Quoten um die Position der Frauen angeblich zu stärken. Löst die Quote wirklich die Benachteiligung der Frau im beruflichen Alltag? Man könnte diese Frage auch auf andere Teile der Bevölkerung ausdehnen. Minoritäten, Migranten all die Bevölkerungsschichten, denen eine ernstgenommene Vertretung fehlt.

Warum gehen wir nicht zur Wurzel des Übels. Sorgen wir doch endlich dafür, dass prekäre Arbeitsverhältnisse entsprechend aufgewertet werden und es diesen Menschen möglich gemacht wird endlich die berufliche Weiterentwicklung zu schaffen, um dann die Karriereleiter erfolgreich zu bewältigen. Das Ergebnis würde die erwähnte leidige Quotendiskussion ad absurdum führen. Natürlich ist das ein Weg, der nicht leicht zu bewältigen ist und vor allem auch dauert.

Wir müssten auch die Bildungsdebatte hier miteinbeziehen. Die derzeit geplanten Kürzungen gerade auf diesem Gebiet schaffen Defizite, an denen wir in Zukunft noch mehr leiden werden. Diejenigen, die diese Maßnahmen treffen, sind dann aber abgesichert in Ruhestand und es kümmert sie eigentlich nicht mehr was sie einst angerichtet haben. Wo sind aber auch die vielen Absolventinnen mit akademischem Abschluss im Berufsleben? Sie müssten ja heute im Berufsalltag erkennbar sein? Ist unsere Gesellschaft nicht bereit diese Erfolge wegzunehmen?

Was wir heute brauchen ist ein klares Bekenntnis dazu, dass jeder Mensch eine wertvolle Rolle im Leben erfüllt. Es geht nicht immer darum was ist wichtiger, besser, erfolgreicher. Maschinenbauer wissen, dass auch kleine Räder im Getriebe wichtig sind und nicht auf Grund der Größe anders bewertet werden. Die Aufgabe der sie sich stellen ist entscheidend. Ist jemand wertvoller, weil er oder sie im Aufsichtsrat eines Unternehmens sitzt? Es sind sehr häufig Menschen, die sich freiwillig in Organisationen engagieren, deren Wert durchaus über denen liegt, welche auf Grund einer Quote eine Position in der Gesellschaft bekommen haben.

Wenn wir es schaffen, endlich unsere Grundeinstellung wieder neu auszurichten, wenn wir es schaffen, individuelle Werte, individuelle Leistungen für die Gesellschaft in den Vordergrund stellen, dann sind wir auch in der Lage mit Ungleichheiten besser umzugehen. Dazu ist es notwendig sich besonders im Bereich Bildung von klein auf damit zu befassen. Dazu bedarf es Investitionen, die wirklich bei den Kindern, den Jugendlichen ankommen. Das Geld darf nicht in der Beharrlichkeit einiger Verwaltungsfreaks untergehen.

Dann ist der Spuk vorbei …
Der verflixte War for Talents - lieber einen Kampf...