Klaus Lengauer ist BIM-Consultant bei A-NULL Bausoftware und Mitglied in vielen relevanten Normenausschüssen. Als einer der führenden Experten in Sachen Building Information Modeling wird er die Leserinnen und Leser des Bau & Immobilien Report mit seinem BIM-Tagebuch mit Neuigkeiten und Hintergrundinfos zum Thema BIM versorgen.
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Wie digitale Daten auf die Baustelle kommen

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Das BIM-Modell als digitaler Zwilling liefert zu jedem virtuellen Bauteil auf Knopfdruck sämtliche relevanten Informationen. Mit einer Digital-zu-Real-Schnittstelle können auch die physischen Bauteile, Räume und Bereiche mit ihren digitalen Entsprechungen verknüpft und die Brücke zwischen virtueller und realer Welt geschaffen werden. Diese Schnittstelle gibt es bereits und sie ist in großer Dimension erprobt.

Betrachtet man die Entwicklung von Building Information Modeling (BIM), so scheint sich vordergründig alles in virtuellen, digitalen Modellwelten abzuspielen. Wir blicken auf Prozessablaufdiagramme, Datenklassifizierungen, Programmschnittstellen und -standards – alles digital, alles »im Computer«. In meinem BIM-Modell finde ich auf Knopfdruck jedes Bauelement, frage all die Informationen ab, die dem Element von den unterschiedlichen Planungsdisziplinen bisher zugewiesen wurden und füge selbst Informationen hinzu. Doch wie kommt diese Information vom Rechner an den eigentlichen Ort des Geschehens, auf die Baustelle? Wie kann die bis dahin koordinierte, lückenlose Steuerung und Dokumentation des Projekts weitergeführt werden – nicht nur während der Errichtung, sondern auch später im Objektbetrieb?

Ein Blick über den Rand der Baugrube zeigt, dass diese Digital-zu-Real-Schnittstelle bereits existiert und auch schon in großer Dimension erprobt ist. Gemeint ist die RFID-Technik (Radio-Frequency-Identifier), welche in Handel- oder Logistikprozessen eine maßgebliche Rolle spielt. RFID-Tags verknüpfen die physischen Bauteile, Räume und Bereiche mit ihren digitalen Entsprechungen und schaffen so die Brücke zwischen virtueller und realer Welt.

In Verbindung mit dem BIM-Datenmodell können Bauteile wie ihre digitalen Zwillinge auf »Knopfdruck«lokalisiert werden (Sind diese Fenster schon auf der Baustelle? Wer baut sie wann wo ein?) und auch ihr Status vor Ort definiert und ausgelesen werden (Sind sie am richtigen Ort eingebaut? Wer hat sie geprüft?). Nicht nur Steuerung und Dokumentation, auch die konkreten Arbeiten der Professionisten werden durch die Verbindung Digital-zu-Real erheblich unterstützt. Arbeiter und Verantwortliche können direkt zu ihrem geplanten Einsatzort geleitet werden, Verarbeitungshinweise bzw. Montageanleitungen können direkt am jeweiligen Bauteil mittels Lesegerät (z.B. Smartphone) abgerufen werden, Prüfblätter bzw. Checklisten vor Ort digital erstellt werden. So profitieren am Ende auch die Arbeiten im »real life« von einer digitalen Planung.

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