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Weiterhin Auswirkungen oder doch endlich Ursachen bekämpfen?

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Die Schweiz zeigt uns mit dem Projekt NEST derzeit deutlich auf, dass die heimischen Diskussionen um die Ökologie von Baustoffen eher dem sprichwörtlichen Picken nach Körnern am Misthaufen entsprechen und keinesfalls der Suche nach zukunftsweisenden Gebäudelösungen für eine klimafitte und ressourcenschonende Zukunft.

EST ist ein modular aufgebautes Forschungslabor. Zellenartige Forschungsmodule werden in eine Tragkonstruktion aus Stahlbeton eingeschoben und zentral mit Energie aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Die zentrale Energieversorgung und Steuerung ist höchst effizient und passt Energiebedarf und Versorgung in Echtzeit den aktuellen Bedürfnissen an. So wird z.B. bei Überwärmung eines Moduls die überschüssige Wärme in andere Module umgeleitet oder in Pufferspeicher eingebracht. Als Energiequellen dienen Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpen an 250 Meter tiefen Erdsonden.

Als Speicher kommen Wassertanks, Wärmetauscher und Eisspeicher zum Einsatz. Eine Steuerung entscheidet situationsbezogen über alle Prozesse der Energiegewinnung, Speicherung, Verbrauch und alle Arten von Umleitungen und Rückgewinnungen. Ähnlich effizient und nachhaltig wird mit dem Brauchwasser umgegangen. NEST ist nicht nur energieautark, es stellt sogar noch umweltfreundlichen Treibstoff für Wasserstofffahrzeuge zur Verfügung.

Entscheidende Rolle des Gebäude­sektors

Liegt damit der Schlüssel zu allen Energie- und Klimaproblemen zum Greifen nahe? Wie bei allen Vorzeigeprojekten fehlt derzeit bei NEST noch die Massentauglichkeit. Was wir von NEST aber auf jeden Fall lernen können, ist, dass die Zukunft den Energienetzen und Energiesteuereinheiten gehört und dem Gebäudesektor dafür eine entscheidende Rolle zukommt.

Auch das BMVIT setzt darauf, die gesamte Masse der gebauten Stadt als Energiespeicher zu verstehen und zu verwenden. Die Forschungs-Ausschreibungen von »Stadt der Zukunft« werden daher »Die Stadt als Energieschwamm« zum Thema machen. Wie Wohninfrastruktur zum Be- und Entladen von thermischer Energie verwendet werden kann, zeigen etwa die Projekte »MG22« in Wien 22 und »Wolfsbrunn« in Sommerein/NÖ. Bei beiden Anlagen wird der Beton der Wohnungen dabei über Rohrsysteme aktiviert, in denen je nach Bedarf warmes oder kaltes Wasser fließt.

Wer daher nur ein klein wenig über den Tellerrand blicken will, wird verstehen, dass die Diskussionen um die Ökologie der verwendeten Baustoffe in diesem Lichte mehr als lächerlich erscheinen.

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