12-Stunden-Arbeitstag am Bau undenkbar

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Da sind Todesopfer zu befürchten. Schon jetzt gibt es flexible Arbeitszeitmodelle, die aber nicht genützt werden. Wir müssen Arbeitnehmer vor Gefahren schützen und nicht gefährden.

ie künftige schwarz-blaue Bundesregierung hat sich auf die Anhebung der Höchstgrenze der Arbeitszeit auf zwölf Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich geeinigt. Schön geredet wird die Einführung des 12-Stunden-Tages dazu noch mit einem »Etikettenschwindel« von mehr Freizeit und ohne Kürzung von Einkommen für die Betroffenen. Wer glaubt wirklich, dass bei flexibleren Arbeitszeiten die Überstundenzuschläge aufrecht bleiben? Wer glaubt wirklich, dass Schwerarbeiter einen 12-Stunden-Arbeitstag bei 35 Grad plus im Sommer und bei minus 10 Grad im Winter gesundheitlich ohne Schäden überstehen? Wer glaubt wirklich, dass bei Einzelvereinbarungen der Arbeitnehmer seine Interessen gegenüber dem Arbeitgeber alleine gleich gut vertreten kann wie mit Unterstützung von Betriebsräten und Betriebsvereinbarungen?

Je länger wir durcharbeiten, desto eher nimmt die Konzentration ab, die Fehleranfälligkeit und Unfallgefahr steigen. Das kann am Bau tödlich enden. Arbeitnehmer müssen vor Gefahren geschützt und nicht noch zusätzlich gefährdet werden. Bereits jetzt gibt es flexible Arbeitszeitmodelle in den Kollektivverträgen, die von den Arbeitgebern nicht genutzt werden, um sich Zuschläge auf Mehrarbeit zu ersparen. Fakt ist, dass bis dato in Österreich keine einzige Baustelle oder ein Auftrag aufgrund von »Unflexibilität bei Arbeitszeiten« nicht zeitgerecht fertiggestellt wurde. Wir als Gewerkschaft sind bereit, gemeinsam auf Sozialpartnerebene an praxisbezogenen Modellen weiter zu verhandeln. In Verbindung mit Jahresarbeitszeitmodellen, um Arbeitslosigkeit zu senken, gibt es eine Reihe von Vorschlägen.

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